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...Manuela Denker

Der Beruf als Postzustellerin ist perfekt für Manuela Denker, die den Kontakt zu Menschen liebt. Foto: Inke Kuhlmann

Erst seit vier Monaten ist Manuela Denker Postzustellerin. Gelernt hat sie einen anderen Beruf, doch diese Entscheidung ist die logische Konsequenz ihrer Kontaktfreudigkeit. "Mich interessieren Menschen, Oberflächlichkeit liegt mir nicht", sagt die LandFrau aus den Vier- und Marschenlanden.

Die 53-Jährige wohnt in Altengamme in jener Region, der nachgesagt wird, sie sei das Blumenparadies und die Gemüsekammer Deutschlands. Doch mit der Landwirtschaft hat Manuela Denker nichts zu tun, obwohl sie auf einem Bauernhof groß geworden ist und dort noch immer lebt. "Ich habe den Hof noch nie verlassen", erzählt sie. Seit ihrer Geburt wohnt sie auf dem Grundstück. Die Familie arbeitet seit Jahrhunderten in der Landwirtschaft, genau auf diesem Hof. Heute werden jedoch nicht mehr alle Teile des Anwesens bewirtschaftet. Der Bauernhof wurde zum Mehrfamilienhaus umgebaut. Das passt genau zu Manuela Denker. Sie braucht das Miteinander. Ein Umzug in die Großstadt wäre für sie nicht infrage gekommen.

Auch ihre Schulzeit verbrachte sie in der Region. Erst Grundschule, dann Gymnasium. Doch Manuela Denker war neugierig auf das Leben vor den Schultüren und wurde Groß- und Außenhandelskauffrau. Fast 20 Jahre lang blieb sie der Branche treu. Dann kamen die Kinder, zuerst Zwillinge, die heute 18-jährigen Celine und Sophie, zwei Jahre später der heute 16-jährige Sohn Levin. Alle drei gehen noch zur Schule.

Mit drei kleinen Kindern entschied sich die junge Mutter, beruflich kürzerzutreten. Sie wurde Mitglied bei den LandFrauen. "Durch meine Mutter und eine Freundin wurde ich neugierig, wenn sie erzählten, was alles bei den LandFrauen stattfindet." Immer wieder ging sie mit zu den Veranstaltungen, und sie fand Gefallen. "Ich mag das Miteinander und das füreinander Dasein. Die Frauen dort sind so unkompliziert. Und ich finde es großartig, dass wir über die verschiedenen Generationen hinweg Zeit miteinander verbringen", sagt sie.

Darum wurde sie auch nach einigen Jahren die Vorsitzende des Ortsvereins, und seit einem Jahr gehört sie ebenso zum Vorstand im Hamburger Landesverband. "Als ich erfuhr, dass eine Position im Verband unbesetzt blieb, habe ich mir gesagt, dann bin ich dabei." Gesagt, getan.

Das Miteinander ist auch der Grund, warum sie nun beruflich umgeschwenkt hat. "Ich mag die Gespräche an der Haustür. Gerade auf dem Dorf, wo ein Schnack noch selbstverständlich ist." Es scheint, als ob "die Manuela von der Post" ihr Metier gefunden habe. "Meine Kollegin fragte mich kürzlich, warum ich nicht schon früher angefangen habe", erzählt sie mit einem Lachen. Auch dort ist offenbar schnell deutlich geworden, dass die schlanke Frau nicht nur voller Lebensfreude steckt und gern Menschen trifft, sondern dass sie immer bescheiden und ein Ruhepol für andere ist.

Um die Ohren hat sie allerdings genug, dreimal in der Woche steht sie um sieben im Verteilzentrum und sortiert die Post. Da schleppt sie auch schon mal ein 33 kg schweres Paket vor die Haustür des Empfängers. Nebenbei arbeitet sie auch noch im Deichverband. Dort kümmert sie sich um den Hochwasserschutz. Und noch einen weiteren Job hat die engagierte Mutter. In einem Fuhrunternehmen sorgt sie für die Organisation im Sekretariat.

Ihre Entspannung holt sie sich bei sportlichen Aktivitäten. "Eigentlich treibt Mama jeden Tag Sport", sagt Sophie. Dann verrät Manuela Denker noch ein Geheimnis. "Mit 51 habe ich angefangen, Altblockflöte zu spielen." Natürlich in einer Gruppe. "Die Musik holt mich runter. Die Konzentration auf das Instrument macht den Kopf frei", verrät sie. Sport, Musik und LandFrauen – für Manuela Denker die perfekte Mischung für ihre Entspannung und gute Kontakte. Doch das Allerwichtigste ist für sie die Familie. Da steht jeden Tag frisch gekochtes Essen auf dem Tisch. Und sie ist vor allem gern da für ihren Mann oder die Kinder. Doch ab und an mag sie auch allein sein. Dann liest sie ein Buch auf dem Sofa – und freut sich, wenn alle wieder nach Hause kommen. Inke Kuhlmann

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