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Vorbild für den Klettverschluss: die mit Widerhaken besetzten Früchte. Foto: Anke Brosius

Bei der Speiseklette handelt es sich um eine wenig veränderte Kulturform der Großen Klette Arctium lappa mit kleineren Blättern und weniger verzweigten, dafür besonders kräftigen Wurzeln. Während die Klette in Europa vor allem als Heil- und Kosmetikpflanze genutzt wurde und wird, ist sie in Ostasien als Gemüsepflanze beliebt. Dort wurden auch die hier erhältlichen Speisesorten gezüchtet.

Die Große Klette kommt als Wildpflanze in Mitteleuropa häufig vor, sie wächst an Wald- und Wegrändern und auf stickstoffreichen Wiesen. Mit ihren großen Blättern und hohen Blütenstängeln ist die zweijährig wachsende Pflanze eine imposante Erscheinung. Die purpurvioletten Blüten des Korbblütlers ähneln Distelblüten. Die großen Blätter sind auf der Unterseite weiß befilzt. Die verzweigten Pfahlwurzeln können bis zu 1 m lang werden.

Die braunen, borstigen Früchte erinnerten Menschen früherer Zeiten an das Fell eines Bären, daher der botanische Gattungsname Arctium, das vom griechischen "arktos" für Bär herstammt. Das deutsche Wort Klette leitet sich vom althochdeutschen "chletta" (= klebrig, anhaftend) ab. Die charakteristischste Eigentümlichkeit der Klette sind die hakenförmigen Spitzen, mit denen die Hüllblätter der kugelförmigen Früchte besetzt sind. Sie verfangen sich in Kleidung, Haaren und Fell vorbeistreifender Menschen und Tiere, lassen sich nur schwer wieder lösen und waren Vorbild und Namensgeber für den Klettverschluss.

Im europäischen Mittelalter wurde die Klette ähnlich wie die Schwarzwurzel vor allem als Heilpflanze genutzt. Klettenwurzeln enthalten Inulin, Gerbstoffe, Bitterstoffe, ätherisches Öl und antibakterielle Substanzen. Als Tee wirken sie blutreinigend und harntreibend, entschlackend und entgiftend und werden in der Naturheilkunde bei Leber- und Gallenstörungen verwendet. Äußerlich angewendet hilft Klettenwurzeltee bei Hautproblemen und Ekzemen und fördert die Wundheilung. Häufiger noch wird Klettenwurzelöl heutzutage kosmetisch genutzt: bei trockenen und schuppigen Haaren sowie bei unreiner und trockener Haut.

Dass die fleischigen, cremefarbenen Wurzeln der Klette auch als Gemüse genutzt werden können, ist in Europa wenig bekannt. In Japan dagegen, wo die Große Klette als Wildform nicht vorkommt, ist das Wurzelgemüse so gut eingeführt (japanisch "Gobo"), dass es wesentlicher Bestandteil der Kochkultur ist und sogar verschiedene Sorten gezüchtet wurden, die auf dicke und unverzweigte Wurzeln ausgelesen wurden. Bei uns ist Saatgut in der Regel nur als unspezifische "Speiseklette" (Arctium lappa var. edule) erhältlich.

Wie die meisten Wurzelgemüse wird die Klette einjährig kultiviert, da die Wurzeln später verholzen. Um dicke, aber zarte Wurzeln zu erzielen, sollte der Boden durchlässig und tiefgründig sowie einigermaßen nährstoffreich sein. In Ostasien, wo Speisekletten auch erwerbsmäßig kultiviert werden, werden sie häufig auf Dämmen angebaut, was die Ernte der langen Wurzeln erleichtert.

Aussäen kann man die unempfindlichen Samen auf einem sonnigen bis halbschattigen Beet ab Ende März bis Mai/Juni im Abstand von 10 x 30 cm, bei Dammkultur mit 60 cm Reihenabstand. Die Keimung kann sich drei bis vier Wochen hinziehen, während derer die Saatreihe nicht austrocknen darf. Später kann man die Jungpflanzen auf einen Abstand von 20 bis 25 cm verziehen, größerer Abstand ergibt dickere Wurzeln.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 15/2018 unter der Rubrik "Garten" und im digitalen Bauernblatt.

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