Schleswig-Holstein

Zum Buch Nord-Ostsee-Kanal: Begegnungen

Pferd und Reiter

25.06.2010 -  

Zweite Ostsee-Distanz mit Landesmeisterschaft

Bild - Zweite Ostsee-Distanz mit Landesmeisterschaft


Andrea Renken und ihre neunjährige Tochter Anna-Lee aus Trittau gewannen den 52-Kilometer-Wettbewerb für arabische Rassen. Foto: Edgar Schrader


104 Kilometer durch die Holsteinische Schweiz


Im Rahmen der zweiten Ostsee-Distanz fand, erstmals seit zehn Jahren, die Meisterschaft für die Schleswig-Holsteiner und Hamburger Distanzreiter statt. Wie auch im vergangenen Jahr war der Veranstaltungsort der Reiterpark Max Habel in Süsel. Neben der Meisterschaftsstrecke über 104 km fanden auch Begleitritte über 30 und 52 km statt. Die anspruchsvollen Strecken führten durch einige Wälder, über Feldwege, gemähte Felder und bis auf den 168m hohen Bungsberg, Schleswig-Holsteins höchste Erhebung. Eigens für den von Kirsten Baginski organisierten Distanzritt hatten Landwirte und Förstereien die Wege für Reiter freigegeben.


Knapp 50 Reiter hatten für den Ritt genannt, am Ende waren es dann 39 Reiter und Pferde die an den Start gingen. Um 6Uhr am Sonnabend starteten die Reiter der langen Strecke. Trotz kühler Temperaturen zu dieser Uhrzeit setzte sich im Laufe des Tages die Sonne durch und bescherte den Reitern ideales Sommerwetter. Die Reiter der Strecke über 52 km starteten in kleinen Gruppen ab 8 Uhr im Reiterpark und die 30-Kilometer-Reiter machten sich ab 9.30 Uhr auf die Strecke.


Auch wenn am Vortag die Pferde gründlich von den Tierärzten untersucht worden waren und nur bei vollständiger Gesundheit eine Startgenehmigung bekamen, gab es auf der Strecke weitere Untersuchungen der Tiere. Dies sollte vor allem eine Überlastung verhindern.


Familie Hanssen stellte den Hof Gamal bei Eutin für die erste Kontrolle nach 10 km zur Verfügung. Die geschulten Helfer des Ostsee-Distanz-Teams kontrollierten hier den Puls und den Trab der Pferde auf Unregelmäßigkeiten. War alles in Ordnung, konnten die Reiter den Bungsberg in Angriff nehmen. Nach dieser Etappe gab es eine zweite Kontrolle auf dem Hof der Familie Wermter. Hier kontrollierten die Tierärzte die Pferde und die Reiter mussten eine Zwangspause einlegen. Danach ging es auch schon wieder zurück in Richtung Reiterpark, wo unter viel Applaus jeder Reiter im Ziel begrüßt wurde. Das Motto lautete „Angekommen ist gewonnen“ und das zeigte jeder Teilnehmer mit einem strahlenden Lächeln, als er die Ziellinie überritt. Doch mit dem Erreichen des Ziels war der Wettkampf noch nicht beendet. Auf jedes Pferd wartete eine Nachuntersuchung und erst wer diese bestand, hatte eine Platzierung sicher.


Bei den beiden kürzeren Streckenlängen gab es jeweils einen Wettbewerb für Pferde aller Rassen und einen für Pferde mit arabischer Abstammung. Den 30-Kilometer-Wettbewerb für alle Pferderassen konnte die Lübeckerin Vanessa Heinrich auf der Haflingerstute Bacardia für sich entscheiden. Ihr folgten Dr. Nicole Rosenkranz aus Eutin auf der Trakehnerstute Lilith und Janina Kindt aus Mönchneversdorf auf New-Forest-Stute Maiblume, die sich den zweiten Platz teilten. Bei der Wertung auf der gleichen Strecke für arabische Rassen platzierten sich die Schleswig-Holsteinerinnen Dr. Angela Requate auf KA Sharani auf dem zweiten und Jessika Heinrich aus Krummesse auf ihrer Stute Samyra auf dem dritten Platz. Gewinnerin der Herzen wurde bei diesem Ritt eine blinde Reiterin, die gemeinsam mit ihrer Freundin die 30 km völlig eigenständig bewältigte.


Wie bereits im Vorjahr konnte Jasmin Emmrich aus Itzehoe auf dem Andalusier-Mix Dusty den Sieg über die 52 km für alle Rassen für sich verbuchen. Mit einer Reitzeit von vier Stunden und einer Minute entsprach das einem Durchschnittstempo von 12,95 km/h. Gemeinsam auf Platz zwei konnten sich die Sylter Martin Jacobs auf Laika von Lindow, einem Mecklenburger und Claudia Nagel auf Morgaine, einem Deutschen Reitpferd platzieren. Den Sieg auf dem 52-Kilometer-Wettbewerb für arabische Rassen sicherten sich Andrea Renken auf Muhbarah und ihre erst neunjährige Tochter Anna-Lee Renken auf Shams s’Amour aus Trittau. Platz drei teilten sich Iris Petrikat aus Osterbyholz auf ihrer Stute Eroica und Bettina Voß aus Schinkel auf der Shagya-Araber-Stute Tsarin.


Erste Schleswig-Holstein/Hamburg Meisterin im Distanzreiten nach zehn Jahren ohne Meisterschaft wurde die 19-jährige Hamburgerin Jasmin Oeding-Rose auf dem Arabischen Vollblut Zamil, der ihr von Klaus Denart zur Verfügung gestellt wurde. Von den Tierärzten bekam der 14-jährige Hengst, der die 104 km lange Strecke in acht Stunden und einer Minute zurücklegte, zudem den begehrten Konditionspreis verliehen. Zweite wurde die Trittauerin Stefanie Stuke auf Serenity Bt Aristu.


Saskia Storm


 


transparent  


[Gesamtansicht] · [drucken] · [top]