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Wurden auf der Walz Freunde: Zimmermann Philipp und Bäcker Daniel (re.). Die beiden wanderten und flogen von Europa über Dubai bis nach Neuseeland. Foto: Lars Franzen

Zimmermänner gehen auf die Walz. Aber Bäcker? Diese Frage beschäftigte Daniel Lorenzen schon als kleiner Junge, weil sein Onkel in Wanderkluft unterwegs war. Der Joldelunder wäre deshalb beinahe Zimmermann geworden. Dann aber setzte sich doch das Bäckergen durch, das er in vierter Generation in sich trägt. Auf die Wanderschaft ging er trotzdem.

Als ihn nach der Bäckerlehre in Drelsdorf und zwei Gesellenjahren in Hamburg das Fernweh packte, dachte er zunächst an Work and Travel in Australien und Neuseeland. Bis ein Freund zu ihm sagte: "Geh doch einfach auf die Walz!".

"Wie cool das sein muss", sei damals sein erste Gedanke gewesen. Doch die Realität riss ihn schnell aus der Verklärung: "Wie geht man eigentlich auf die Walz?" Es folgten Telefonate mit der Handwerkskammer bis hin zum Zentralverband des deutschen Bäckerhandwerks in Berlin. Keiner wusste, wie es funktioniert, bis ihm ein Geselle den Tipp gab: "Du musst dir einen Wandergesellen suchen, der dich mitnimmt." Aber wo findet man diesen?

Schließlich bekam Daniel einen Tipp: eine Kneipe auf St. Pauli, die ein Treffpunkt der Wandergesellen ist. Mit Herzklopfen habe er sich auf den Weg gemacht. Er erinnert sich noch gut: "Bei den Gesellen herrschte ein rauer Ton und natürlich konnte ich mir nicht einfach an so einem Abend einen Gesellen aussuchen, der mich mitnimmt." Schließlich bekam er wenigstens noch den Tipp, in zwei Wochen nach Trier zu einem großen Treffen von Wandergesellen zu kommen.

Er trampte – zum ersten Mal in seinem Leben – die fast 900 km. Was er in der Römerstadt in Rheinland-Pfalz erlebte, begeisterte ihn von der ersten Minute an: eine Zusammenkunft aller Gewerke. Der Maurer half in der Küche, die Schneiderin werkelte auf dem Dach. "Alle waren interessiert, was der andere macht. Das war eine völlig andere Welt", gerät der Joldelunder noch heute ins Schwärmen, wenn er auf diese Tage vor neun Jahren zurückblickt.

Der Junge aus dem Norden fand schnell Zugang. Dass er Schlagzeug und Klavier spielt, tat dem Kennenlernen keinen Abbruch. Dann aber kam die Frage, wer ihn denn nun mitnehme. Die Antworten waren ernüchternd: "Bist ein feiner Kerl, aber ich hab gerade einen Junggesellen losgeschickt." oder "Wir beide passen nicht zusammen."

Enttäuscht machte sich der damals 22-Jährige auf den langen Heimweg. Er klammerte sich an die Aussicht, dass zwei Wochen später, wenn von Trier aus viele Gesellen ihre Wanderschaft fortsetzten, noch eine Chance bestehe. Also trampte er erneut in die Römerstadt.

Damals habe er nicht gewusst, dass das alles schon Teil der Prüfung war. Die Altgesellen hatten den "Neuen" längst genau unter die Lupe genommen. Heute, nachdem er auf seiner Wanderschaft selbst einen Junggesellen mitgenommen hat, weiß Daniell warum: "Der Altgeselle begleitet einen die ersten drei Monate. Das kostet ihn ein Vierteljahr seiner eigenen Reisezeit und er muss mit diesem Typen gut klarkommen, sonst funktioniert das nicht."

Bei ihm hieß der Altgeselle Steffi. Die taffe Schreinerin, die zu den etwa 20 % Frauen unter den Wandergesellen gehört, kam erst mal nach Hamburg und verschwand zwei Stunden, um in seiner Wohnung ein Bad zu nehmen. Eine Badewanne habe sie schon lange nicht mehr genießen können, erklärte sie dem verdutzten Bäckergesellen. Doch dann erlöste sie ihren schon ganz hippeligen Neuling und fuhr mit ihm zum Schneider.

Was Daniel alles erlebte, nachdem seine Reise dann endlich losging, lest ihr in der Bauernblatt-Ausgabe 11/2017 unter der Rubrik "Schättruum" und in der Bauernblatt-App.

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