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Eine stabile Energieversorgung mit Strom aus Wind und Sonne sowie eine intelligente Vernetzung von Erzeugung und Verbrauch stehen im Vordergrund des Sinteg-Förderprogramms. Foto: fotolia/psdesign1

Das Bundeskabinett hat jüngst die sogenannte Sinteg-Verordnung beschlossen. Sie ergänzt das bereits Ende 2016 gestartete Förderprogramm "Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende" (Sinteg) und schafft den notwendigen rechtlichen Rahmen, um neue Verfahren für eine sichere und stabile Stromversorgung bei sehr hohen Anteilen an Erneuerbaren Energien zu erproben und voranzutreiben.

Die Verordnung beinhaltet hierfür eine sogenannte Experimentierklausel. Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) sagte dazu: "Die Sinteg-Verordnung schafft mit der Experimentierklausel den rechtlich notwendigen Rahmen für die Erprobung neuer Verfahren und Technologien für die Zukunft unserer Energieversorgung. In unserem gleichnamigen Förderprogramm 'Schaufenster intelligente Energie (Sinteg)' haben wir bereits fünf großflächige Modellregionen gestartet. Nun passen wir auch den rechtlichen Rahmen an, um Innovationen und neue Verfahren besser voranzutreiben."

Vom Labor in die Praxis

Damit solle erreicht werden, dass diese es schneller vom Labor in den Praxistest und schließlich auch in den Markt schaffen. Mit dem Sinteg-Förderprogramm sind Ende 2016 insgesamt fünf Schaufensterregionen gestartet, die große regionale Versuchsfelder bilden. In diesen Schaufensterregionen werden innovative Verfahren und Technologien für industrielle Verbraucher, Speicher und Netzbetreiber erprobt. Es geht vor allem darum, neue Verfahren und Technologien zu testen, die die Erzeugung und den Verbrauch von Erneuerbarer Energie miteinander vernetzen und so zur Stabilität des Stromsystems beitragen. Oder sie ermöglichen es, schneller und flexibler auf die Preise am Strommarkt zu reagieren.

Ziel ist es, in großflächigen Modellregionen die Realisierbarkeit einer klimafreundlichen, sicheren und effizienten Stromversorgung bei hohen Anteilen fluktuierender Stromerzeugung aus Wind und Sonne zu demonstrieren. Die Lösungen aus den fünf Schaufensterregionen sollen als Blaupause für eine breite Umsetzung in Deutschland dienen. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert die fünf ausgewählten Schaufensterregionen in Deutschland mit über 200 Mio. €. Mit der neuen Experimentierklausel können sich die Sinteg-Projektteilnehmer begrenzt für die Dauer des Projektzeitraums wirtschaftliche Nachteile (unter anderem höhere Strompreisabgaben) erstatten lassen, die ihnen durch die Projektteilnahme entstanden sind. Konkret bedeutet das, dass Unternehmen zunächst selbstverständlich alle zusätzlich auftretenden Umlagen und Entgelte bezahlen müssen. Auf Antrag können sie sich aber solche Beträge erstatten lassen, die aufgrund ihrer Tätigkeit im Sinteg-Programm zusätzlich angefallen sind. Die Verordnung ist bis Mitte 2022 befristet.

Modellregion New 4.0

Zu den fünf Modellregionen gehören auch Schleswig-Holstein und Hamburg mit dem Schaufenster "Norddeutsche Energiewende New 4.0". Dieses soll zeigen, dass die Gesamtregion bereits ab 2035 sicher und zuverlässig mit 100 % Regenerativer Energie versorgt werden kann. Im Rahmen einer Doppelstrategie sollen regionale EE-Abregelungen von Windenergieanlagen in der Modellregion einerseits durch einen erhöhten Stromexport in andere Regionen reduziert werden. Gleichzeitig soll die "energetische Selbstverwertungsquote", das heißt der Verbrauch regenerativ erzeugter Energie in der Region durch geeignete Flexibilitätskonzepte gesteigert werden.

"Besonders im Fokus steht dabei, den Stromverbrauch in ganz neuen Dimensionen zu flexibilisieren und im Gegensatz zum bisherigen System den Verbrauch der Erzeugung anzupassen. Dies bedeutet, überschüssigen erneuerbar erzeugten Strom in andere Energieformen, wie beispielsweise Wärme, umzuwandeln (Sektorenkopplung). Darüber hinaus sollen in New 4.0 das zukünftige Marktdesign und das Zusammenspiel der Marktpartner erprobt werden, um Lösungen für die regulatorische Weiterentwicklung zu erarbeiten", lautet die Projektbeschreibung auf der Internetseite von New 4.0.

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