Schleswig-Holstein

Zum Buch Nord-Ostsee-Kanal: Begegnungen

Pferd und Reiter

19.02.2010 -  

Körung des Pferdestammbuches Schleswig-Holstein/Hamburg

Bild - Körung des Pferdestammbuches Schleswig-Holstein/Hamburg

Foto 1: Auch wenn, wie bei den Schottischen Highlandponys, nur ein Hengst zur Körung angemeldet war, musste er sich beweisen. Curacao überzeugte und wurde gekört.

Foto 2: Siegerhengst bei den Deutschen Reitponys wurde Steendieks Prince of Glory von Peter Boege aus Schoenhorst. Er setzte sich gegen 40 Mitbewerber durch.

Fotos: Silke Müller-Uloth


Aufmarsch der vielfältigen Vererber


Trotz Schneechaos kamen Züchter aus Hamburg und allen Gegenden von Schleswig-Holstein mit ihren Hengsten in die Holstenhallen Körung des Pferdestammbuches Schleswig-Holstein/Hamburg. 137 große, kleine, stämmige, schlanke, aufgeregte oder ruhige Hengste wurden den Prüfkommissionen vorgestellt.


Der Vorsitzende des Pferdestammbuches, Hans-Heinrich Stien, zeigte sich am Körwochenende entspannt. „Die Vorbereitungen sind gut gelaufen, die Zahl der Hengste hält sich seit einigen Jahren konstant, wir haben wieder eine schöne Mischung an Hengsten und viele tolle Reiter und Fahrer haben sich für das Showprogramm angekündigt“, erklärte er seine Ruhe. Eine neue Rasse war nicht vertreten, dafür aber traditionell viele Islandpferde- und Deutsche Reitponyhengste. Um die Anzahl der Deutschen Reitponys bei der Körung etwas einzuschränken und somit dem Wunsch der Züchter nach einer nur drei Tage dauernden Veranstaltung nachzukommen, hatte das Pferdestammbuch im Vorwege eine Auswahl durchgeführt. „Wir hatten Anmeldungen für 65 Reitponyhengste. 40 haben wir zugelassen, und 21 wurden gekört“, erläuterte der Vorsitzende, der selbst Islandpferde, Shettys und Deutsche Reitponys zu Hause hat.


An der guten Laune Hans-Heinrich Stiens änderte sich im Laufe des Wochenendes nichts: „Es ist alles gut gelaufen: Wir hatten keine Unfälle, die Schau ist richtig gut rüber gekommen, und insgesamt 63 Hengste wurden gekört.“


Dass die Veranstaltung so glatt laufen konnte, hatten die Organisatoren auch den Betreibern der Halle zu verdanken. „Die Unterstützung von Seiten der Betreiber ist sehr professionell. Die Vortrabstrecke vor der Halle wurde mit warmem Wasser abgetaut und sehr umsichtig mit Salz und Sand gestreut“, erläuterte Stien die Enteisung. Nebenan auf dem Parkplatz türmten sich meterhohe Schneehaufen. „Das Wetter hat die Züchter nicht abgehalten, zu kommen. 137 Hengste wurden uns vorgestellt. Das ein paar fehlen, ist völlig normal. Es kann immer etwas dazwischen kommen. Der Schnee hat aber dazu geführt, dass wir für unsere Schau deutlich weniger Zuschauer hatten“, bedauerte Stien.


Für ihn sind die Pferdefreunde, die für die Schaubilder trainieren und anreisen, neben den Züchtern und den rund 70 Helfern die wichtigsten Akteure der Veranstaltung. „Die Reiter und Fahrer betreiben einen großen Aufwand, um hier für ein paar Minuten, kostenlos aufzutreten. Das wissen wir sehr zu schätzen, denn das Schauprogramm ist die Basis und die Garantie für den Erfolg dieser Veranstaltung“, lobte Stien. Trotz ein paar fehlender Zuschauer war die Stimmung bei der Schau ausgelassen.


Gut gelaunt war auch die Gewinnerin des Verlosungsponys. „Das hat eingeschlagen wie eine Bombe“, berichtete Jutta Schlüter, Vorstandsmitglied des Pferdestammbuches. Das junge Mädchen mit geistiger Behinderung war mit ihrer Gruppe der Glückstädter Werkstätten nach Neumünster gereist. Schon seit Jahren kommen die Betreuer dieser Einrichtung mit ihren Gruppen nach Neumünster und kaufen Lose. In diesem Jahr klappte es, und das Mädchen und ihre Freunde freuten sich ausgelassen. „Die Jugendlichen waren so glücklich, dass sie in die Luft gehüpft sind“, erzählte Schlüter. Momentan wird mit der Familie des Mädchens überlegt, ob die Gewinnerin das eingefahrene Verlosungspony, einen dreijährigen Shettlandpony-Wallach namens Holsteins Hip-Hop, auch wirklich halten kann. Erst wenn eine artgerechte Haltung gewährleistet ist, wird das Pony den Gewinnern ausgehändigt. Vielleicht hat der liebe und ruhige kleine Wallach nun eine Zukunft als Therapiepferd, dann hätte das Los es wohl nicht besser treffen können.


Lena Dittmer

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