Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

Die Farben bezeichnen verschiedene Konzepte, wie der Breitbandausbau umgesetzt wird. Karte: bkzsh

Schleswig-Holstein ist schon jetzt Spitzenreiter unter den deutschen Flächenländern, was den Ausbau mit Breitbandkabel angeht. Doch dessen nicht genug: Bis 2025 sollen 90 % der Haushalte an Glasfaser anschließbar sein und bis 2030 so gut wie alle. Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) stellte die endgültige Version der Breitbandstrategie vor, die der Landtag jetzt beschlossen hat. Weiße Flecken bereiten ihm allerding noch Probleme, und die gibt es nicht nur in entlegenen Gebieten.

Das nördlichste Bundesland setzt auf Glasfaser, auf Neudeutsch "Fibre to the Home" (FTTH) oder "Fibre to the Building" (FTTB) genannt. Das bedeutet, dass das Glasfaserkabel bis zum Gebäude gelegt wird und nicht nur bis zum Bordstein "und dann mit Kupfer weiter, was wieder Leistungsabfall bedeutet. Die letzten Meter sind entscheidend", so Meyer. Nur diese Technik, so die Landesregierung, könne Übertragungsgeschwindigkeiten gewährleisten, wie sie in Zukunft gefragt seien. "50 Megabit, wie es das Bundesverkehrsministerium bis 2018 flächendeckend anstrebt, sind heute schon eindeutig zu wenig", erklärt der Minister.

Bei den Zahlen steht Schleswig-Holstein tatsächlich gut da: 73 % der Haushalte verfügen heute über 100 Mbit/s. Da liegen nur die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen höher. Dicht auf das nördlichste Bundesland folgt Nordrhein-Westfalen, der Bundesdurchschnitt liegt bei 64 %.

Noch deutlicher ist die Lage bei der Versorgung mit FTTH: 25 % der Haushalte in Schleswig-Holstein können inzwischen an Glasfaser angeschlossen werden, 15 % nehmen es in Anspruch (Bundesdurchschnitt 7 %). In diesem Bereich hat überhaupt nur Hamburg die Nase weiter vorn. Und dies, obwohl die Bundesförderung Glasfaser benachteilige, beklagt der Wirtschaftsminister und drängt: "Wir brauchen Wettbewerbsneutralität auch bei den Förderprogrammen."

Dennoch hat sich die Landesregierung kein Gigabit-Ziel gesetzt, sondern ein Infrastrukturziel. 70 Mio. € gibt sie in der derzeitigen Förderperiode bis 2022 in den Breitbandausbau, bis zur vollständigen Versorgung bis 2030 rechnet Meyer mit Investitionen von etwa 1,3 Mrd. €. "Die Fördermittel werden wir konzentrieren auf die letzten fünf Prozent, denn bei denen ist die Grenze für privatwirtschaftliche Modelle überschritten", so Meyer. "Wir haben bisher keine Stellungnahme von der Telekom erhalten. Sie sind nicht die großen Freunde des Glasfaserausbaus."

Da greifen dann alternative Wege, wie sie überall im Land mit Erfolg beschritten werden: mit Stadtwerken wie im Umland von Neumünster oder Lübeck und in den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg, mit dafür gegründete Zweckverbänden oder mit anderen Initiativen von Gemeinden und Ämtern (siehe Karte).
Weiße Flecken, in denen bisher keine Aktivitäten zu verzeichnen sind, gibt es allerdings auch, und dies ist keineswegs nur die sprichwörtliche Pampa. "Wir haben hier fast städtische Gebiete, etwa am Ostufer der Kieler Förde und zwischen Kiel und Rendsburg. Das sind nicht nur abgelegene Höfe", sagt Meyer und mahnt: "Da könnten lokale Akteure mehr tun."

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblatt-Ausgabe 11/2017 unter der Rubrik "Land & Leute" und in der Bauernblatt-App.

nach oben

Hinweis zur Nutzung von Cookies

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter.