Schleswig-Holstein

Zum Buch Nord-Ostsee-Kanal: Begegnungen

Kommentar

16.03.2009 -  

Veränderungen in der Marktberichterstattung

Mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 03. Februar 2009 zum Absatzfondgesetz, das für verfassungswidrig und nichtig erklärt wurde, wurde die Suche nach neuen Strukturen in diesem Bereich ausgelöst. Auf Bundesebene wurde die Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) am 26. Februar 2009 gegründet. Gesellschafter sind die Fachverlage sowie die Verbände der Land- und Ernährungswirtschaft. Teils sollen Aufgaben in der Markt- und Preisberichterstattung, wie sie die ZMP durchgeführt hat, teils aber auch neue Arbeitsbereiche in dieser Gesellschaft aufgelegt werden.
Für die Marktberichterstattung in Schleswig-Holstein hat die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein im Bauernblatt schon immer einen großen Teil beigetragen. Über das bisherige ZMP/Kammerprogramm wurden Preise und Marktdaten auf der Handelsebene erhoben. Die teilnehmenden Handelsbetriebe stellen diese Informationen auf freiwilliger Basis zur Verfügung. Nach einem festgelegten Schema werden die Preise, die der Handel den Erzeugern für Getreide und Ölsaaten zahlt, erhoben. Diese Daten werden von der Landwirtschaftskammer ausgewertet und analysiert. Diese Auswertungen werden an die ZMP für die bundesweite Berichterstattung übermittelt sowie im Bauernblatt veröffentlicht. Dieses geschieht auch im Bereich Kartoffeln, sowie Ferkel, Nutzkälber und Eier. Im Bereich Futtermittel werden die Preise ebenfalls wöchentlich erhoben und ans Bauernblatt weitergegeben. Gegenüber der ZMP werden die Daten auf Monatsbasis ausgewertet und übermittelt.
Mit diesem Programm wird somit die Markt- und Preislage auf der für den Landwirt entscheidenden Handelsebene erhoben und damit transparent gemacht. Diesem Programm liegt ein Befragungsschema zugrunde, dass auf Bundesebene im Arbeitskreis Marktwirtschaft beim Verband der Landwirtschaftskammern in Abstimmung mit der ZMP beraten und weiterentwickelt. So wurde die Marktberichterstattung ständig an die Veränderungen angepasst.
Was ändert sich jetzt für die Marktberichterstattung in Schleswig-Holstein, wenn die ZMP ihre Arbeit einstellen muss? Die Datenerhebung im Rahmen des ZMP-Kammerprogramms wird fortgeführt, die Ergebnisse werden auch in bewährter Form im Bauernblatt zu finden sein. Nur auf Bundesebene wird es die Zusammenführung und Auswertung sowie die Analyse nicht mehr geben. Dieses wäre dann möglicherweise eine Aufgabe der AMI.
Im Bauernblatt stellt sich der Marktbereich seit vergangener Woche anders dar. Alle Markt- und Preisberichte werden jetzt von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein erarbeitet. Das heißt neben den bisherigen Daten und Berichten aus dem ZMP/Kammerprogramm werden jetzt auch die Rinder- und Schweinemärkte vom Bereich Markt der Abteilung Bildung, Betriebswirtschaft, Beratung analysiert und entsprechend dargestellt.
Damit haben sich zum Teil auch die Inhalte verändert, so werden in den einzelnen Märkten die Börsenkurse einen größeren Rahmen einnehmen. Auch die Marktentwicklungen aus den benachbarten Bundesländern finden bei entsprechender Marktbedeutung Einfluss in die Berichterstattung. Berichte über Obst und Gemüse sowie Bioprodukte fallen zur Zeit eingeschränkt aus. Je nach Bedarf und Möglichkeit werden die Berichte zu den einzelnen Märkten weiter ausgebaut und auch an die saisonale Entwicklung angepasst. Darüber hinaus wird diskutiert, die Betriebsmittelmärkte in die Berichterstattung aufzunehmen. In jeder Veränderung steckt somit auch eine Chance Neuerungen aufzunehmen.

Bernd Irps, LK-Markt


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