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Espalion in Frankreich mit der alten Brücke über den Fluss Lot. Die Wegmarkierung hat als Symbol die stilisierte Jakobsmuschel. Foto: Eckhard Reese

Seine Berufszeit war zu Ende, der Ruhestand begann. Da lief Eckard Reese von zu Hause los nach Santiago de Compostela auf dem Jakobs-Pilgerweg. 125 Tage war der bisherige Geschäftsführer des Lohnunternehmerverbandes Schleswig-Holstein und Bürgermeister von Schacht-Audorf bei Rendsburg unterwegs, legte 3.400 km zu Fuß zurück. "Ich wollte zu mir selber finden, den Kopf frei kriegen und mich so auf die Zeit mit meiner Familie einstellen", sagt der 66-Jährige.

"Ich habe mich nicht groß vorbereitet, nicht trainiert. Ich hatte keine Vorerfahrung mit Fernwanderwegen, dazu hatte ich gar keine Zeit", berichtet Eckard Reese. Eine Beschreibung der Wegstrecke und gute Schuhe kaufen, die Füße mit Hirschtalg eincremen – das war alles. Der Weg sollte das Training sein – "nach neun Tagen hatte ich die erste Blase am Hacken". Bereit und neugierig sein auf das, was auf ihn zukam, darauf kam es ihm an. Nirgendwo sonst hat der Sinnspruch mehr Berechtigung: Der Weg ist das Ziel.

Im Hier und Jetzt

Dass er gut mit sich alleine sein kann, das habe er schon gewusst, aber nicht, was sonst die Psyche mit einem macht. Ob er vielleicht vor der Zeit abbrechen würde? Tatsächlich ging ihm unterwegs erst viel durch den Kopf. Er hatte ja in seinem Beruf quasi einen Zwölfstundentag, hatte unheimlich viel zu organisieren. Doch er kam immer besser in den Wanderzustand. "Nach drei Tagen bemerkte ich, dass ich Selbstgespräche führe. Aber eher so etwas wie ,Ach, ist das schön hier!' Oder ich summte ein Lied vor mich hin. Ich stellte fest, dass ich die Texte nicht kann, habe mir eine ,Mundorgel' gekauft. Nach vier Wochen war ich dann wirklich auf dem Weg, im Hier und Jetzt, zwei Meter vor mir bis zwei Meter hinter mir, nirgends sonst."

Schlafen in der Scheune

3,5 km in der Stunde – es brauchte nicht schnell zu gehen, entscheidend war Kontinuität. 12 kg Gepäck dabei – es sollte nicht aufwendig sein. Um die Übernachtung am Ende des Tages kümmerte er sich erst, wenn es so weit war. "Ich habe Bauern gefragt, ob ich in der Scheune oder in der Laube schlafen durfte. Da gab es natürlich auch Ablehnungen. Einige Male wurde ich zur Übernachtung ins Haus gebeten, aber das wollte ich nicht. Manchmal habe ich im Schlafsack unter freiem Himmel geschlafen. Bei gutem Wetter ist das schön, man sieht die Sterne."

Am 8. August 2017 lief er los, am 12. Dezember kam er an. Da war anfangs in Deutschland noch gutes Wetter, und später im Süden war es nicht mehr so heiß. Zehn Regentage erlebte er in der ganzen Zeit, davon fünf auf dem letzten Stück vor Santiago. Das ist Glück. Nach 2.000 km brauchte er neue Schuhe.

Dass er direkt von zu Hause loslief, ist nicht ganz korrekt. Das Präsidium des Lohnunternehmerverbandes, das von seinem Vorhaben wusste, schenkte ihm zum Abschied einen begleiteten Tag. Es hatte ein Floß gemietet, und man fuhr damit gemeinsam bei Champagnerfrühstück vom Obereiderhafen in Rendsburg bis Breiholz. Dort nahm Eckard Reese Abschied auch von der Familie, lief an diesem Tag noch bis Schenefeld, wo er geboren ist, übernachtete bei seiner Nichte. "Der erste Tag war der schwerste", erinnert er sich.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 15/2018 unter der Rubrik "Land & Leute" und im digitalen Bauernblatt.

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