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Dr. Robert Quakernack. Foto: archiv

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) redet im Bundestag. Foto: bmel

Liebe Leser, der Rahmen ist abgesteckt. Die neue Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) trat in den ersten Wochen ihrer Amtszeit regelmäßig medienwirksam in Erscheinung. Dabei schlug sie bereits einige thematische Pflöcke ein. Zwar lehnte sie sich mit ihren Aussagen zu kritischen Fragen zur Entwicklung der Tierhaltung oder dem Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln nicht allzu weit aus dem Fenster und vertrat überwiegend Allgemeinplätze. Dennoch lassen einige ihrer Äußerungen Schlüsse auf die zukünftige Schlagrichtung der obersten deutschen Agrarbehörde zu.

Format bewies die Rheinland-Pfälzerin bereits vor ihrer Ernennung am 14. März. Bei den Verhandlungen zu den Ressortzuschnitten konnte sie sich erfolgreich gegen die offen geäußerten Abgrabungsversuche von Heimatminister Horst Seehofer (CSU) wehren und hielt die Zuständigkeit für die Entwicklung der ländlichen Räume im Aggrarressort.

Gegenüber ihrem Vorgänger kann die Winzertochter zudem Erfahrungen als Parlamentarische Staatssekretärin im Landwirtschaftsministerium vorweisen. Entsprechend bekam sie eine Menge Vorschusslorbeeren mit auf den Weg. Zu Recht?

In jedem Fall wird sie nicht müde zu betonen, dass sie ihre Entscheidungen auf der Basis von Sachargumenten treffen will. Das unterstrich die ehemalige Weinkönigin zuletzt in ihren Aussagen zum Thema Kükentöten. Ihr Ministerium werde den "Weg der Wissenschaft" beschreiten, so Klöckner. Zudem sicherte sie dem Berufsstand Unterstützung zu, Chancen auf den internationalen Märkten zu nutzen. Damit rennt sie bei der familiär-unternehmerisch geprägten deutschen Landwirtschaft offene Türen ein.

Das Credo der Vernunft und der Verweis auf die sachliche Ebene als Grundlage für politische Entscheidungen sind grundsätzlich zu begrüßen. Zu Aussagen wie "Bienen sind mir wichtig", "Landwirte brauchen Verlässlichkeit" oder "Ich stehe für mehr Tierwohl" kann es natürlich nur Zustimmung geben. Allerdings sind sie sehr allgemein.

In Zukunft gilt es jedoch, konkrete Maßnahmen zu benennen. Die ersten großen politischen Brocken kommen bereits im Mai – voraussichtlich ein richtungsweisender Monat für die Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik. Klöckners bisherigen Statements zu einer festen und "solide ausgestatteten" Ersten Säule müssen dann entsprechende Taten folgen. Nur dann bleibt sie glaubwürdig.

Positiv festzuhalten ist ihr Bekenntnis, dass "Mehraufwand auch anständig entlohnt werden müsse". Das schafft gesellschaftliche Rückendeckung und kann mittelfristig auch zu einer Verbesserung des angeschlagenen Images der Landwirtschaft beitragen.

Dicke Bretter zu bohren gibt es unter anderem auch beim Thema Tierhaltung: Wie sollen die Ställe der Zukunft aussehen? Welche Entwicklung nimmt das staatliche Tierwohllabel? Hier ist Gasgeben angesagt, da die Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels längst am Staatsorgan vorbeigezogen sind. Fest steht: Klöckners Start ist geglückt. Seit ihrem Amtsantritt weht frischer Wind im Landwirtschaftsministerium.

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