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Seit Donnerstag strömen Zehntausende Besucher über das Messegelände. Foto: Dörte Röhling

Kirsten Müller. Foto: archiv

Liebe Leser, die Norla in Rendsburg hat bereits Halbzeit. Und mit Verlaub: Chapeau, wie sich diese nicht nur wieder bei den Landwirten, nein, auch bei Ausstellern und Verbrauchern etabliert hat! Mit rund 600 Ständen ist das Gelände bis zum Anschlag ausgebucht. In den vergangenen fünf Jahren konnte die Messegesellschaft die Zahl der Aussteller um 20 % steigern. 2012 waren es 497 Unternehmen und in diesem Jahr 595.

Das ist deshalb so bemerkenswert, weil die Messe vor Jahren alles andere als ein Publikumsmagnet war. Sie hatte erheblich an Attraktivität verloren. Den damaligen Strukturen geschuldet, blieben die Aussteller weg. Vor allem die Händler der Landtechniksparte sahen in Hausmessen mehr Sinn. Sie machten lieber ihr eigenes Ding. Die logische Konsequenz: Die Besucher blieben aus. Das zog einen riesigen Rattenschwanz nach sich. Immer weniger Fläche wurde belegt. Teilweise wurde das Gelände mit Platten und Zäunen abgetrennt, um so den Besuchern den Blick auf die Freiflächen zu verwehren. Alte Gebäude, Sand- und Steinwege und muffige Sanitäranlagen machten fast einen verwahrlosten Eindruck. Ende im Gelände?

Ein Blick in die Geschichtsbücher lohnt sich: Grola stand für Große landwirtschaftliche Ausstellung. Sie fand 1929 auf dem Hamburger Heiligengeistfeld statt. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg gab es eine Fortsetzung der Ausstellung, und zwar auf dem Rendsburger Nordmarkplatz. 1955 spezialisierte sich die Messe noch mehr auf das Thema Landwirtschaft – die erste Norddeutsche landwirtschaftliche Fachausstellung, kurz "Norla", war geboren, und der Bauernverband übernahm die ideelle Trägerschaft.

Sechs Jahre später zog die Messe auf das heutige Gelände südlich des Nord-Ostsee-Kanals um, das damals wie heute insgesamt zirka 13 ha umfasst. 200.000 Besucher waren in jenem Jahr zu Gast. In den folgenden Jahren wechselten sich Landtechnik und Tierschau ab. Ende der 1980er Jahre und Anfang der 1990er erlebte die Norla ihren Tiefpunkt. Einiges wurde ausprobiert. Man ging zum Zweijahresrhythmus über und legte sie vom September in den Mai. Im Jahr 1999 fand sie dann wieder im Herbst, und das jährlich statt. Der Erfolg blieb aus.

Mit der Gründung der Messegesellschaft vor rund zehn Jahren schafften innovative Köpfe einen Aufwärtstrend. Dieser Schwung setzt sich bis heute fort. Die Verantwortlichen erkannten das aufkeimende Interesse der Unternehmen an einer regionalen Großveranstaltung. Investitionen in Sanitäranlagen und Wege wurden getätigt, Gebäude abgerissen. Besucher und Aussteller honorieren die Leistungen gleichermaßen. Landwirte und ihre Familien schätzen die persönliche Ansprache ihrer Handelspartner in Rendsburg.

Die Erwartungshaltung sei hoch, sowohl von Kunden als auch Verbrauchern, bestätigt Thorsten Ebken, geschäftsführender Gesellschafter der Firma Meifort. "Wir pflegen Kundenkontakte und leisten Aufklärungsarbeit für die Verbraucher", sagt er.

Auch in diesem Jahr zeigt die heimische Agrar- und Ernährungswirtschaft, was sie draufhat: für eine abwechslungsreiche Ernährung, die grüne Energieversorgung, eine vielfältige Kulturlandschaft, den florierenden Tourismus und lebendige Dörfer. Vor diesem Hintergrund dürfen gerade auch die führenden Köpfe des Landes gerne mal laut Danke sagen – und im politischen Alltag deutlich machen: Wir stehen an eurer Seite.

Herzlichst Ihre

Kirsten Müller

Redakteurin

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