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Kartoffelvirus Y (PVY): Symptome sind hellgrün-glebe Flecken zwischen den Blattadern der Blätter. Ebenso sind deutliche Kräuselsymptome, die mit Nekrosen auf den Blättern einhergehen können, möglich. Ein kurzer Probestich einer Blattlaus reicht, um die Pflanze mit dem Y-Virus zu infizieren. Foto: Melanie Ziebell

Kartoffeln sind für Blattläuse attraktive Wirtspflanzen. Sie können die Kartoffeln durch ihre Saugtätigkeit, vor allem aber durch die Übertragung von Viren schädigen. Im schleswig-holsteinischen Kartoffelanbau beschränkt sich die Bekämpfung von tierischen Schaderregern meist auf Blattläuse als Virusvektoren. Als wirtschaftlich bedeutendste Viruskrankheiten gelten dabei das Kartoffelvirus Y (PVY) und das Kartoffelblattrollvirus (PLRV). Insbesondere in Pflanzkartoffeln hat eine konsequente Überwachung des Zuflugs von virusübertragenden Blattläusen eine zentrale Bedeutung, denn Kartoffelviren können zu Abstufungen oder Aberkennungen des Pflanzgutes aufgrund einer zu hohen Virusbelastung führen.

Viruskrankheiten können sich bei Pflanzkartoffeln, insbesondere bei dafür anfälligen Sorten, schnell ausbreiten. Blattläuse sind die mit Abstand bedeutendsten Virusüberträger. In der Insektizidstrategie sollte berücksichtigt werden, dass die Virusübertragung der dargestellten Viren unterschiedlich erfolgt. Die Übertragung kann dabei auf persistente oder nichtpersistente Weise erfolgen. Persistent bedeutet, dass das Virus ab ungefähr dem ersten Tag nach der Aufnahme während des gesamten Lebens der Blattlaus auf gesunde Kartoffelpflanzen übertragen werden kann. Diese Übertragungsform trifft vor allem für das Kartoffelblattrollvirus (PLRV) zu. Die Aufnahme des Virus in die Blattlaus erfolgt aber erst nach langen Saugvorgängen. Für die Übertragung des Blattrollvirus kommen daher nur in Kartoffeln siedelnde Kartoffelblattläuse infrage. Zu diesen zählen neben der Grünen Pfirsichblattlaus die Kreuzdornlaus, die Faulbaumlaus, die Gestreifte Kartoffelblattlaus und die Gefleckte Kartoffelblattlaus.

Anders ist die Situation beim nichtpersistenten Kartoffelvirus Y (PVY). Bereits nach einem kurzen Probestich an einer mit Y-Virus infizierten Pflanze können die Viruspartikel von zahlreichen Blattlausarten aufgenommen werden. Beim nächsten Probestich auf einer gesunden Kartoffelpflanze gibt die Blattlaus das Virus über den Speichel ebenso schnell wieder ab, wie sie es aufgenommen hat. Im Vergleich zum Blattrollvirus ist das Y-Virus nur für wenige Stunden infektiös. Durch die rasche Virusaufnahme und -abgabe ist das Y-Virus aber besonders gefürchtet und verursacht in der Pflanzguterzeugung die meisten Probleme. Für die Übertragung des Y-Virus kommen auch nicht nur Blattlausarten infrage, die sich wirklich auf Kartoffelpflanzen vermehren, sondern insbesondere auch solche Arten, die auf der Suche nach Sommerwirten eher zufällig auf Kartoffelpflanzen treffen und dort das Virus durch Probeanstiche an mehreren Pflanzen im Bestand verbreiten. Dazu zählen beispielsweise die Haferblattlaus, die Große Getreideblattlaus, die Schwarze Bohnenlaus oder die Erbsenblattlaus.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblatt-Ausgabe 20/2017 unter der Rubrik "Betriebsführung" und in der Bauernblatt-App.

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