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Der Einsatz von "Blausprays" kann bei Menschen, die Tiere behandeln, zu einer Antibiotika-Exposition führen. Foto: Ronja Mau

Die regelmäßige Klauenpflege ist ein wichtiger Grundpfeiler einer erfolgreichen Milchproduktion und einer langen Nutzungsdauer. Aufgrund der fast flächendeckenden Verbreitung der Mortellaro'schen Krankheit wird hierbei, in Absprache mit dem betreuenden Tierarzt, häufig eine Behandlung betroffener Klauen vorgenommen. Die Sprühanwendung antibiotikahaltiger Präparate kann zur Antibiotika-Exposition der Anwender führen, wodurch eine Gefährdungsbeurteilung erforderlich ist. In diesem Zusammenhang wurde von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin eine Studie mit Klauenpflegern durchgeführt. 

Die tatsächliche Exposition der Klauenpfleger gegenüber dem entsprechenden Spray ist dabei von vielen Faktoren abhängig, was den Versuchsaufbau deutlich erschwert. Die Applikation des Präparates erfolgt mit kurzen Sprühstößen auf die betroffenen Klauen.

Die Häufigkeit des Einsatzes innerhalb einer Arbeitsschicht wie auch in unterschiedlichen Herden variiert dabei sehr stark in Abhängigkeit vom Befall der Herde mit Mortellaro. Aufgrund der Applikation können Stoffe aus dem Spray dabei über die Atemwege, die Haut oder über die Mundschleimhäute vom Beschäftigten aufgenommen werden. Bei derart vielfältigen Expositionsbedingungen ist das sogenannte Biomonitoring die am besten geeignete Methode zur Erfassung der Exposition.

Bei der Behandlung der Mortellaro'schen Krankheit werden die typischen "Blausprays" eingesetzt. Enthaltene Antibiotika sind dabei Chlortetracyclin (CTC) und Oxytetracyclin (OTC). Beide Wirkstoffe werden sehr schnell über Schleimhäute und Haut aufgenommen und innerhalb des Körpers schnell in Gewebe und Körperflüssigkeit verteilt.

Je nach Wirkstoff werden beim Menschen dabei 20 % (CTC) bis 30 % (OTC) des Wirkstoffes über den Urin ausgeschieden. Die Eliminationshalbwertszeit beim Menschen, also diejenige Zeitspanne, die zwischen der Maximalkonzentration des Wirkstoffes im Blutplasma bis zum Abfall auf die Hälfte dieses Wertes verstreicht, beträgt bei Chlortetracyclin 5,5 Stunden und bei Oxytetracyclin 9,2 Stunden.

Tetracycline besitzen eine relativ geringe Toxizität. Diese liegt bei einem NOEL (no observed effect level) von 2.000 µg pro Tag. Der NOEL entspricht der höchsten Dosis oder Expositionskonzentration eines Stoffes in Studien, bei der keine statistisch signifikante, behandlungsbedingte Wirkung beobachtet werden kann. Daher ist bei sachgemäßer Anwendung eine Vergiftung des Anwenders unwahrscheinlich. Eine Wirkung auf die Bakterienflora des Anwenders sowie eine Belastung des Stoffwechsels oder die Entstehung möglicher Allergien sind aber auch schon bei deutlich geringeren Dosen denkbar.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 15/2018 unter der Rubrik "Tier" und im digitalen Bauernblatt.

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