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Eine gute Futteraufnahme ist ein Indiz dafür, dass das Futter nicht mit Mykotoxinen belastet ist. Foto: Isa-Maria Kuhn

Ohne ersichtlichen Grund fressen die Kühe nicht richtig, Milchleistung und Konzeptionsrate sinken. Nach einiger Zeit ist alles wieder halbwegs in Ordnung. Allerdings beginnt das gleiche Spiel bald wieder von vorne. Diese unspezifischen, wechselhaften Symptome können die Auswirkungen von Mykotoxinen sein.

Mykotoxine sind giftige Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen. Die bekanntesten Schimmelpilze gehören zu den Aspergillus-, Penicillium- und Fusariumarten. Diese Pilze und ihre Sporen sind überall vorhanden, weshalb ein gewisser Besatz nicht zu vermeiden ist. Ein Schimmelpilzbefall ist häufig gut als weißlicher, fädiger oder wattig-staubähnlicher Überzug sichtbar.

Im Verlauf der Verderbnisvorgänge können sich die Farben verändern (zum Beispiel grünlich oder schwärzlich). Oftmals kann man einen typisch muffigen Schimmelpilzgeruch wahrnehmen. Mykotoxine werden abhängig von den vorherrschenden Bedingungen wie zum Beispiel Feuchtigkeit, Temperatur, Substrat und konkurrierender Mikroflora in unterschiedlichem Ausmaß gebildet.

Ein sichtbarer Schimmelpilzbefall bedeutet nicht automatisch das Vorhandensein von Mykotoxinen. Andererseits kann man aber auch nicht davon ausgehen, dass unverändert aussehende Pflanzenteile von Mykotoxinen unbelastet sind. Auch mehrere verschiedene Mykotoxine können nebeneinander vorkommen. Aufgrund ihres zum Teil hohen Toxizitätspotenzials stellen sie weltweit ein ernsthaftes Problem sowohl für die Landwirtschaft als auch für die Lebensmittelindustrie dar. Laut einer Schätzung der Food and Agriculture Organisation (FAO) der Vereinten Nationen sind 25 % des weltweiten Getreidevorkommens mit Mykotoxinen belastet.

Mykotoxine gehören zu einer großen Gruppe von chemisch sehr unterschiedlichen Stoffen. Bisher wurden mehr als 300 verschiedene Mykotoxine identifiziert. Bei der Pilzflora von Futtermitteln unterscheidet man zwischen Feld- und Lagerpilzen. Fusarien werden zu den Feldpilzen gerechnet, hier setzt die Toxinbildung bereits vor der Ernte zum Beispiel bei ungünstigen Witterungsbedingungen ein.

Aspergillus- und Penicilliumarten zählen zu den sogenannten Lagerpilzen, bei welchen die Toxinbildung in aller Regel erst nach der Ernte einsetzt. Über das Vorhandensein von Mykotoxinen kann die Futtermittelanalyse Aufschluss geben. Dabei sollte man bedenken, dass immer nur das gefunden werden kann, wonach auch gezielt gesucht wird. Die Probenahme muss sehr sorgfältig und für das jeweilige Futtermittel repräsentativ erfolgen, da die Schimmelpilzbildung oft in Nestern auftritt.

Aflatoxine stellen hauptsächlich ein Problem bei Futtermitteln aus wärmeren Regionen dar. Sie betreffen vor allem Importfuttermittel wie beispielsweise Sojaextraktionsschrot, Palmkern- oder Kokosexpeller. Sie wirken stark leberschädigend, immunsuppressiv und krebserregend. Aufgrund seiner Häufigkeit und extrem hohen krebserregenden Eigenschaften hat das Aflatoxin B1 (AFB1) die größte Bedeutung. Wird AFB1 von Milchkühen aufgenommen, wird es zum Teil als Aflatoxin M1 (AFM1) in die Milch abgegeben und gelangt so in die menschliche Ernährung.

Obwohl Aflatoxin produzierende Aspergillusarten üblicherweise zu den Lagerpilzen gerechnet werden, können sie auch bei entsprechenden Bedingungen auf dem Feld auftreten (wiederum eher in wärmeren Regionen). Maispflanzen werden während des Wachstums durch Sporen infiziert, insbesondere bei Schäden durch einen starken Insektenbefall. Der Schimmelpilz befällt den Kolben und dringt dann in die Kerne vor, wo die Bildung von Aflatoxinen in einem engen Rahmen von Wassergehalt und Temperatur einsetzen kann.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 36/2017 unter der Rubrik "Betriebsführung" und im digitalen Bauernblatt.

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