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Foto: www.einstellungstest-polizei-zoll.de/pixelio.de

Die Landjugendgruppe Lindau-Revensdorf wird sich noch länger an ihre jüngste Scheunenfete erinnern. Vor allem aber an die Berichterstattung in den Zeitungen und bei verschiedenen Radiosendern über „blutige Auseinandersetzungen“. Aber was ist eigentlich passiert? Und wie geht man am besten damit um? Ein Telefonat mit dem Vorsitzenden der LJG Lindau-Revensdorf, Malte Dreesen.

Ist alles gut bei euch? Wir haben Zeitungsberichte über eure Fete gelesen und sind total erschrocken.

Malte Dreesen: Ja, uns geht es gut. Danke der Nachfrage. Auch wenn wir uns noch immer über die Berichterstattung ärgern.

Die Kieler Nachrichten (KN) schreiben, dass „eine blutige Auseinandersetzung mit diversen Körperverletzungen, an der etwa 200 Besucher beteiligt waren“ stattgefunden habe. Stimmt das?

Die Fete lief gut. Während der Veranstaltung war alles ruhig. Beim Aufräumen nach der Veranstaltung, das Licht war schon an, gab es am Ausgang eine Rangelei zwischen zwei Gästen. Die Polizei ist bei uns standardmäßig vor Ort und fährt während der Fete ab und zu bei uns vorbei, die ist schnell dazugekommen. Eine Polizistin wurde von einem der beiden stark Alkoholisierten angegangen. Sie gab einen Funkspruch ab und bat um Verstärkung. Aber unsere Security und die Polizei brachten die beiden Streithähne schnell auseinander, legten sie auf den Boden in Handschellen.

Was ist nach der Fete auf dem Parkplatz tatsächlich vorgefallen?

Drum herum haben sich viele Schaulustige, bestimmt 30, gesammelt. Aber die haben wir von der Landjugend relativ zügig zum Parkplatz gebracht. Dann war die Sache eigentlich geklärt und alles wieder ruhig. Aber auf dem Parkplatz gab es dann noch mal eine Auseinandersetzung. Etwa fünf bis acht Leute haben sich in die Wolle gekriegt und geprügelt. Vielleicht waren sie erregt über das harte Durchgreifen der Polizei, dass sie die Leute direkt in Handschellen auf den Boden gelegt hatte. Security und Polizei und auch wir von der Landjugend waren schnell da. Auch diese Situation war rasch geklärt.

Es wurden laut KN „der Festplatz geräumt, eine Reihe von Strafanzeigen gestellt, vier Personen in Gewahrsam genommen“ …

Während des oben Beschriebenen kamen insgesamt zwölf Streifenwagen. Das ging alles sehr, sehr schnell. Wir von der Landjugend haben Gäste in Taxis gesetzt, und die Polizei hat dann die restlichen Leute, schätzungsweise 100, wenn überhaupt, vom Parkplatz „geräumt“.

Wie habt ihr als Veranstalter mit der Polizei kommuniziert – während des Vorfalls und danach? Was kam dabei heraus?

Vor der Fete haben wir mit der Polizei abgesprochen, dass sie mal Streife fährt und sich vor Ort zeigt, wie jedes Jahr. Während der Fete kamen die Streifenpolizisten mal zur Kasse und haben gefragt, ob alles in Ordnung sei und wie viele Leute da seien – das ganz normale Prozedere. Während des Vorfalls wollten wir mit dem Einsatzleiter reden. Das war schwierig. Wir konnten nur mit den Polizisten reden, die noch zur Verstärkung gerufen wurden. Und die meinten, es sei ja gar nix los. Im Nachhinein hatten wir gute Gespräche mit der Polizei. Sie sagte, dass wir alles richtig gemacht hätten und dass es eigentlich gar nicht so schlimm und ein bisschen dramatisiert worden sei.

Wie habt ihr mit der Presse kommuniziert – mit den KN, später mit dem Rundfunk? Was kam dabei heraus?

Ja, das war ein Schock, was wir am Sonntagmorgen in den KN gelesen haben. Wir haben sofort mit dem für uns zuständigen Redakteur Kontakt aufgenommen. Der wusste nix von dem Artikel. Wir haben unsere Sichtweise geschildert und gesagt, das sei völlig übertrieben und solle noch mal geändert werden. Aber die gedruckte Ausgabe am Montag war nicht viel besser. Mit den Eckernförder Nachrichten haben wir vor dem Erscheinen deren Artikels gesprochen. Der ist auch viel besser, hat das Ganze vielseitiger dargestellt. Am Sonntag haben wir beim Abbauen Radio gehört und mitbekommen, dass die Radiosender (Delta, NDR 1 und 2, RSH) über uns berichten, ähnlich dramatisch wie die KN. Dann haben wir alle Radiosender angerufen und unsere Sichtweise dargestellt. Die meinten dann, das sei ja gar keine Nachricht mehr für sie. Daraufhin wurden die Beiträge kurzfristig aus dem Programm genommen und bei einigen Sendern in veränderter Form wieder eingestellt, zwar mit Polizeibericht, aber auch mit unserer Darstellung.

Seid ihr auf den KN-Beitrag angesprochen worden? In welcher Weise?

Ja, von allen Seiten. Ob es uns gut gehe und ob wir verletzt wurden.

Hat der Vorfall Konsequenzen für eure künftigen Veranstaltungen?

Nach Rücksprache mit dem Ordnungsamt eher nicht. Mit denen haben wir auch direkt nach der Veranstaltung telefoniert, und auch sie meinten, wir hätten alles richtig gemacht und hätten das wohl nicht verhindern können. Aber zur eigenen Absicherung hat sich jeder vom Vorstand am Sonntagmorgen hingesetzt und aus seiner Sicht aufgeschrieben, was passiert ist. Auch die, die in der Halle waren und gar nichts mitbekommen haben. Die waren überrascht, als sie rauskamen und auf einmal zwölf Streifenwagen und 30 Polizisten dastanden. Wir treffen uns in den nächsten Tagen noch einmal persönlich, um mit Ordnungsamt, Polizei und Security die Veranstaltung auszuwerten.

Interview: Heike Krieg

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