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Matthias Stührwoldt ist Bauer und Autor, unter anderem von plattdeutschen Radiogeschichten der NDR-Sendereihe "Hör mal´n beten to". Foto: Katrin Schmitt

Bücher schreiben und Geschichten erzählen, das kann der Landwirt Matthias Stührwoldt aus Stolpe. Beim Boys' Day wird er am Donnerstag, 27. April, als prominenter Gast in die Geheimnisse der Hauswirtschaft eingeweiht. Dazu hat ihn der LandFrauenverband SH unter dem Motto "Cool wenn Mann's kann" in die Fachschule für ländliche Hauswirtschaft nach Hanerau-Hademarschen eingeladen. Das Bauernblatt sprach vorab mit dem 49-Jährigen über Bügelwäschen, Nudeln mit Tomatensoße und lange Gummihandschuhe.

Welche Tätigkeiten mögen Sie im Haushalt und welche gar nicht?
Matthias Stührwoldt: Also ich koche gern und wasche gern ab, aber nur mit lauter Rockmusik. Außerdem bin ich fürs Kloputzen zuständig. Das erledige ich, sagen wir mal, klaglos und manchmal nur nach Aufforderung.

Was kochen Sie?
Als meine Frau wieder anfing zu arbeiten, war ich an zwei Tagen dafür zuständig für unsere Familie, dazu gehören fünf Kinder, das Essen auf den Tisch zu bringen. Einmal gab es Nudeln mit Tomatensoße und einmal Pfannkuchen. Ich finde, das kann man einmal pro Woche aushalten. Dann aber übernahm meine Frau mehr Stunden und es wurden vier Tage daraus. Ich musste also mein Repertoire erweitern.

Wie heißen die anderen beiden Gerichte?
(Lacht) Kartoffelsalat und Chili con Carne. Im vergangenen Jahr mussten wir eine Kuh notschlachten und ich habe sie komplett zu Hackfleisch verarbeiten lassen. Jetzt taue ich jede Woche ein Portion auf und variiere schon mal. Dann gibt es auch Nudeln mit Bolognese oder Kartoffelauflauf mit Hackfleisch.

Wie sieht es mit dem Bügeln aus, wäre das noch etwas Neues für Sie?
Ja, weil ich meine Sachen nie bügle. Ich bin Bauer und nicht im direkten Kundenkontakt. Das ist bei meinem Bruder ganz anders. Er war Bankkaufmann und hat es geliebt zu bügeln. Übrigens auch bei lauter Musik.

Würden Sie beim Boys' Day gern noch einen Tipp bekommen, wie Sie das eher unliebsame Toilettenputzen noch schneller erledigen können?
Ach, das geht schon. Aber ich war vor Jahren bei einer Freisprechung der Blaumeisen und habe mit einigen Absolventinnen gesprochen. Die haben mir erzählt, dass ihnen eine Lehrerin sehr penibel beigebracht hat, wie die Toiletten im Internat zu putzen sind. Das ging bis zum langen Gummihandschuh, um auch unter den Rand zu kommen.

Haben Sie ein bisschen Angst, dass Ihnen beim Boys' Day die langen Gummihandschuh gereicht werden?
(Lacht) Nein, Angst habe ich überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil ich freue mich auf den Tag und habe sofort zugesagt, als ich gefragt wurde. Ich finde, dass die Hauswirtschaft ein wichtiger, aber oft unterbewerteter Beruf ist. Für Bauern meiner Generation ist mitunter noch selbstverständlich, dass alles im Haushalt läuft. Aber viele wissen inzwischen, da steckt nicht nur viel Arbeit, sondern auch Planung und Liebe zur Hauswirtschaft dahinter.

Können Sie sich vorstellen, dass an diesem Tag eine neue Geschichte entsteht?
Warum nicht, ich bin da ganz offen. Stoff gibt es sicher genug. Ich habe gehört, dass auch immer mal männliche Hauswirtschafter an der Schule sind und dass sie dort ein ganz gutes Leben haben. Ich selbst kann mich noch gut erinnern, dass es in Landwirtschaftsschulen den Klassen immer gutgetan hat, wenn ein Mädel dabei war.

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