Schleswig-Holstein

Zum Buch Nord-Ostsee-Kanal: Begegnungen

Kommentar

06.09.2010 -  

Kuh-S

Nach Theodor Heuss ist die einfache Definition von Qualität „das Anständige“. Dass Landwirte entsprechend diesem Grundsatz ihre Produkte erzeugen, kann man eigentlich vorausetzen. Doch in Zeiten von Normen und Qualitätssiegeln genügt der reine Vertrauensgrundsatz nicht mehr alleine. So fordern zum Beispiel die Rinderschlachthöfe zunehmend Tiere, die nach der QS-Norm erzeugt worden sind. Druck machen derzeit hier vor allem die Handelsketten, die ab Herbst ihre SB-Rindfleischartikel mit dem blauen QS-Logo auszeichnen wollen, wie es bereits bei Schweine- und Geflügelfleischerzeugnissen fast schon Standard ist. Im Discountbereich wird es in naher Zukunft nur SB-Frischfleisch mit QS-Prüfzeichen geben. Daher wird die Nachfrage der Schlachtbetriebe nach Ware entsprechender Herkunft auch im Rindfleischbereich steigen. Im Bereich der Verarbeitungsware, zum Beispiel Rinderhackfleisch für die Hamburgerproduktion der großen Fast-Food-Ketten, wächst die Nachfrage nach QS-Ware ebenso. Im Gegensatz zu den Geflügel- und Schlachtschweineproduzenten setzt sich die Qualitätssicherung mit dem Prüfsiegel Qualität und Sicherheit (QS) im Schlachtviehbereich, vor allem bei den Schlachtkühen, dagegen nur zögernd durch. Vor zehn Jahren war die BSE-Krise der Rinder ein Hauptbewegungsgrund für Politik und die Interessenverbände, die QS-GmbH auf den Weg zu bringen. Doch gerade im Rindfleischbereich ist das Ziel einer flächendeckenden Einführung noch nicht umgesetzt worden. Die Betriebe wollen sich nicht mit dem „Krisensystem QS“ in Verbindung bringen lassen. Zudem befürchten sie einen höheren Aufwand und mehr Kosten, durch die möglichen Zuschläge nicht gedeckt werden. Aufgrund der derzeit regen Nachfrage nach dem knappen Schlachtkuhangebot haben einige Schlachtbetriebe ihre QS-Zuschläge vorübergehend heraufgesetzt. Zum Teil wird auch noch nach echten QS-Rindern und solchen über die Anerkennung des Qualitätssiegels Milch (QM-Milch) differenziert, die von QS als „lieferfähig“ eingestuft werden. Derzeit sind etwa die Hälfte der QM-Betriebe echte QS-Partner. Der Aufwand für eine Zulassung als QS-Betrieb ist relativ gering. Bei der unspektakulären Betriebskontrolle muss meist nur die schon vorhandene Dokumentation vorgewiesen werden. Für einen QM-Betrieb ist die QS-Zulassung über eine einfache Registrierung möglich. Zusätzlich sollte auch die Erzeugung der Schlachtbullen, der -färsen und -kälber mit dem QS-System dokumentiert werden. Die Handelspartner, die das Schlachtvieh aufkaufen, geben Auskunft, ob sie an das QS-Programm liefern und welche Zuschläge die Landwirte erwarten können. Für Schlachtkühe lassen sich bis zu 5 ct/kg Schlachtgewicht an Aufschlag erzielen. Vereinzelt wurden auch höhere Zuschläge gewährt, oft liegen sie aber auch etwas darunter. Ein Betrieb mit 90 Milchkühen und etwa 30 Schlachtkühen im Jahr mit jeweils 310 kg Schlachtgewicht kann bei einem Zuschlag von 5 ct/kg auf diesem Weg 465 €/Jahr mehr erlösen. Somit zeigt sich, dass ausgediente Milchkühe als Schlachtvieh richtig gefragt sind – allerdings nur mit dem blauen QS-Prüfzeichen. Dies gilt auch für die übrigen Schlachttiere. Wie im Schweinebereich kann es in Zukunft zu der Situation kommen, dass Lieferungen ohne QS-Status mit Preisabschlägen bestraft werden. Somit wird die Teilnahme am QS-System auch für Rinderhalter zunehmend zum Wettbewerbsvorteil. So hat auch die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) auf diese Entwicklung reagiert und ihre Notierung auf QS umgestellt. Bei einem Selbstversorgungsgrad von fast 120 % bei Rindfleisch in Deutschland ist der reibungslose Absatz von Schlachtrindern nicht immer ohne Probleme möglich. Somit sollten die Landwirte reagieren, wenn sich Vermarktungsmöglichkeiten wie derzeit die rege Nachfrage nach QS-Schlachtkühen und anderen Schlachtrindern bieten.
Frei nach dem Motto „Tue Gutes und sprich darüber“ kann man somit sagen „Bleibe anständig und dokumentiere es“. 

