Bauernblatt Schleswig-Holstein
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20.03.2009 -
Milchpreisverfall in Europa
Verzögerung in Frankreich
Der dramatische Preisverfall an den Milchmärkten kommt bei den Erzeugern in der Europäischen Union mit unterschiedlichem Tempo an. Laut dem jüngsten europäischen Milchpreisvergleich des niederländischen Bauernverbandes (LTO) sank der Erzeugerpreis im Mittel der erfassten 15 Molkereien im Januar 2009 gegenüber dem Vormonat um 1,90 Cent auf 29,59 Cent/kg. Basis der Berechnung ist ein Gehalt von 4,2 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß. Weit über dem EU-Durchschnitt lagen Frankreichs Molkereien. So zahlten Danone, Lactalis und Bongrain noch jeweils mehr als 36 Cent/kg an ihre Lieferanten aus, bei Sodiaal waren es immerhin noch gut 32 Cent/kg. Zugleich hoben diese französischen Milchverarbeiter laut LTO-Angaben die Preise gegenüber Dezember 2008 noch einmal an. Ganz anders verlief die Entwicklung im übrigen Europa. So sank der Preis bei der fusionierten FrieslandCampina zum Jahresauftakt auf 27,18 Cent/kg, nach 31,80 Cent beziehungsweise 30,26 Cent bei den noch getrennt operierenden Einzelunternehmen im Vormonat. Stark war der Preisrückgang auch bei Arla mit einem Abschlag von fast 5 Cent auf 27,54 Cent/kg. Noch dramatischer als in der EU sackten die Preise in den USA ab, für die LTO im Mittel ein Minus von fast 8 Cent auf 20,28 Cent/kg ermittelte. In Neuseeland wurden praktisch konstante 16,09 Cent/kg registriert. Die von der EU-Kommission garantierte Menge zur Butterintervention wurde innerhalb von vier Tagen vollständig ausgeschöpft. Es wurden 30.000 Tonnen Butter zu einem Festpreis angekauft. Dabei entfielen 3.518 Tonnen auf Deutschland, 8.707 Tonnen auf die Niederlande und 6.138 auf Frankreich. Der Ankauf im Ausschreibungsverfahren wird fortgesetzt. Im Rahmen der Intervention für Magermilchpulver wurden nach Angaben der EU-Kommission insgesamt 43.182 Tonnen Ware eingelagert, darunter knapp 13.000 Tonnen aus Deutschland und gut 10.000 Tonnen aus Frankreich.b
Auszahlungen in Deutschland weiter gesunken
Am Milchmarkt in Deutschland hat sich der Rückgang der Erzeugerpreise auch im Januar fortgesetzt. Nach Schätzungen der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) erhielten die Milchviehhalter in den ersten vier Wochen dieses Jahres im Bundesdurchschnitt nur noch 25,6 Cent/kg für Milch mit einem Gehalt von 3,7 % Fett und 3,4 % Eiweiß. Damit verringerte sich der Erlös gegenüber Dezember um 2 Cent/kg; im Vergleich zum Januar 2008 betrug das Minus sogar 13,5 Cent/kg. Im Januar 2009 notierten die Preise deutschlandweit niedriger als gegen Ende 2008; dabei fiel der durchschnittliche Rückgang mit 2,1 Cent/kg auf 25,9 Cent/kg in den alten Bundesländern höher aus als in den neuen Bundesländern, wo die Molkereien im Mittel 24,7 Cent/kg und damit 1,6 Cent /kg weniger als im Dezember auszahlten. Die niedrigsten Preise wurden erneut im Norden gewährt: Schleswig-Holstein war mit 20,6 Cent/kg im Berichtsmonat das Bundesland mit dem schlechtesten Auszahlungspreis; im Monatsvergleich betrug der Rückgang hier 2,4 Cent/kg. In Niedersachsen zahlten die Molkereien laut ZMP im Mittel nur noch 22,9 Cent/kg. Dem gegenüber erzielten die Milchlieferanten in Hessen erneut die höchsten Preise bundesweit; mit durchschnittlich rund 30 Cent/kg betrug der Abstand zum Dezember dort 1,8 Cent/kg. Sachsen und Sachsen-Anhalt verzeichneten mit jeweils gut 1 Cent/kg den geringsten Preisrückgang.Die Spanne zwischen den Bundesländern vergrößerte sich nach Angaben der Bonner Marktbeobachter auf 9,4 Cent/kg. Die Erlöse bei Milchprodukten stabilisierten sich in den vergangenen Wochen auf niedrigem Niveau, wobei für Magermilchpulver Preise unterhalb des Interventionsniveaus verzeichnet wurden. Mit Blick auf die weitere Preisentwicklung hielten sich die Analysten bedeckt. Unklar ist laut ZMP, ob von der seit Anfang März laufenden Intervention positive Impulse auf die Milcherzeugerpreise ausgehen oder ob die hohen Bestände an Milchprodukten weiterhin Druck ausüben werden. b





