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Fipronil ist ein Breitspektruminsektizid. Es wird unter anderem gegen Flöhe, Läuse, Zecken, Schaben und Milben eingesetzt. Foto: agrar-press

Die Krise am Eiermarkt durch mit dem Insektizid Fipronil belastete Ware hat sich vorige Woche von Belgien und den Niederlanden im Zuge entsprechender Exporte auch auf Deutschland ausgeweitet.

Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Berlin ist "offensichtlich kriminelle Energie" Ursache der Fipronilbelastung. Strafbare Handlungen bei der Herstellung des Desinfektionsmittels "Dega-16", in dem das in der Nutztierhaltung verbotene Fipronil nachgewiesen worden sei, müssten von der niederländischen und belgischen Staatsanwaltschaft unverzüglich verfolgt werden. Mit seinen Amtskollegen habe Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) sich verständigt, dass deutsche Verbindungsbeamte in die Behörden der Niederlande und Belgien entsandt werden, um den Informationsfluss zu gewährleisten.

Situation unter Kontrolle

Für Deutschland arbeite man mit Hochdruck an der Aufklärung der Fälle und der Nachverfolgung der Warenströme, unterstrich Schmidt. Beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) sei ein Lagezentrum eingerichtet worden, das die Informationen aus den EU-Mitgliedstaaten und den Bundesländern koordiniere. Zudem habe man im Bundeslandwirtschaftsministerium einen Krisenstab gebildet, der sich in ständiger Bereitschaft befinde.

Darüber hinaus komme das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in seiner Einschätzung zu dem Ergebnis, dass eine akute gesundheitliche Gefahr nahezu auszuschließen sei. Ob für die betroffenen Eierproduzenten und Verpackbetriebe in Deutschland Entschädigungszahlungen infrage kommen, ließ Schmidt offen. Er erinnerte an die zivilrechtlichen Schadensansprüche, die den Betroffenen bei mutwilliger Panscherei zuständen.

In Deutschland sei die Situation unter Kontrolle, versicherte Schmidt. Er wolle aber noch keine Entwarnung geben. Auch konnte er nicht ausschließen, dass "noch mehr zu Tage kommt", wenn alle Warenströme geklärt seien. Das betreffe vor allem verarbeitete Eier.

Eier aus Schleswig-Holstein sind unbelastet

Nach Angaben des Kieler Verbraucherschutzministeriums sind belastete Lieferungen in einem Größenumfang von höchstens 280.000 Eiern nach Schleswig-Holstein gelangt. Betroffen sein könnten Eier aus den Niederlanden mit den Printnummern: 2-NL-4272201, 2-NL-4272202 und 2-NL-4272301. Bei Eiern, die in Schleswig-Holstein produziert wurden gebe es jedoch nach Untersuchungen des Landeslabores keine Hinweise auf Fipronilbelastung.

Der Geflügelwirtschaftsverband Schleswig-Holstein und Hamburg wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Eier von schleswig-holsteinischen Höfen daran zu erkennen sind, dass die Betriebsnummer, die dem Ländercode "DE" folgt, mit den Zahlen "01" beginnt (Beispiel: 1-DE-0145678).

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 32/2017 unter der Rubrik "Agrarpolitik" und im digitalen Bauernblatt.

 

 

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