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13.11.2009 -  

Schleswig-Holstein Milch eG ist abgesagt

Bild - Schleswig-Holstein Milch eG ist abgesagt



Foto 1: Der Vortrag in der Käserei Holtsee stieß bei den Junglandwirten auf großes Interesse.
Foto 2: Hartmut Kittler, Geschäftsführer der Käserei Holtsee, bedauert die Absage der Schleswig-Holsteiner Milch eG.
Fotos: Ann-Katrin Gerwers

Junglandwirte zu Besuch bei der Käserei Holtsee erfuhren es mit als erste

Im alten Käsekeller der Käserei Holtsee wollten sich über 50 Junglandwirte über die Schleswig-Holsteiner Milch eG und die Käserei Holtsee informieren. Der Geschäftsführer der Käserei, Hartmut Kittler, teilte jedoch mit, dass die Schleswig-Holstein Milch eG nicht zustanden gekommen ist.„Als wir diesen Termin vereinbarten, da glaubten alle noch an den Erfolg der Milch eG, und ich wollte über das weitere Vorgehen berichten. Nun kann ich es kurz machen, die Milch eG ist geplatzt“, sagte Hartmut Kittler. Er sehe es aber immer noch als sinnvoll an, wenn sich die 14 Meiereien in Schleswig-Holstein zu einer gemeinsamen Lösung zusammensetzen würden.

„Ende Oktober 2009 wurden nur noch 131.000 Tonnen Milch als Überschussmengen für die Milch eG gemeldet. Damit kann man nicht arbeiten, und somit wurde die Milch eG gecancelt“, so Kittler. Er könne allerdings nicht nachvollziehen, wieso nach so kurzer Zeit schon wieder ein Rückzieher gemacht werde. Denn es sei eigentlich allen klar, dass es ohne langfristige Konzepte in Schleswig-Holstein mit den 14 Meiereien so nicht weitergehen könne. Aber der Wille aller Beteiligten, etwas gemeinsam zu schaffen, habe im Laufe des Jahres, mit leicht ansteigendem Milchpreis, wieder nachgelassen. „Es waren Ende Oktober nur noch zwei von ursprünglich neun Meiereien, die Milchmengen anzubieten hatten. Die anderen haben allem Anschein nach andere Wege für den Absatz gefunden“, so Kittler.

Man müsse sich aber immer wieder vor Augen führen, dass ohne Investitionen in die Milchverarbeitungsschiene auf die Dauer in Schleswig-Holstein keine höheren Milchpreise zustande kommen würden. Von den 2,4 Millionen Tonnen Milch, die insgesamt im Land produziert werden, würden über 50 Prozent außer Landes gefahren. Die in Schleswig-Holstein verbleibende Milch wird zu 42 Prozent zu Magermilchkonzentrat verarbeitet, das ebenfalls in den Versand geht. 36 Prozent der Milch werde zu Käse verarbeitet. Ein weiteres Problem, das die Meiereien hätten, sei die jeweilige Ausstattung. „Es gibt zwei Tütenmilchabfüllungen, in Witzwort und Trittau, dann gibt es fünf Käsereien und zwei Buttereien im Land, der Rest der Meiereien hat nur Trockentürme zu bieten“, zählte Kittler auf. Er rechnete vor, dass Investitionen bei den Meiereien in Höhe von 150 Millionen Euro nötig seien, um die Mich weiterhin in Schleswig-Holstein verarbeiten zu können.

Hartmut Kittler appellierte an die Meiereien, sich weiterhin an einen Tisch zu setzen und eine Zusammenarbeit zu vereinbaren. Als Beispiel für ein Gelingen nannte er den dänischen Konzern Arla, der in den 1970er Jahren ebenfalls mit einigen Meiereien angefangen hätte. „Aber so ein Unternehmen benötigt Geduld, Zeit und Geld. Es kann nicht angehen, dass bei der kleinsten Änderung alles auseinanderbricht und jeder wieder sein eigenes Süppchen kocht“, so Kittler.

Sowohl die Politik als auch der Genossenschaftsverband könnten beim Zusammenschluss der Meiereien nur die Rahmenbedingungen schaffen und nicht etwas von oben aufdrücken. „Ich bin traurig und enttäuscht über das schnelle Ende der Milch eG, gebe aber die Hoffnung noch nicht auf, dass wir doch noch eine Lösung für einen Zusammenschluss finden werden“, sagte Kittler.

Auch der Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, Werner Schwarz, erklärte , es sei viel Energie aufgewandt worden, um die Milchwirtschaft in Schleswig-Holstein nach vorn zu bringen. Dies sei durch den Individualsinn der schleswig-holsteinischen Bauern und Meieristen torpediert worden. Auch habe der Milchhandel das Projekt nicht gewollt und den Landwirten ein scheinbar lukratives Angebot gemacht. Mit Blick auf die zur Teilnahme an der Milch eG bereiten Molkereien betonte Schwarz aber auch, dass Vertrauen gewachsen sei. Auf dieser Grundlage rechnet der Bauernverbandspräsident künftig mit verstärkten Kooperationen. „Wir müssen sehen, dass wir zu nachhaltigen Preisverbesserungen kommen“, unterstrich Schwarz.

Ann-Katrin Gerwers/AgE


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