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Bauernblatt Schleswig-Holstein

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09.04.2009 -  

Präsident Werner Schwarz ruft zur Teilnahme an der Milcherzeuger-Vollversammlung auf

Bild - Präsident Werner Schwarz ruft zur Teilnahme an der Milcherzeuger-Vollversammlung auf

Werner Schwarz: „Ich appelliere an alle Landwirte Schleswig-Holsteins, gemeinsam mit ihren Familien am 15. April nach Neumünster zu kommen. In schwierigen Zeiten muss die Landwirtschaft solidarisch zusammenstehen.“

Bauernverbandspräsident Werner Schwarz hat an alle Landwirte und ihre Familien appelliert, am nächsten Mittwoch zur Milcherzeuger-Vollversammlung nach Neumünster in die Holstenhalle zu kommen. Die Veranstaltung beginnt um 10 Uhr mit einem Milch-Frühstück. „Die Lage auf dem Milchmarkt ist wahrhaft bedrohlich“, erklärte Schwarz im Vorfeld. „In schwierigen Zeiten müssen wir zusammenstehen.“
Am Mittwoch hatte Schwarz Vertretern von Presse, Funk und Fernsehen in Kiel die Hintergründe der Situation auf dem Milchmarkt erläutert. Wie er betonte, seien die Erzeugerpreise auf einem historisch niedrigem Niveau. „Mit solchen Preisen können wir nicht leben“, sagte er.
Nach seinen Worten geht die katastrophale Marktlage auf eine rückläufige Nachfrage zurück und nicht auf eine wachsende Produktion. Fast nirgendwo in der EU werde derzeit die Quote ermolken. Die Belastungsfähigkeit der Betriebe hat ihre endgültige Grenze erreicht. „Mehr geht nicht“, betonte Schwarz.
Weltweit würden die Erzeugerpreise sinken. Selbst der Handel sei inzwischen ein Verlierer seines großen Erfolgs. Das Spiel mit dem Feuer führe, so Schwarz, auch dort zu drastisch fallenden Margen. Er forderte, dass die Politik ihre Grujndsatzentscheidung für den freien und fairen Wettbewerb erneuern müsse. Der niedrige Preis als einziges Kriterium sei Gift für den Markt. Und Gift erzeuge kein gesundes Wachstum.
Folgender Veranstaltungsverlauf ist am 15. April in Neumünster geplant: Nach einem Einführungsreferat des Bauernverbandspräsidenten, in dem er die Forderungen des Verbandes zum Ausdruck bringen wird, spricht der Gießener Agrarökonom Prof. Dr. Peter Michael Schmitz zum Thema „Die Krise am Milchmarkt – Analyse und Perspektiven“. Anschließend können Fragen an Schwarz und Schmitz gestellt werden. Dann folgt eine Podiumsdiskussion, an der neben Schwarz und Schmitz DBV-Vizepräsident Udo Folgart, Staatssekretär Ernst-Wilhelm Rabius, Milchbauer Ferdinand Feddersen und der Europaabgeordnete Reimer Böge teilnehmen werden. Moderiert wird die Diskussion von Prof. Dr. Martin Braatz. Vizepräsident Peter Lüschow spricht das Schlusswort. Anschließend gibt es für alle Teilnehmer der Veranstaltung einen kostenlosen Imbiss. Gegen 14 Uhr ist die Milcherzeuger-Vollversammlung zu Ende.
Auf einem Flugblatt hat der Bauernverband seine zentralen Forderungen zusammengefasst. Es hat folgenden Wortlaut:

Aufruf: Wir stehen zusammen!
Die Milcherzeugung steht am Rande ihrer Leistungsfähigkeit. Harte Zeiten erfordern eine hohe Solidarität. Bauern stehen zusammen!
Maßnahmenpaket des Bauernverbandes
Das Jahr 2009 droht für die Milcherzeuger zu einem verlustreichen, Existenz gefährdenden Jahr zu werden. Wir brauchen schnelle Hilfen:
1.Wir fordern zinsverbilligte Liquiditätshilfen für die Betriebe.
2.Die nationale Milchquote wird nicht erfüllt. Wir fordern daher Erleichterungen bei der Superabgabe. Sämtliche Vorauszahlungen sind auszusetzen und geleistete zurückzuzahlen.
Ziffer 1 und 2 wurden auf Druck des Bauernverbandes bereits umgesetzt.
3.Wir fordern eine Strukturentwicklung im Meiereisektor. Wertschöpfung und Marktposition müssen besser werden. Wir brauchen ein neues, schlagkräftiges Exportmarketing.
4.Wir brauchen echte Entlastungen. Der Steuersatz auf Agrardiesel muss runter. Ein deutscher Bauer zahlt 40 Cent pro Liter. Frankreichs Landwirte zahlen 0,66 Cent/Liter, dänische Bauern nur 0,33 Cent. Das tut weh! Das ist unfair! Das muss weg!
5.Wir fordern EU-Maßnahmen zur Entlastung am Milchmarkt:
Verarbeitungsbeihilfen aufrecht erhalten!
Produktionsstandards bei Milcherzeugnissen beibehalten!
Schulmilchprogramm weiter entwickeln!
Intervention und Exporterstattungen fortführen!
6.Wir fordern für das Wirtschaftsjahr 2007/2008 eine zinslose Steuerstundung!
7.Wir brauchen die steuerliche Risikoausgleichsrücklage!
transparent  


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