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Die KTBL-Tagung in Bayreuth stand unter dem Motto "In Zukunft elektrisch – Energiesysteme im ländlichen Raum". Foto: Thomas Gaul

Für viele Landwirte ist die Erzeugung Erneuerbarer Energien ein wichtiges Standbein geworden. Doch stand früher vor allem die Einspeisung von Strom ins öffentliche Netz im Vordergrund, wandeln sich die Aufgaben jetzt. Das wurde auf den diesjährigen KTBL-Tagen in Bayreuth deutlich. Die Veranstaltung stand unter dem Motto "In Zukunft elektrisch – Energiesysteme im ländlichen Raum".

Dass die bloße Stromproduktion über lange Jahre im Vordergrund stand, hatte seinen Grund: Das hatte das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) über mehrere Jahre angereizt. "Zunehmend werden aber auch Konzepte zur Eigenversorgung und zur bedarfsgerechten Bereitstellung von Strom und Wärme wichtig", erläuterte Dr. Bernd Krautkremer, Abteilungsleiter Bioenergie-Systemtechnik am Fraunhofer IEE in Kassel. Dies sei eine Entwicklung, die viel Gestaltungsspielraum eröffnet aber auch eine deutlich aktivere Rolle der Landwirtschaft in der Energiewende erfordere.

Zunehmend wichtig würden auch Dienstleistungen im "System Landwirtschaft", die durch Bioenergieanlagen erbracht werden könnten, so Krautkremer weiter. Im Stromsektor ist bereits eine Ausrichtung auf einen bedarfsorientierten Anlagenbetrieb eingeläutet worden, stellte er fest. Durch die ungünstigen Rahmenbedingungen des EEG hänge die praktische Umsetzung aber noch etwas hinterher.

Neue Entwicklungen am Strommarkt sowie das Interesse an Eigenverbrauchslösungen deuteten darauf hin, dass sich die bedarfsgerechte Strombereitstellung mit Bioenergieanlagen dauerhaft etablieren werde. Dafür sind jedoch nicht nur große Gasspeicher erforderlich. Krautkremer wies darauf hin, dass in Forschungsprojekten daran gearbeitet werde, auch die Gasproduktion zu beeinflussen.

Nicht zu vernachlässigen sind die Aufgaben, die speziell Biogas im "Gesamtsystem Landwirtschaft" erfüllt: So stabilisiert die Nutzung von Biomasse zur Energieproduktion mit längerfristigen festen Erlösen die Einnahmen aus volatilen Agrarmärkten. Außerdem kann sie dazu beitragen, die Landwirtschaft insgesamt nachhaltiger zu machen.

So tragen Blühpflanzen oder heimische Eiweißpflanzen zu einer Auflockerung der Fruchtfolge und zum Erfüllen von Nachhaltigkeitsverpflichtungen bei. Ein weiterer positiver Effekt ist der Einsatz von Gülle zur Biogasproduktion, wodurch klimaschädliche Emissionen vermieden werden. Forschungs- und Anpassungsbedarf besteht noch bei der Aufnahme von Material, das nicht für den Vergärungsprozess optimiert ist.

Für Krautkremer bleibt die Bioenergie auch in Phase zwei der Energiewende ein wichtiges Element der Energieversorgung. Der Bedarf an einer höheren Eigenstromnutzung und das Erbringen von Systemdienstleistungen für das Stromnetz führen zum Entstehen neuer Geschäftsmodelle. Mit dem weiteren Zubau der Erneuerbaren Energie werden aber auch die Probleme zwischen der dezentralen Erzeugung und dem Strombedarf deutlicher.

Neben Energiespeichern (Batterien) bieten sich mit der Power-to-Gas-Technologie neue Möglichkeiten. Potenzial liegt hier insbesondere in der Kopplung mit einer Biogasanlage, die das CO2 für den Prozess zur Verfügung stellt. Wegen hoher Kosten des Verfahrens und ungünstiger Rahmenbedingungen ist ein wirtschaftlicher Betrieb noch nicht möglich. Dazu müssten die Anlagen von der EEG-Umlage befreit sein. Bei fortschreitender technischer Entwicklung könnte das Verfahren nach Einschätzung Krautkremers interessant werden. Hoffentlich gibt es dann noch ausreichend Biogasanlagen, wenn das Verfahren zum Einsatz kommt.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 14/2018 unter der Rubrik "Erneuerbare Energien" und im digitalen Bauernblatt.

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