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Moderator Björn Högsdal mit den Slammern Viktoria Helene Bergemann, Stefan Schwarck, Mona Harry und Hinnerk Köhn (v. li.). Foto: Heike Wells

Frauenpower beim Poetry Slam – und das rechtzeitig zum Weltfrauentag: Zwei weibliche, zwei männliche Slammer texten um die Wette, die Frauen entscheiden die Vorrunde für sich, sichern sich schließlich gemeinsam den Sieg. So geschehen bei einer von den KreisLandFrauen Nordfriesland und der Gleichstellungsbeauftragten des Amtes Mittleres Nordfriesland, Christine Friedrichsen, ausgerichteten Veranstaltung in der voll besetzten Mehrzweckhalle der Reußenköge.

Poetry Slam ist eine Kunstform, die seit einigen Jahren Furore macht: Selbst verfasste Texte werden innerhalb einer vorgegebenen Zeit vorgetragen. Immer handele es sich um einen Wettstreit, bei dem die Zuhörer entschieden, und bei dem die Kontrahenten immer freundlich behandelt und bewertet werden würden, erläuterte Moderator Björn Högsdal, selbst ein erfahrener Slammer.

Wegen der zeitlichen Nähe zum Weltfrauentag war das Thema Geschlechteridentität vorgegeben. Bei Stefan Schwarck aus Kiel, Viktoria Helene Bergemann aus Reinbek, Hinnerk Köhn und Mona Harry, beide aus Hamburg, ging es an diesem Abend um das Selbst- und Fremdbild von Frauen, um dumme Tussis, Gleichstellungsgesetze, Frisuren und Silikonbrüste.

In der zweiten Runde stellten die vier Texte zu einem frei gewählten Thema vor. Hier zeigte sich die ganze Bandbreite der Möglichkeiten des Poetry Slam, sowohl was Inhalte als auch was die Art der Präsentation angeht: von politischen Botschaften bis zu Slapstick, vom Heimatgedicht bis zur Gesellschaftskritik; zum Brüllen komisch oder nachdenklich, bissig, traurig, sarkastisch, kritisch oder selbstkritisch, zart-poetisch oder derb-polternd ... alles geht, häufig in ein und demselben Text. Und es zeigte sich die Bandbreite des Könnens und der Charaktere der Teilnehmer.

Spätestens hier wurde auch deutlich, dass Mona Harry der Star des Abends war. Dass die Sympathien erkennbar auf ihrer Seite lagen, hatte nicht nur damit zu tun, dass sie ihre Texte frei vortrug - es war auch der Tatsache geschuldet, dass sie in dieser Runde ihre Trumpfkarte zog: ihre Liebeserklärung an den Norden ("Oh Friesennerz! Oh Gummistiefel!"), die sie berühmt gemacht hat. Für die Mehrheit im Saal war dieses Lied das Einzige, das sie jemals über Poetry Slams gehört hatten. "So ein Slammertreffen war für viele von uns Neuland - bis Mona Harry uns mit ihrem Liebesgedicht an den Norden infiziert hat", so die Vorsitzende des KreisLandFrauenverbandes Nordfriesland, Magret Albrecht, in ihrer Begrüßung. Umso begeisterter war das Publikum bei der Sache. Immerhin votierten die 300 Zuhörer in der Halle durch Länge und Lautstärke des Beifalls über die Sieger des Abends.

Im Finale erwies sich Viktoria Helene Bergemann für Mona Harry als ebenbürtige Slammerin. Mehrfach musste Moderator Högsdal klatschen lassen, einen Unterschied konnte er nicht messen. So gab es, nach einem spannenden Dichterwettstreit, zwei Gewinnerinnen.

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