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Ein derartiger Schimmelbefall ist leicht zu entdecken. Foto: Ronja Mau

Mykotoxine sind für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Milchkühen von großer Bedeutung. Ein großzügiges Entfernen von Schimmel am Silo kann zu einer deutlichen Reduktion der Mykotoxinbelastung führen.

Wie bei den Feldpilzen gibt es auch bei den Lagerpilzen Unterschiede. Hier muss gerade bei der Betrachtung der Milchkühe zwischen Lagerpilzen und deren Mykotoxinen aus Getreide und Konzentratfutter und den in Silagen vorkommenden unterschieden werden.

Häufigste Lagerpilze und ihre Mykotoxine

Als Hauptmykotoxinbildner werden Penicillien und Aspergillen angesehen. Eines der am häufigsten gebildeten Toxine ist das Ochratoxin A (OTA). Penicillium kann zudem die Toxine Patulin, Roquefortin C und das PR-Toxin bilden. Wichtigstes Stoffwechselprodukt der Aspergillen neben OTA ist dagegen Aflatoxin.

Schimmel in Getreide und Konzentratfutter

Schimmelpilze und somit Mykotoxine können auch in vermeintlich trockenem Getreide gebildet werden. Hier können entweder durch Feuchtigkeitswanderungen infolge Temperaturwechsel Kondensationspunkte mit höherem Wassergehalt entstehen (Hotspottheorie) oder durch die Atmungstätigkeit von Kornkäfern oder anderen Getreideschädlingen (Milben, Larven von Mehlmotten) Feuchtigkeit gebildet werden und dann sekundär Verschimmelung auftreten, was oft nicht bemerkt wird.

In Trocknungsanlagen ist der Wasserbewegung Beachtung zu schenken. Das mit der Lüftung auszutreibende Wasser darf nicht im Getreidestock kondensieren, sondern muss hinausbefördert werden, hierfür ist eine ausreichend große Kapazität von entscheidender Bedeutung.

Im Bereich Konzentratfutter ist ein immer wieder auftretender Schwachpunkt Futter, welches noch mit sehr hohen Temperaturen die Produktion verlässt und dann auf dem Weg zum Landwirt oder erst vor im Ort im Silo abkühlt und so Kondensationswasser bildet. Des Weiteren sind die Überprüfung der Hochsilos auf Undichtigkeiten und deren regelmäßige Reinigung ein entscheidender Faktor zur Sicherstellung der Futterqualität.

Mykotoxinbelastungen in Silagen

Das Thema qualitativ hochwertige Silagen ist kein neues, und dennoch ist es auch in Bezug auf eine niedrige Mykotoxinbelastung entscheidend. Grundsätzlich sind Schimmelpilze obligat aerob, was bedeutet, dass sie zur Vermehrung und zur Bildung von Mykotoxinen Sauerstoff benötigen. Somit sollte die Anwendung der guten fachlichen Praxis auch in Hinblick auf Mykotoxine einen hohen Stellenwert haben.

Das bedeutet, dass ein hoher Trockenmassegehalt in Verbindung mit einer schlechten Verdichtung, Kondenswasserbildung am Rand und eine schlechte Abdichtung sowie unpassende Entnahmetechnik und ungenügender Vorschub zu einem massiven Pilzwachstum führen. Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass eine vermehrte Schimmelpilzbildung im Silo erst mit Beendigung der Bakterienfermentation einsetzt, als grober Anhaltspunkt lässt sich hier Weihnachten als Zeitpunkt nennen.

Penicillium roqueforti, der Pilz des Blauschimmelkäses, ist ein perfekt an Silagen angepasster Schimmelpilz, der selbst in Topsilagen zu finden ist. Er ist dabei pH-tolerant und mikro-aerob. Die Hauptinfektionsquelle liegt hier im Boden, dies bedeutet, dass ein vermehrter Sandeintrag auch immer eine vermehrte Infektion mit dem Schimmelpilz nach sich zieht. Im Laufe der Lagerdauer nimmt dabei die Schimmelbelastung und damit auch die Belastung mit Mykotoxinen zu.

Die Toxine Patulin und Roquefortin C haben eine vorwiegend neurotoxische Wirkung, wohingegen das PR-Toxin eine stark antibiotische Wirkung hat und damit erhebliche Auswirkungen auf den Magen-Darm-Trakt haben kann.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 2/2018 unter der Rubrik "Tier" und im digitalen Bauernblatt.


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