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"Technikallergisch" sollte man nicht sein, wenn man, wie Kristin, Multimedia Produktion studiert. Fotos: Kathrin Iselt-Segert

Björn (r.) bediente die Kamera. Jannis war Tonspezialist und arbeitete mit am Drehbuch.

Sich Geschichten auszudenken, das hat Kristin Jahnke schon als Kind gern gemacht. Jetzt studiert die 24-Jährige Multimedia Production an der Fachhochschule in Kiel und möchte später gern Drehbücher schreiben und Regie beim Film führen. Ihr bisher spannendstes Praktikum hat sie bei der Produktion zu Fatih Akins ("Gegen die Wand", "Tschick") neustem Film absolviert. Ihr bisher größtes eigenes Filmprojekt aber waren vier Imagefilme, die zu sie zusammen mit ihrem Studienfreund Jannis Lippisch und Kameramann Björn Kurtenbach für den Bauernverband Schleswig-Holstein gedreht hat und die jetzt auf YouTube und Facebook anlaufen.

Für Kristin und ihr Team liegt der aufregendste Moment schon etwas zurück, nämlich der, als sie den Mitwirkenden und dem Auftraggeber das erste Mal diese Filme zeigten. Doch der Reihe nach: Vorausgegangen waren Drehtage mit einer Herdenmanagerin, bei einem Schweinebauern und auf einem Ackerbaubetrieb. Die drei haben in verschiedenen Besetzungen wochenlang gedreht, immer wieder an der Idee gefeilt. Schließlich waren eine große Festplatte voller Filmmaterial aus zwei Kameras, Gopro und Video-Copter zusammengekommen.

Kristin will lieber gar nicht wissen, wie viele Stunden Rohmaterial das insgesamt waren. "Das Schneiden für den 30 Sekunden kurzen Kinotrailer war auf jeden Fall brutal." Hinzu kamen Farbkorrektur, Nachvertonung, Off-Texte einsprechen. Und für Jannis und Kristin beim Produzieren immer wieder der Gedanke im Hinterkopf, sich bloß nicht in Fachbegriffen zu verrennen und zu hinterfragen, ob der Film auch für Menschen einen Sinn ergibt, die nicht vom Land kommen, erzählt Kristin.

"Drillen war zum Beispiel ein Begriff, den Jannis nicht kannte", erinnert sie sich gut. Für die Studentin, die auf einem Ackerbaubetrieb groß geworden ist, kein Thema – da kommt halt die Saat in den Boden. Aber wissen das alle? Auch bei anderen Details war es eine "gesunde Ergänzung", mit Jannis zu sprechen, der eher den Blick von außen hatte.

Aber auch für sie selbst gab es Begriffe, die sie zwar nicht erst in Vorbereitung auf dem Film, aber zuvor überrascht hatten, wie die Herdenmanagerin auf einem Hof. Erst habe sie gedacht, man wolle sie veräppeln. Am Ende leuchtete ihr der Begriff ein und lieferte sogar den Einstieg in eine der drei Geschichten.

Storytelling ist eine von Kristins Lieblingsdisziplinen. "Ich erzähle gern Geschichten in Bildern, damit kann man Menschen erreichen und berühren." Das wollte Kristin auch mit den Imagefilmen. Umso schöner war für die jungen Filmemacher die Reaktion nach der ersten Vorführung vor den Mitwirkenden. "Sie haben sich zum Glück total gefreut", sagt Kristin mit einem Lächeln.

Für sie selbst sei es ein besonderer Moment gewesen, den Trailer im Kino auf der riesigen Leinwand zu sehen. Als auch die Reaktion beim Auftraggeber, dem Bauernverband, positiv ausfiel, hatte sich für die drei die Anstrengung gelohnt. Übrigens auch die, Blitz und Gewitter selbst aufzunehmen, kein Filmelement zuzukaufen.

Im Team zu arbeiten, sich "reinzuhängen", wenn ein Projekt ansteht, hat Kristin nicht erst beim Studium gelernt. Mit 13 hatte sie bereits die Idee, gleich nach dem Abitur nach Neuseeland zu gehen. Ab 16 nutzte sie jedes Jahr in den Sommerferien, um zu arbeiten und darauf zu sparen. Als es so weit war, stand fest, dass es etwa "Kreatives" sein sollte. Sie hatte Glück und konnte in Auckland ein Praktikum in einer Non-Profit-Organisation für Special Effects und Make-up machen. Dabei habe sie unter anderem einen Einblick erhalten, wie Masken, sogenannte Prosthetics, und Make-up entstehen und wie den Hobbits oder den Na'vi in "Avatar" die Ohren angeklebt wurden.

Nach diesen Erfahrungen stand für die weit gereiste Abiturientin endgültig fest, in welche Richtung es gehen sollte. Sie informierte sich über das Studium für Multimedia Production und fand damit in Kiel genau das Richtige für sich. Auch wenn es kein klassisches Studium in Richtung Regie sei und ihr Fächer wie Medienrecht und Programmieren nicht genauso viel Spaß machten wie das Drehbuchschreiben, ist die Studentin froh über die vielfältige Ausbildung. "So weiß man, wie verdammt aufwendig zum Beispiel das Compositing ist, bei dem 3D-Animation und Realfilm kombiniert werden."

Den kompletten Beitrag findet Ihr in der Bauernblatt-Ausgabe 19/2017 unter der Rubrik "Schättruum" und in der Bauernblatt-App.

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