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...Danuta Schuster

Der Abschied von ihren Freunden fiel Danuta Schuster einst schwer. Foto: Kathrin Iselt-Segert

Wie gelingt Migration, das ist eine Frage, die sich heute angesichts der Flüchtlingsströme nicht nur die Politik stellt. Dabei gibt es eine Bevölkerungsgruppe in Deutschland, die vorlebt, wie Integration gelingen kann, nur sieht man sie nicht: die polnischen Einwanderer. Sie alle scheint das Ziel zu einen, so schnell wie möglich in der deutschen Gesellschaft anzukommen.

Die Autorin Emilia Smechowski, die als Fünfjährige nach Deutschland kam, hat dieses Phänomen in ihrem Familienroman und Bestseller "Wir Strebermigranten" eindrucksvoll beschrieben. Das Bauernblatt sprach mit einer LandFrau, deren Lebensgeschichte ebenfalls den Stoff für einen Roman über die Auswanderung aus Polen und die Ankunft in einem neuen Leben bieten würde: Danuta Schuster aus Schmalstede.
"Wir haben zehn Jahre auf die Ausreise gewartet, jedes halbe Jahr mussten wir mit der ganzen Familie einen neuen Antrag stellen und immer wieder kam eine Absage", erinnert sich Danuta Schuster, die im oberschlesischen Hindenburg aufwuchs, das nach dem Krieg Zabrze hieß. Ihre Familie sei immer deutsch gewesen und lebte nach dem Zweiten Weltkrieg auf einmal in Polen. Immer mehr Oberschlesier gingen "in den Westen".

Danuta Spyra, wie sie damals noch hieß, ging zur Schule und lernte Polnisch. Nur zu Hause wurde Deutsch gesprochen. So wie bei Joachim Schuster. Dessen Großvater habe ihm auf dem Weg durchs Dorf immer kräftig den Arm gedrückt, wenn es hieß, augenblicklich vom Deutschen ins Polnische zu wechseln, weil ihnen Leute aus dem Dorf begegneten. Doch zu dieser Zeit wussten die Schüler Danuta und Joachim noch nichts voneinander, sie sollten sich erst als Jugendliche in Hamburg treffen.

Anfang 1966 bekamen Danuta Spyras Eltern endlich den ersehnten Bescheid, dass sie ausreisen durften. "Für meine Eltern war es ein super Gefühl, sie waren wie erlöst, aber wir Kinder haben davon nicht so viel verstanden. Wir hatten unsere Freunde, ich war mitten in der Ausbildung zur Modistin", erinnert sich die heute 67-Jährige. Während alle Abschied feierten, habe sie für die Prüfung gepaukt. Ihre Lehrmeisterin habe es ihr ermöglicht, schon nach zwei statt nach drei Jahren die Lehre abzuschließen, damit sie mit einem Gesellenbrief ausreisen konnte.

Einen Tag vor der Ausreise bestand sie. Zu packen war nicht viel. Sie durfte nicht einmal ihr geliebtes Akkordeon mitnehmen. "Meine Eltern hatten ein, zwei Kisten mit Bettzeug und ein wenig Hausrat vorausgeschickt. Mehr war nicht erlaubt."

"Auf dem Bahnhof konnte ich mich gar nicht wieder einkriegen", erinnert sie sich noch wie heute an den emotionalen Abschied von ihren Freunden, bei dem viele Tränen flossen. "Es war für immer." Diese schmerzliche Erfahrung teilt sie mit ihrem Mann Joachim. Der weiß noch wie heute, wie schwer allen, trotz der Vorfreude auf eine neue Zeit, der Abschied fiel. Kathrin Iselt-Segert

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 42/2017 unter der Rubrik "LandFrau" und im digitalen Bauernblatt.

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