Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

Die Biogasanlage der Rheider Bioenergie produziert den für die Fernwärme wichtigen Brennstoff. Foto: Peter Koch

Laut ist es im Groß Rheider Heizhaus, als Klaus Lohmann die Tür zum Motorraum öffnet. Der große MWM-Motorblock in der Mitte des Raumes rattert unablässig wie eine zu groß geratene Nähmaschine. Dabei strahlt das Aggregat reichlich Wärme ab, die nicht ungenutzt in die Atmosphäre entweicht. Sie wird verwendet, um mittlerweile 180 Haushalte in dem Dorf sowie gemeindeeigene Liegenschaften das ganze Jahr über rund um die Uhr mit Wärme zu versorgen. Der Strom wird nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ins Netz eingespeist.

Angetrieben wird der 600-kW-Motor durch Biogas aus der rund 2,5 km entfernten Biogasanlage. Das Heizhaus ist als Satelliten-BHKW im Ort selbst konzipiert, das viele Straßenzüge in Groß Rheide mit Fernwärme versorgt. Und das zu verbraucherfreundlichen Konditionen. "Die Anwohner brauchen keine Anschlussgebühr zu bezahlen, das macht dieses Fernwärmekonzept zu etwas Besonderem, das es so in anderen Gemeinden nicht gibt", erklärt Bürgermeister und Mitgesellschafter Werner Koch.

Auch der Preis für die Wärme ist attraktiv: 250 € Jahresgrundgebühr, 6 ct/kWh einschließlich Mehrwertsteuer. Gezahlt wird in zwölf Abschlägen plus einer Abrechnung. Der Preis ist fünf Jahre garantiert und an den Energiemarkt angepasst. "Das Vorhaben trägt sich über den Wärmepreis, und wir als Betreiber tragen die Investitionen", erklärt Klaus Lohmann, der wie Bürgermeister Werner Koch sowie Jörn Lübcker und Johann-Heinrich Köpke zu den Gründungsmitgliedern und Betreibern der Rheider Bioenergie und Wärme GmbH & Co. KG gehört. Die Hofnachfolge ist bei Klaus Lohmann ebenfalls gesichert – Sohn Tim Lohmann ist bereits für seinen Vater als "Juniorbetreiber" in den Biogasbetrieb eingestiegen.

Mit dem Bau des Heizhauses 2010 begann auch der Ausbau des Fernwärmenetzes. Neben gemeindeeigenen Gebäuden wie dem Feuerwehrgerätehaus, Schule, Kindergarten und Sporthalle wurden auch die ersten Einfamilienhäuser im Bennebeker Weg mit angeschlossen. Dabei habe man von Anfang an auf Transparenz bei dem Vorhaben gesetzt, erklärt der Bürgermeister. Per Umfrage ermittelte die Gemeinde die Resonanz zu dem Fernwärmekonzept. "Anfangs brauchten wir schon etwas Überredungskunst, um die Leute von dem Vorhaben zu überzeugen", erinnert sich Werner Koch an die Anfangszeiten.

Biogas hatte bei einigen ein negatives Image, Skeptiker fürchteten um die Zuverlässigkeit des Konzeptes, hatten Angst vor zu viel Abhängigkeit oder waren mit dem Abwägen der Preise beschäftigt. Immer wieder habe man Einwohnerversammlungen abgehalten, um die Bürger zu informieren und deren Fragen zu beantworten, so Koch. Als schließlich der erste Abschnitt angeschlossen war und dessen Bewohner sich überzeugt zeigten, stieg die Nachfrage. Straßenzug um Straßenzug kam dazu. "Heute werden wir nur noch gefragt, ob und wann wir weitermachen", so Koch. Die anfängliche Skepsis sei einer großen Akzeptanz gegenüber Biogas und Fernwärme gewichen.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 36/2017 unter der Rubrik "Erneuerbare Energien" und im digitalen Bauernblatt.

nach oben

Hinweis zur Nutzung von Cookies

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter.