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In der Schleswig-Holstein Halle herrscht Flair wie an der Küste unter Fischernetzen. Foto: Dr. Kirsten Hess

Ann-Kathrin Gerwers. Foto: archiv

Liebe Leser, gab es bei Ihnen schon Cold-brew-Kaffee, Acai-Limonade, Baos oder Insektenburger? Auch wenn es angeblich Superfoods sind, bei uns in der Familie kam davon bisher noch nichts auf den Tisch. Wer sich über die Trends der Lebensmittelwirtschaft informieren möchte, hat dazu von Freitag, 19., bis Sonntag, 28. Januar, in Berlin wieder zehn Tage Zeit.

Auf der Internationalen Grünen Woche wird ein reich gedeckter Tisch mit Spezialitäten und Köstlichkeiten aus aller Herren Länder zu finden sein. Da gibt es dann besagten Cold-brew-Kaffee, also Kaffee, der mit kaltem Wasser bis zu 24 Stunden zieht und angeblich ein neues Geschmackserlebnis bietet, oder eben Baos, asiatische Burger.

Schmeckt so wirklich die Zukunft, wie die Lebensmittelwirtschaft behauptet? Brauchen wir all diese ausgefallenen Nahrungsmittel? Ist es nicht viel relevanter, erst einmal dafür zu sorgen, dass jedes Kind ein nahrhaftes Frühstück vor dem Kindergarten oder der Schule zu sich nimmt? Nach einer Erhebung des Robert-Koch-Instituts aus dem Jahr 2015 gehen morgens rund 30 % aller Kinder in Deutschland mit leerem Magen aus dem Haus. Dabei beweisen mehrere Studien, dass die Leistungen in der Schule deutlich steigen, wenn der Tag mit einem vollwertigen Frühstück beginnt.

Wie so ein Frühstück aussehen kann, zeigen viele Stände auf der Grünen Woche. Ob Haferflocken, Müsli, Obst, Milch, Brot, Butter, Wurst oder Eier, diese Produkte werden regional produziert und tragen zu einer gesunden Ernährung bei. Nach dem aktuellen Ernährungsreport des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft achten 78 % der Befragten auf die Regionalität der eingekauften Lebensmittel.

Weiter an Bedeutung nehmen Siegel zu. Waren sie 2015 noch für jeden Dritten ein Kriterium beim Einkauf, achten zwei Jahre später schon 41 % auf die verschiedenen Label. Grundsätzlich werden Siegel also wahrgenommen. Nun heißt es aber für die Verantwortlichen, die Aufdrucke nicht zu verwirrend für den Verbraucher zu gestalten und lieber an bewährten Labels festzuhalten.

Weiterhin kaufen die Menschen vor allem wohnortnah ein. Fast zwei Drittel (64 %) bevorzugen den Supermarkt um die Ecke, und zumindest einen Teil der Besorgungen erledigen 92 % in der Bäckerei, Metzgerei oder im Gemüseladen – ein Plus für Direktvermarkter. Die große Mehrheit (93 %) kauft bisher Lebensmittel noch nicht im Internet. Allerdings ist das Informationsverhalten ein anderes. 42 % recherchieren online über Inhaltsstoffe, Zusammensetzung oder Herkunft. Das ist ein Ansatz, der sich auch für die Landwirtschaft anbietet: die Informationen zu ihren hochwertigen regionalen Produkten verstärkt übers Netz zu vertreiben.

Aus den Ergebnissen der Umfrage lässt sich schließen, dass regionale Produkte für die Verbraucher eine hohe Bedeutung haben. Somit muss kein Aloe Vera, Quinoa oder Chiasamen in jedes Lebensmittel gequetscht werden. Eine ausgewogene Ernährung schlägt immer noch jede Paleodiät, Low-Carb- und sonstige Trend-Kost. Und heißer Kaffee belebt seit jeher die Geister.

Herzlichst Ihre

Ann-Kathrin Gerwers

Redakteurin

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