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Große Herausforderung: Achtklässler der Möllner Gemeinschaftsschule, hier mit Lehrer Timo Möller (6. v. r.), sanieren diesen Massey-Ferguson 35X. Bei der Übergabe im Herbst sah er auf jeden Fall noch wie ein Traktor aus, inzwischen ist er in seine Einzelteile zerlegt. Foto: privat

Alle mussten vor Ostern mit anpacken, um den schweren Motorblock auf den Anhänger zu wuchten. Beim Landmaschinenhändler sollen Zylinderkolben und Laufbox ausgetauscht werden, weil der Motor zu viel Öl verbraucht. V. li.: Julian Bürger, Azubi Jesse Lutterbeck, Maurice Poggensee und Lehrer Timo Möller. Foto: Silvie Domann

Das Geräusch von Metall auf Metall ist nicht zu überhören. Jona Heitling befreit den roten Traktorschalensitz vom Rost. Dazu hat der 14-Jährige eine Flex mit einer Stahlbürste versehen, mit der er nun sorgfältig das Eisenoxid entfernt. Auch die übrigen Achtklässler des Wahlpflichtunterrichtes Technik der Möllner Gemeinschaftsschule sind aktiv. Der Motorblock des Traktors soll verladen werden. Sie schaffen Holzplanken, riesige Zwingen und eine Sackkarre heran. Die Möllner Jugendlichen stellen sich einer großen Herausforderung, sie wollten einen Massey-Ferguson 35X teilsanieren.

Ursprünglich! Inzwischen hat sich herausgestellt, dass der Oldtimer eine Komplettsanierung benötigt. Der Motor verbraucht zu viel Öl und muss repariert werden.

Die Zeit drängt, am 13. Juni ist die Abschlusspräsentation des Projektes an der Kieler Fachhochschule. Dort wollen die Schüler mit ihrem MF 35X vorfahren. Bei drei Zeitstunden Technik mit Lehrer Timo Möller in der Woche kein einfaches Unterfangen. So geht das Projekt weit über die Unterrichtszeit von Lehrer und Schülern hinaus. Zum Beispiel hat schon das Aufpumpen der Räder fünf Stunden gedauert.

Mehr Ahnung als der Lehrer

Zum Glück haben die 15 Jungen und ein Mädchen Hilfe von Kooperationspartnern aus dem Möllner Umland wie Mika-Automobile, Lackiererei Vorkamp, den Landmaschinenhändlern Doormann und Kopplin sowie den Möllner Berufsbildungszentrum. Und auch zwei ehemalige Schüler konnten sie als Ratgeber mit in den Traktor holen. "Justin und ich lernen Land- und Baumaschinenmechatroniker", erklärt Jesse Lutterbeck, Azubi bei LVD Krone in Alt-Mölln.

Sein Kumpel Justin lernt bei Keßler in Breitenfelde. Als er von dem Traktorprojekt hörte, habe er sich anfangs geärgert. Er hätte sich so etwas Tolles auch für seine Schulzeit gewünscht. "Doch nun mache ich doch noch mit", sagt der 17-Jährige und kommt ins Schwärmen. Gerade bei den Motorarbeiten habe er helfen können. "Davon haben Justin und ich nun schon etwas mehr Ahnung als Herr Möller", sagt er und schmunzelt. Es sei ein gutes Gefühl, den Jüngeren Dinge erklären zu können.

Positiv sei auch die andere Art des Lernens. "Im Betrieb sind Justin und ich die Azubis und wir müssen lernen, hier lernen wir das Gleiche, nur auf eine ganz andere Art." Auch Lehrer Möller, der für das Projekt brennt, ist über so viel fachliche Kompetenz froh. "Wir haben viel Unterstützung und ich danke den Betrieben dafür."

Zu Beginn des Schuljahres hatten Schüler und Lehrer eine Einführung ins Projektmanagement erhalten. So gebrieft teilten sich die Schüler in die fünf Teams Planung, Beschaffung, Fertigung, Infrastruktur und Dokumentation auf; Julian Bürger hat die Projektleitung übernommen. "Unser Ziel ist es, den Traktor durch den TÜV zu bekommen", erzählt der 15-Jährige.

Oldtimer vom Pastor

Doch der Oldtimer musste erst einmal gefunden werden. Freunde und Bekannte wurden gefragt, letztlich kauften sie dem ehemaligen Nusse-Behlendorfer Pastor, Torsten Reimer, den Traktor für 2.500 € ab. Das Geld dafür stammt aus der Förderung von LüttIng, 5.000 € sind bewilligt.

Bereits im Vorwege hatten sich die Teams um eine Unterbringung des Fahrzeugs gekümmert. Ein Container als kurzfristige Lösung sollte es sein. Doch dazu war erst einmal ein Bauantrag erforderlich. Das Team Infrastruktur fertigte Skizzen an, steckte den Platz für den Container ab und erhielt einen ersten Einblick in das gemeindliche Baurecht. "Den Trecker zu reparieren ist einfacher als einen Bauantrag zu stellen", stellt Kai Scheffing (14) im Nachhinein fest.

Drei Monate benötigte der Bauantrag, sodass der Trecker einige Monate unter einer Plane im Hof vor dem Lehrerzimmer stehen musste. Detailliert berichten die Schüler über ihr Projekt, erzählen von Problemen, deren Lösung, was sie schon alles geschafft haben und welche Aufgaben noch auf sie warten. Das ist schon fast Routine. Anfang März haben die Achtklässler ihre Präsentation vor einer Jury aus Vertretern der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, der Technischen Akademie Nord und des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur gehalten und die Erwachsenen damit begeistert.

Den kompletten Beitrag lest ihr in der Bauernblattausgabe 14/2018 unter der Rubrik "Schättruum" und im digitalen Bauernblatt.

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