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Olli zu Besuch in Enge-Sande – der autonom fahrende Elektrobus wird die ÖPNV-Zukunft neu definieren. Foto: Iris Jaeger

Busfahren per Knopfdruck, also auf Bestellung, unabhängig von Fahrplänen und das auch noch mit einem elektrisch betriebenen, autonom fahrenden Bus, mitten im ländlichen Raum – in diese Richtung soll sich der öffentliche Nahverkehr entwickeln. Getestet wird das Konzept "ÖPNV-On-Demand" in Schleswig-Holstein, genauer gesagt im nordfriesischen Enge-Sande, gefördert mit mehr als 2 Mio. € durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI).

Lautlos und unendlich langsam rollt Olli die Fahrbahn entlang. Mit seinen kleinen Rädern und seiner an eine Skiliftgondel erinnernden Karosserie wirkt der Elektrokleinbus des amerikanischen Herstellers Local Motors wie ein Spielzeugauto. Seine niedlichen Formen appellieren eher an den Beschützerinstinkt als an das eigene Umweltbewusstsein in Sachen Mobilität. Tatsächlich steht Olli aber für die Zukunft des autonomen Fahrens und für neue Konzepte im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).

Im Juni war Kleinbus Olli zu Besuch beim Grünstromevent auf dem GreenTec-Campus in Enge-Sande, um den Besuchern einen Vorgeschmack auf die autonome Mobilität zu geben. Eigentlich dreht er als Linienbus zu Testzwecken seine Runden auf dem Euref-Campus in Berlin, einem Privatgelände am Schöneberger Gasometer. Dort ist er mit Tempo 9 km/h nach Fahrplan unterwegs, um die Beschäftigten und Besucher der dort ansässigen Firmen auf dem Campus zu befördern. Geplant ist, laut Berliner Zeitung, in diesem Sommer den Linienbetrieb auf "on demand", also auf Abruf, umzustellen. Olli ist mit Kameras, mehr als 30 Sensoren, Laserscanner und Radarsystemen ausgestattet, die ihm beim Erkunden der Strecke unterstützen und entsprechend Daten an seinen Rechner senden. Nach und nach lernte der Kleinbus, was Fahrbahn ist, wo er wenden muss und ob er ein Hindernis umfahren kann oder doch bremsen soll.

So ähnlich wie auf dem Euref-Gelände in Berlin soll nun auch auf dem privaten GreenTec-Campusgelände in Enge-Sande der Testbetrieb für einen nachfragegesteuerten, autonom fahrenden Bus (NAF-Bus) anlaufen. Die Vorbereitungen dafür seien in vollem Gange, erklärt NAF-Bus-Projektleiter Ralph Hirschberg von der Innovationsberatungsgesellschaft EurA AG. Nachdem es Ende Juli mit dem Förderbescheid des BMVI grünes Licht für das Projekt gab, sei man nun dabei ein Lasten-/Pflichtenheft zu erstellen, in dem das Konzept und der Projektverlauf des NAF-Busses exakt dargestellt, die Anforderungen aufgeschlüsselt und die Umsetzung genauestens beschrieben sind. "Ziel ist es, noch in diesem Jahr ein Fahrzeug in den Testbetrieb zu bekommen", so Hirschberg. Ob es sich dabei um einen Olli von Local Motors handeln wird, oder um ein Fahrzeug eines anderen Herstellers, sei noch nicht klar.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 32/2017 unter der Rubrik "Erneuerbare Energien" und im digitalen Bauernblatt.

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