Karsten Hoeck, LK-Markt

 

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30.08.2010 -  

Aufruhr am Düngermarkt

Mit den  gestiegenen Getreidepreisen wittern alle Beteiligten im vorgelagerten Bereich wieder Morgenluft. So wird in der Branche in den nächsten Jahren ein steigender Bedarf an Nahrungsmitteln gesehen. Um diese zu produzieren, sind Düngemittel erforderlich. In der Ökonomie wird immer auf den Zusammenhang zwischen Produkt- und Faktorpreisen hingewiesen. Mit dem höheren Getreidepreisen sind daher auch höhere ...  mehr »


23.08.2010 -  

Alles teurer im Zuge der Weizenpreisrallye?

Die Ernte in Russland fällt bekanntlich durch die Trockenheit und die Brände deutlich kleiner aus, darauf folgte der Exportstopp. Auch in den jüngsten Schätzungen des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums wurde die Getreideernte Russlands auf 65,9 Mio. t geschätzt, nicht weit entfernt von den letzten Schätzungen Putins. Die neuerlichen Herabstufungen der Ernte wie auch der Exporte auf rund 3,5 Mio. t Getreide nach 20 Mio. t ...  mehr »


16.08.2010 -  

Wie nachhaltig ist das Machtwort Putins für den Exportmarkt?

Preissteigerungen wie in den vergangenen Wochen ließen wieder Hoffnungen am Getreidemarkt auf eine Wiederholung des Jahres 2007 aufkommen. Waren doch in einer Woche die Preise an der Börse Matif um knapp 30 €/t angestiegen. Einen besonders großen Sprung gab es in der vergangenen Woche, als Putin einen Exportstopp Russlands verkündete. So stieg der Weizenkurs am Donnerstag für den Monat November 2010 um 14 €/t an. Im Laufe des ...  mehr »


09.08.2010 -  

Schlachtsauennotierung – ein neuer Anlauf

Im Bereich der Schlachtsauenvermarktung gibt es viele Unbekannte: Je nach Lebend- oder Schlachtgewichtsabrechnung gibt es zwar diverse Notierungen und Basispreise, doch wie viel tatsächlich je Sau erlöst wird, ist meist offen. Jeder Handelspartner arbeitet mit eigenen Zu- und Abschlägen, und auch bei der Ausschlachtung gibt es oft große Differenzen, sodass ein Preisvergleich der Vermarktungswege nur schwer möglich ist. Doch lohnt ...  mehr »


02.08.2010 -  

Folgen die Düngerpreise den Getreidekursen?

Aktien von Düngemittelherstellern erfreuen sich derzeit einer reger Nachfrage der Anleger. Viele Aktionäre sehen in dieser Branche eine Art Schlüsselstellung die mit ihren Produkten den Hebel zur Steuerung der Erträge der Agrarrohstoffe in der Hand hat. Nachdem große Düngemittelhersteller aktuell gute Wirtschaftsergebnisse veröffentlicht haben und man von einer steigenden Düngernachfrage vor allem in Asien, ...  mehr »


26.07.2010 -  

Sonnige Aussichten am Getreide- und Rapsmarkt

Die für unsere Regionen ungewöhnlich heiße Sommerwitterung kam nach dem frostigen Winter und dem kühlen Frühjahr für viele sehr gelegen und erfreut vor allem diejenigen, die sich am Strand oder an klimatisierten Plätzen aufhalten können. Doch auch an den Getreide- und Rapsmärkten hat sich die Stimmung durch die sonnige Witterung deutlich gebessert. Obwohl die trockene und heiße Witterung erst relativ ...  mehr »


19.07.2010 -  

Hohe Preise nutzen?

Die Temperaturen erreichen dieser Tage Höchstwerte, und  Trockenschäden sind nicht nur in den Gärten, sondern besonders auf den Feldern das Thema vieler Diskussionen. Dabei wird bereits von massiven Schäden gesprochen, wobei auch gleich die Einschränkung gemacht wird: wenn diese Hitzewelle so anhält. Wie groß sind die Schäden wirklich, und wie können diese durch andere Regionen ausgeglichen werden? In ...  mehr »


12.07.2010 -  

Wachstumsbranche Schweinemast

Die Entwicklung der Schlachtschweinepreise hat im ersten Halbjahr dieses Jahres einen saisontypischen Verlauf genommen. Seit März dieses Jahres stiegen die Kurse um etwa 20 ct/kg Schlachtgewicht an und überschritten zwischenzeitlich die Marke von 1,50 €/kg Schlachtgewicht. Auch in den Vorjahren gab es im Frühjahr einen ähnlichen Preisanstieg, und oft konnten sich die Kurse dann auch bis Ende des Sommers auf einem erhöhten Niveau ...  mehr »


05.07.2010 -  

Wird es ein gutes Kartoffeljahr?

Die ersten Frühkartoffeln aus Schleswig-Holstein sind vereinzelt schon zu haben. Es handelt sich dabei aber um Proberodungen, die wenigen Knollen werden frisch direkt ab Hof oder auf den Wochenmärkten angeboten. Wie jedes Jahr üblich, werden für die ersten Frühkartoffeln besonders hohe Preise gefordert und gezahlt. So werden zurzeit dafür um die 85 €/dt genannt. Nach dem ersten Hoch fällt üblicherweise der Preis ...  mehr »


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