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Während Silke Krüger die Faszien der Stute löst, entspannt diese sichtlich und äußert ihr Wohlbefinden durch ausgiebiges Gähnen. Foto: privat

Seit einiger Zeit gehört es zum guten Ton, dass sich Sportler um die Gesundheit ihrer Faszien bemühen. Denn wer dieses Bindegewebe gesund erhält, erhöht seine Leistungsfähigkeit und beugt Verletzungen vor. Für Pferdeosteopathen ist das nichts Neues, vielmehr stehen die Faszien schon seit Langem im Mittelpunkt ihrer Arbeit, erklärt Silke Krüger aus Gettorf, Kreis Rendsburg-Eckernförde.

Für die Gesunderhaltung des Pferdes ist es unverzichtbar, kontinuierlich für Beweglichkeit zu sorgen und die Muskeln zu trainieren. Eine wichtige Rolle spielt dabei eine Struktur, die seit einiger Zeit besondere Aufmerksamkeit erhält: die Faszien. Sie befinden sich als Bindegewebe in allen Bereichen des Pferdekörpers und erfüllen vielfältige Funktionen. So dienen sie unter anderem dazu, Organe zu schützen und an ihrem Platz zu halten. Außerdem transportieren sie Flüssigkeiten und Nährstoffe, sind Teil des Stoffwechselsystems und leiten Nervensignale an das Gehirn weiter.

"Faszien durchziehen den gesamten Körper. Sie umhüllen die Organe und Muskeln", erklärt Silke Krüger, Pferdosteopathin aus Gettorf. "Es handelt sich dabei um dünne Häutchen. Sehen können wir Faszien zum Beispiel als silbrige Schicht beim Schinken." Dieses besondere Gewebe ist zwar sehr widerstandsfähig, lässt sich jedoch verschieben und kann auch verkleben, verhärten oder verletzt werden. Geraten die Faszien aus ihrer gesunden Form, treten teilweise starke Schmerzen auf.

"Es wurden schon Menschen ins Krankenhaus gebracht, bei denen ein Bandscheibenvorfall vermutet wurde, der sich dann aber als Faszienproblem herausstellte. So schmerzhaft kann das sein", erzählt Krüger. Sie weiß, dass in vielen Fällen die typischen Verspannungs-Schmerzen, mit denen Osteopathen aufgesucht werden, eher vom Bindegewebe herrühren als aus der Muskulatur. "Auch wenn Organe nicht richtig funktionieren, kann die Ursache in den Faszien zu finden sein", berichtet sie.

Da die Struktur besonders vielseitig ist, lassen sich drei Arten unterscheiden: Die oberflächlichen Faszien liegen im Unterhautgewebe und dienen als Fett- und Wasserspeicher. Sie umschließen alle Organe, aber auch Blutgefäße, Nerven und Drüsen, und schützen diese nach außen. Die oberflächlichen Faszien sind dank ihrer Lage mit manueller Behandlung besonders leicht zu erreichen. Da sie mit den anderen Schichten des Bindegewebes in Verbindung stehen, kann zugleich auch auf tiefer in den Körper eingebettete Strukturen eingewirkt werden.

Die tiefen Faszien umschließen Muskeln, Knochen und Gelenke sowie die dazugehörigen Sehnen und Bänder. Sie unterstützen die Muskeln darin, sich korrekt zusammenzuziehen und wieder zu entspannen, indem sie die Gleitfähigkeit der beteiligten Strukturen gewährleisten. Zudem wirkt sich der Zustand der tiefen Faszien darauf aus, wie sehr Muskeln kontrahiert beziehungsweise gestreckt werden können. In den tiefen Faszien sind besonders viele Schmerzrezeptoren enthalten, daher machen sich Verhärtungen, Verklebungen und Verletzungen in diesem Bereich schnell bemerkbar.

Die tiefste Schicht des Bindegewebes bilden die viszeralen Faszien. Diese dienen der Aufhängung der inneren Organe und des Gehirns. Sie sind weniger dehnbar als die übrigen Faszien, da sie vor allem eine Stützfunktion übernehmen, um die Organe an ihrem Platz zu halten. Auf diese tief liegenden Strukturen möchte Silke Krüger bei ihrer Arbeit einwirken: "Die Zwerchfelle im Becken, Brustkorb und Schädel müssen gelöst sein, damit die Faszien im ganzen Körper richtig arbeiten können. Wenn hier etwas nicht stimmt, macht sich das an anderer Stelle bemerkbar. Die viszerale Faszientherapie setzt an dieser Ursache an und ist damit besonders nachhaltig."

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 48/2017 unter der Rubrik "Pferd & Reiter" und im digitalen Bauernblatt.

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