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Coolcom J J ist der einzige Connemara-Deckhengst, der zurzeit in Schleswig-Holstein steht. Foto: privat

Leistungsbereit wie ein Pferd, anspruchslos wie ein Pony. So jedenfalls lautet der Ruf des Connemaras. Ursprünglich halbwild in der Hügel- und Steinlandschaft Westirlands aufgewachsen, lebten und arbeiteten die Ponys bei den irischen Bauern und wurden wie echte Familienmitglieder behandelt. Auch in Deutschland sind die Allrounder bekannt und beliebt. Auf Gestüt Twinstar in Kleinvollstedt, Kreis Rendsburg-Eckernförde, züchtet Sabine Koste seit vielen Jahren diese Rasse. Ihre Käufer kommen aus ganz Deutschland, im vergangenen Jahr hat sie sogar einen Junghengst nach Frankreich verkauft.

Sabine Kostes Pferdeleidenschaft begann in frühester Kindheit, allerdings legte sie während ihres Biologiestudiums eine Reitpause ein. Als sie später aufs Land zog, entdeckte sie die ersten Connemaras auf einer Koppel. Es stellte sich heraus, dass diese ihrem Nachbarn gehörten, einem Züchter, der seine Ponys auch regelmäßig auf Schauen vorstellte. Bei ihm lernte Sabine Koste das Einmaleins der Connemara-Zucht.

Einige Jahre später kaufte sie ein falbfarbenes Stutfohlen namens St. Corrie Dun, die heutige Stammstute ihrer eigenen Zucht. Zurzeit leben auf Gestüt Twinstar 16 Connemara-Ponys. "Sieben Zuchtstuten, ein eingetragener Deckhengst und einige Jungtiere. Den Hengst, Coolcom JJ, habe ich als Jährling direkt aus Irland importiert. Im vorletzten Jahr deckte er drei meiner eigenen Stuten, und alle Fohlen erhielten eine Fohlenprämie. Seit diesem Jahr steht er auch für andere Stuten als Deckhengst zur Verfügung", erzählt die Züchterin.

"Connemaras sind aufmerksam, freundlich, sanft und vor allem sehr menschenbezogen", beschreibt Koste die Eigenschaften dieser Rasse. Dies macht sich ihrer Erfahrung nach auch beim Einreiten bemerkbar. "Dabei gibt es nur selten Probleme. Viele Connemaras werden sogar ganz nebenbei im Gelände angeritten. Andererseits sind sie aber auch keine Schlaftabletten.

Sie gehören zu den größten Ponyrassen und verfügen durchaus über Power. Die Ausbildung sollte sehr ruhig und behutsam vor sich gehen, ansonsten kann es sein, dass sie aufdrehen, hektisch oder nervös werden", sagt sie. Connemara-Ponys gehören zu den spätreifen Rassen. "Sie sind erst mit ungefähr sechs Jahren voll ausgewachsen. Nach dem Anreiten mit drei oder vier Jahren sollten sie zunächst nur leicht gearbeitet werden und immer wieder Pausen erhalten, um in Ruhe zu reifen", findet die Züchterin.

Bekannt wurden die irischen Ponys vor allem für ihre Springbegabung. In ihrer Heimat werden sie gern als Jagdpferde eingesetzt. Legendär ist wohl auch Connemara-Mix Stroller, der beim schwersten Springen der Welt, dem Deutschen Spring-Derby in Hamburg, mit einem Nullfehlerritt siegte. Und das bei einem Stockmaß von nur 145 cm.

Connemaras sind Allrounder und für alle Sparten der Reiterei geeignet. "Sie sind erfolgreich im Springen und gehen gern Dressur, außerdem sind sie trittsichere Gelände- und Familienpferde, die sich auf ihren Reiter einstellen. Meine erste Stute habe ich in der Westernreitweise ausgebildet. Mit der Zeit entwickelte sie einen richtig guten Sinn für die Rinderarbeit", erzählt die Züchterin.

Dass die Ponys so vielfältig einsetzbar sind, liegt auch an ihrer Geschichte. Denn in Irland lebten und leben die Ponys halbwild in den Hügeln der Atlantikküste Westirlands. Aus diesem Grund entwickelte sich über die Jahrhunderte hinweg ein nur wenig ausgeprägter Fluchtreflex. "Ein flüchtendes Pony bringt sich in den Bergen selbst in Gefahr. Ich beobachte immer wieder, dass auch unsere hier geborenen Ponys beim Erschrecken nur kurz innehalten und sich dann zur Gefahrenstelle drehen, um diese zu mustern", sagt Koste.

Die Haltung der Ponys ist nach ihren Erfahrungen unkompliziert: "Am besten sollten sie im Offenstall gehalten werden. Sofern sie regelmäßig und ausreichend bewegt werden, vertragen viele Connemaras ganztätigen Weidegang in Verbindung mit gutem Heu, ohne zu verfetten."

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 6/2018 unter der Rubrik "Pferd & Reiter" und im digitalen Bauernblatt.

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