Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

Künftig müssen sich Biogasanlagenbetreiber für die Stromvermarktung und den Erhalt von EEG-Förderung an Ausschreibungen beteiligen. Foto: agrar-press

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz 2017 (EEG 2017) bietet weiterhin keine Anreize für neue Biogasanlagen. Bestandsanlagen können jedoch in die geförderte Flexibilisierung gehen und neuerdings nach der EEG-Laufzeit über die Teilnahme an einer Ausschreibung nochmals zehn Jahre Laufzeit erhalten. Wie das funktioniert und was dabei zu beachten ist, war Thema der 18. Fachtagung Biogas "Zukunftscheck und Flexibilität" der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein in Zusammenarbeit mit dem Fachverband Biogas und der IB.SH Förderbank.

Schon bei der Begrüßung fanden Claus Heller, Präsident der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, und Prof. Martin Braatz, Dekan für den Fachbereich Agrarwirtschaft der Fachhochschule Kiel, deutliche Worte für die Zukunft der Erneuerbaren Energien (EE): "Solange neue Braunkohlefelder erschlossen werden und der Netzausbau hinterherhinkt, hat die Politik die Energiewende nicht begriffen. Wobei in Schleswig-Holstein bereits viel erreicht wurde. Hier haben die Erneuerbaren mit 53 % der Stromerzeugung den größten Anteil, bezogen auf den Stromverbrauch haben wir die 100-%-Marke schon überschritten. Der Bundesdurchschnitt liegt noch bei zirka 30 % EE-Anteil", so Heller. Martin Braatz hob hervor, dass neben dem Netzausbau auch bezahlbare Speichertechnologien fehlten. "Erst wenn wir die Speicher haben, kann es weitergehen."

Der Abteilungsleiter Energie, Klima- und Ressourcenschutz im Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (Melur), Johannes Grützner, stellte klar, dass Wind- und Biogasanlagen eine Belastung für die Landschaft seien, "aber wenn man die Alternativen bedenkt, relativiert sich das", sagte Grützner. 2016 wurden nur zwei neue Anlagen genehmigt, Stilllegungen gab es ebenfalls nur in geringer Zahl. Aber es gingen 2,6 Mrd. € Stromvergütung nach Schleswig-Holstein, davon 570 Mio. € für Biogasanlagen. Zudem sind 5.100 Schleswig-Holsteiner im Bereich Biomasse beschäftigt.

"Die Anforderungen an den Anlagenbetrieb werden schärfer", sagte Grützner. Es werde neue Grenzwerte für Formaldehydemissionen im Abgas geben, die in verschiedenen Stufen für Bestands- und Neuanlagen von derzeit 40 mg/m³ Abgas auf 20 mg im Jahr 2020 sinken. "Die Anlagenertüchtigung zur Luftreinhaltung ist wichtig."

Wie geht es weiter? Auf diese Frage antwortete Silke Weyberg, Regionalreferentin des Fachverbandes Biogas. "Mit dem EEG 2017 sind viele Änderungen der Vermarktung von Strom zu erwarten. Künftig muss, wenn eine Biogasanlage betrieben wird, an einem Ausschreibungsverfahren teilgenommen werden", so Weyberg. Pro Jahr werde eine bestimmte Menge an Strom aus Biogas, Sonne und Wind festgelegt, die neu ins Stromnetz eingespeist werden dürfe. "Als potenzieller Betreiber einer Biogasanlage kann man sich hierfür bewerben – und gibt einen Preis an, den man für die Kilowattstunde Strom haben möchte. Wenn sich mehr Betreiber anbieten, als Bedarf vorhanden ist, bekommt derjenige den Zuschlag, der das niedrigere Gebot eingebracht hat, und erhält diese Vergütung dann 20 Jahre lang", erläuterte sie das Prinzip der Ausschreibung.

Auch Bestandsanlagen könnten an der Ausschreibung teilnehmen. Für sie verlängere sich der Vergütungszeitraum um zehn Jahre. Mit den Ausschreibungen soll der Preis für die Stromerzeugung reduziert werden. Der Maximalpreis, der geboten werden darf, ist gesetzlich festgeschrieben und liegt je nach Anlage zwischen 14,8 ct/kWh (Neuanlagen) und knapp 17 ct/kWh (Bestandsanlagen).

Die erste Ausschreibungsrunde startet im September 2017. Der gesetzliche Anspruch auf eine EEG-Förderung wird durch dieses Auktionsverfahren abgelöst, das künftig darüber entscheidet, ob einem Anlagenbetreiber für eine Anlage ein Anspruch auf EEG-Förderung zusteht. Nur wer im Rahmen dieses Verfahrens einen Zuschlag erhält, wird in Zukunft gefördert. Grundsätzlich gilt: Wer die Produktion von Strom mit Biogas, Wind oder Sonne unter Inanspruchnahme der geringsten staatlichen Förderung anbietet, hat am ehesten die Chance, den Zuschlag für die EEG-Förderung zu erhalten.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblatt-Ausgabe 16/2017 unter der Rubrik "Erneuerbare Energien" und in der Bauernblatt-App.

nach oben

Hinweis zur Nutzung von Cookies

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter.