Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

Ganz gechillt sieht Fabian seinem Auftritt im Pferdetheater Nordpferd als Lasse entgegen. Beim Pferdetheater nicht nur als Darsteller, sondern auch mal als Reiter dabei zu sein, ist sein großer Traum. Foto: Assia Tschernookoff

Wenn am nächsten Wochenende die Nordpferd in den Holstenhallen Neumünster ihre Tore öffnet, dann geht am Freitag und Sonnabend auch der Vorhang auf für die Premiere von "Spirit - Labyrinth der Macht": ein fantasievolles, spannendes Theaterstück, das nicht nur was für Pferdeverrückte ist. Der einzige Laiendarsteller ist gerade mal zehn Jahre alt, heißt Fabian Tams-Detlefsen und kommt aus Owschlag. Schättruum hat ihn vor der Show besucht.

Es ist bereits Fabians dritter Auftritt in der Abendshow der Nordpferd, die alle zwei Jahre stattfindet. "In ,Ghost' tanzte ich als kleiner Geist mit", erinnert sich Fabian, "das war eine reine Statistenrolle. Ich hatte meine Mutter so lange genervt, bis sie mit mir zur Probe gefahren ist." Zwei Jahre später bekam er in "Magic" bereits eine kleine Sprechrolle. "Aber Opa, ich liebe sie so", war der Satz, den er als Enkel des Teufels vor großem Publikum aufsagte. In "Spirit" heißt er Lasse und schlüpft in die Rolle des Sohnes von Pferdehofbesitzer Arved, der von der Macht der Gier ergriffen wird. Elf Sprecheinsätze sieht das Manuskript des Zweiakters für ihn vor, die er alle auswendig lernen muss. Angst vor dem Auftritt habe er keine, sagt Fabian, aber er gibt zu: "Ein bisschen Kribbeln im Bauch schon."

"Fabian ist sehr mutig", meint Drehbuchautorin Birgit Wolf voller Anerkennung. "Er ist der einzige Laiendarsteller und noch dazu bei Weitem der jüngste. Alle anderen Schauspieler sind erwachsene Profis." In der Schule macht Fabian von seinem Auftritt kein großes Aufheben: "Da bin ich ein Geheimniskrämer." Dass er auf dem Theaterplakat ist, finden seine Freunde allerdings ziemlich cool. "Beim Fotoshooting habe ich auch die anderen Schauspieler kennengelernt."

Sprechproben per WhatsApp
Die Generalprobe ist erst am Donnerstag, einen Tag vor der ersten Aufführung. Bis dahin muss alles sitzen. Mit Birgit Wolf hat der Schüler seine Dialoge nur ein einziges Mal persönlich durchgeprobt. Dabei studierte sie mit ihm vor allem ein, wie er die Worte betonen und welche Gefühle er in seinen einzelnen Parts zum Ausdruck bringen sollte: mal enttäuscht und genervt, mal fröhlich und glücklich. In der Zwischenzeit übt er mit seiner Mutter fleißig weiter und mit Birgit Wolf stimmt er sich übers Handy ab. "Ich spreche die Sätze aufs iPhone und wir schicken die Aufnahmen per WhatsApp hin und her." Bei manchen Sätzen tut er sich noch ein bisschen schwer, andere gehen ihm ganz leicht von den Lippen. Sein absoluter Lieblingssatz: "Ring aus Eis? Hat die 'nen Vertrag mit Langnese oder was?" Der bezieht sich auf die Gier, die in Gestalt der Eisreiterin Lasses Vater einen magischen Ring aus Eis ums Herz legt und damit das Unheil heraufbeschwört. Gespielt wird diese Rolle von Linnéa Stöcker, die auf ihrem jungen Isi-Hengst vorreitet. Die Kieler Studentin ist genau wie Fabian übers Kindercasting zur Nordpferd gekommen. Von 58 Kandidatinnen ergatterte sie vor sechs Jahren die Rolle der Elfe in "Dreams - denn Wunder geschehen". Seither ist sie immer dabei; in "Spirit" das erste Mal zu Pferd.

Mit Kühen, Katzen, Storch und Hühnern auf dem Hof
In einer Show zu reiten, das ist auch Fabians großer Traum: "Am allerliebsten mit Mini." Mini ist eine Ponystute, die ihm von den Züchtern Bahrenfuss und Kless aus Klein Bennebek zur Verfügung gestellt wurde. Sechs Fohlen hat Mini zur Welt gebracht. Jetzt hat Fabian ihr Talent zum Springen erweckt: "Dressur mögen wir beide nicht so gern." Ein E-Springen hat er bereits gewonnen. In dieser Saison will er in der A-Klasse angreifen. Doch er will noch höher hinaus. Große Springturniere zu reiten, ist sein sportliches Ziel. Reiten und Pferde waren schon von klein auf seine Leidenschaft. Kaum dass er stehen konnte, hat er eifrig die Beine von Mamas großem Holsteiner geputzt. "Höher kam er ja nicht", lacht seine Mutter Uta. Mit drei bekam er Rudolf - Rudi genannt - geschenkt; ein Welsh Pony, das heute sein jüngerer Bruder Bastian reitet. Alle drei Pferde stehen auf dem eigenen Hof, der früher mal ein großer Reitstall war. Jetzt ist es ein Milchkuhbetrieb. Außer den Kühen leben dort noch die fünf Katzen Kürbis, Knickohr, Hexe, Schwarzer und Süße, vier Hühner, zwei Hamster und der Storch Karlsson: "Der Storch kam aus Schweden und ist nach einem kleinen Abstecher nach Hannover über Winter vor zwei Jahren bei uns geblieben", erzählt Fabian und er weiß, dass das Nest heiß begehrt ist, "weil es so ziemlich das höchste in der Region ist".
Tieren zu helfen, ist die Passion der beiden Brüder. Sie haben etliche Vögel gerettet und einen Igel durchgefüttert ("Der hat immer unsere Socken geklaut.") - und eine Ente großgezogen: "Sie hatte sich im Garten verirrt und sollte nicht auf dem Grill landen." Zum Leidwesen ihres Vaters befreien sie auch die Mäuse aus den Fängen der Katzen. Später möchten sie aus dem elterlichen Bauernhof eine Tierarztpraxis machen. So ist der Plan, den Fabian zielstrebig verfolgt. Wenn er dieses Jahr aufs Gymnasium kommt, will er Latein als Fach wählen. "Das brauche ich ja fürs Tiermedizinstudium." Und auch das weiß er schon: Schauspielerei und Reiten bleiben in jedem Fall seine Hobbys.

nach oben

Hinweis zur Nutzung von Cookies

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter.