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Im Gegensatz zu überständigem Gras auf dem Halm fressen die Kühe das angewelkte Gras aufgrund des höheren Zuckergehalten in der Frischmasse. Foto: Matthis Domscheit

In Zeiten stagnierender Produkterlöse und im Mittel steigender Produktionskosten ist der Ansatz, den Gewinn je Einheit durch massive Senkung der Produktionskosten zu steigern, eine sinnvolle Alternative. Eine gut organisierte Weideführung besticht durch tiefstmögliche Futterkosten. Da die Futteraufnahme der Weidekuh geringer ausfällt als bei der Stallfütterung, verliert die Milchleistung je Kuh an Bedeutung, und die Milchleistung je Hektar Weidegras tritt in den Vordergrund.

Veränderungen auf Ebene der Kosten und Erlöse erfordern eine Anpassung der Produktionstechnik. Eine mögliche Strategie wird für die Zukunft die konsequente Senkung der Produktionskosten bei ansprechender Leistung sein. Für Grünlandbetriebe in arrondierter Lage der Flächen ist das System "Vollweide mit Winterabkalbung" eine Möglichkeit, obige Ziele zu erfüllen. Dazu fand kürzlich auf dem Ausbildungsbetrieb Jörg Riecken, Großbarkau ein Praktikertag statt.

Auf insgesamt 127 ha Gesamtbetriebsfläche (40 ha Grünland direkt am Betrieb) weiden zurzeit 95 Milchkühe und 90 Stück weibliche Nachzucht der Rasse Holstein Friesian. Die aktuelle Leistung beträgt 10.200 kg bei 3,64 % Fett und 3,3 % Eiweiß. Zirka 5.000 kg Milch werden aus dem Grundfutter pro Kuh und Jahr ermolken. Der aktuelle Kraftfuttereinsatz pro Kilo Milch beträgt 240 g/kg Milch. Der Betrieb praktiziert eine saisonale Blockabkalbung in den Monaten Oktober bis Januar. Das bedeutet, dass die Anforderungen der Hochleistungskuh an die Energieversorgung aus den Silagen der Winterfütterung erfüllt werden. Im Durchschnitt hat die Herde den durchschnittlichen 135. Laktationstag überschritten, wenn sie im Frühjahr auf die Weide kommen.

Die konsequente züchterische Arbeit der vergangenen Jahre hat in vielen Betrieben zu einem enormen genetischen Leistungspotenzial geführt. Durch einen geblockten Abkalbezeitraum in den Wintermonaten können hochveranlagte Tiere entsprechend ihrer Leistung im Stall gezielt ausgefüttert werden. Als optimal hat sich ein Zeitraum von November bis Februar erwiesen. In dieser Zeit können die Tiere mit den besten Silagen und entsprechenden Kraftfuttergaben versorgt werden; die Einzeltierleistung hat Vorrang. In dieser Phase ist mit 9 bis 14 ct Grundfutterkosten je Kilo Milch (ohne Nachzucht) zu kalkulieren.

Ein weiterer Vorteil dieses Kalbefensters besteht darin, dass ein Großteil der Besamungen vor der Weidezeit erfolgt und der überwiegende Teil der Tiere bereits erneut trächtig ist. Dies sorgt für wesentlich mehr Ruhe auf der Weide. Bis zum Weideaustrieb im März/April können somit etwa 30 bis 50 % der zu erwarteten Jahresleistung im Stall ermolken werden.

Während der Weidezeit steht nicht mehr die Milchleistung des Einzeltieres im Vordergrund, sondern die optimale Umwandlung der wachsenden Biomasse von der Weide in Milch. Als effizienteste Weideform hat sich die Kurzrasenweide erwiesen.

Die Milchleistung je Hektar Weide ist nun die bestimmende Kenngröße. Im Idealfall wird der gesamte Aufwuchs ohne Futterrest über die gesamte Weidezeit als hochverdauliches Futter genutzt. Dies setzt allerdings ein konsequentes Handeln des Landwirts voraus. Grundsätzlich sollte auf jegliche Zufütterung im Stall verzichtet werden. Insbesondere die Beifütterung von Gras, Heu oder Silagen verdrängt Weidegras nahezu eins zu eins und wirkt aufgrund der geringeren Verdaulichkeit leistungsmindernd. Kraftfuttergaben wirken ebenfalls verdrängend und erhöhen die Neigung zu Stoffwechselentgleisungen.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 28/2017 unter der Rubrik "Pflanze" und im digitalen Bauernblatt.

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