Schleswig-Holstein

Zum Buch Nord-Ostsee-Kanal: Begegnungen

Kommentar

30.01.2012 -  

Nicht alle Düngemittel wieder teurer!

Nach den Niederschlägen ist noch nicht an eine Befahrbarkeit der Böden zu denken, aber die Überlegungen zum Düngereinsatz und Düngereinkauf stehen auf vielen Betrieben obenan. Viele Erzeuger haben sich bereits mit Stickstoffdünger für die erste Gabe eingedeckt, teils auch schon im Frühjahr und Sommer des vorigen Jahres. Bei vielen Betrieben steht aber noch der Düngerkauf aus. Vor einem Monat fielen die Harnstoffpreise deutlich zurück, kurz vor den Feiertagen war geprillter Harnstoff zu Preisen zwischen 31 und 32 €/dt zu haben. Für gekörnte Ware musste etwas mehr Geld angelegt werden. Möglich wurden diese Preisabschläge durch verringerte Käufe Indiens. So wurden zunächst 2 Mio. t Harnstoff zum Einkauf am Weltmarkt ausgeschrieben, aber nur 0,8 Mio. t eingekauft. Das entstandene Überangebot drückte auf die Preise, und so konnten sich am Markt schwächere Preise einstellen. Betrachtet man einmal das Einkaufsverhalten Indiens in den letzten Jahren, fallen immer wieder starke Irritationen am Weltstickstoffmarkt auf. So wurde bereits des Öfteren mehr bestellt als letztlich gekauft und somit immer wieder der Preis unter Druck gesetzt.
Ein anderer wichtiger Faktor bei der Preisbildung ist der Produktpreis, das heißt der Düngerpreis ist auch abhängig vom Getreidepreis. Im Dezember fiel dieser weiter zurück, sodass sich auch die Düngerpreise tendenziell schwächer entwickelten. Derzeit steigt der Getreidepreis hierzulande und weltweit wieder leicht an, was dem Düngerpreis auch wieder einen festeren Impuls verliehen hat. So haben sich in den lezten Wochen die Harnstoffpreise schon wieder um mindestens 4 €/t nach oben bewegt. Geht man von der stabilen Weiterentwicklung bei den Getreidepreisen aus, ist derzeit nicht unbedingt von schwächeren Harnstoffpreisen auszugehen. Zudem schwächelt der Euro, was Importe zusätzlich verteuert, also stehen die Zeichen beim Harnstoff eher auf weiteren Preissteigerungen.
Der Kalkammonsalpeter hat die Preisschwäche nicht mitgemacht, sondern ist auf dem bisherigen Niveau stehen geblieben. Das hängt nicht zuletzt auch von den Herstellern in Nordeuropa ab. Die möchten zwar gerne die Preise für KAS noch weiter nach oben treiben, bei den derzeitigen Getreidepreisen lässt sich das aber nicht durchsetzen. Es wird derzeit wenig Spielraum für weitere Preissteigerungen gesehen.
Interessant ist aktuell die Entwicklung bei dem Stickstoffdünger AHL. Dieser Dünger wird günstig aus Russland angeboten. Begründet werden die günstigen Angebote mit der Abschaffung der Anti-Dumping-Zölle. So kann diese Ware hierzulande günstiger angeboten werden.  Es überlegen bereits etliche Ackerbauern, auf diese preisgünstigere Alternative bei den Stickstoffdüngern umzusteigen. Derzeit scheint sich die schwächere Tendenz bei diesem Dünger vorerst fortzusetzten.
Beim Kali werden die monatlichen Reports werden fortgeschrieben. Vonseiten des Anbieters K&S gelten die herausgegebenen Preise  sowie die monatlichen Reports bis Anfang Mai. Vereinzelt gibt es immer wieder Gerüchte über eine nicht ausreichende Verfügbarkeit im Frühjahr. Vielfach wird aber von einer ausreichenden Marktversorgung ausgegangen.
Beim Phosphor, insbesondere beim Diammonphosphat, sind derzeit schwächere Preistendenzen zu sehen. Waren im Dezember noch Preise oberhalb von 50 €/dt am Markt existent, wird derzeit Diammonphosphat  zu Preisen um die 48 €/dt angeboten. Teils wird diese Entwicklung auf eine Überproduktion zurückgeführt. Einige Hersteller versuchen, auf diese Tendenz mit einer Reduzierung der Produktion zu reagieren. Abgemildert wurde der Preisrückgang hierzulande durch den schwachen Euro, sonst wären noch größere Preisabschläge möglich. Vorerst wird in diesem Bereich nicht von einer Trendwende ausgegangen. 

Bernd Irps, LK-Markt


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23.01.2012 -  

Mehr Schweine in Deutschland?  

Die Veröffentlichung der November-Viehzählungsergebnisse brachte überraschende Erkenntnisse. So stieg, entgegen der Erwartung, der Schweinebestand im vorigen Jahr um 2 % an. Doch bei der näheren Analyse zeigt sich, dass diese etwa 600.000 zusätzlichen Schweine durch eine „Revision des Berichtskreises“ neu in die Statistik aufgenommen worden sind. Der Grund für diese Erweiterung der Datenbasis ist die ...  mehr »


16.01.2012 -  

Wird Getreide wirklich knapp?

Am Sonnabend der vorigen Woche war auf der Titelseite der Landeszeitung die Schlagzeile „Getreide wird knapp“ zu lesen. Aus den Berechnungen eines Agrarstatistikers ging hervor, dass Deutschland im laufenden Wirtschaftsjahr beim Getreide unter die 100-%-Marke gerutscht sei und jetzt wieder Getreide importieren müsse. Das letzte Mal war es 1987 der Fall. Ein Blick auf die Getreideernten der vergangenen Jahre weist einen  Bereich von 39 bis ...  mehr »


09.01.2012 -  

Guter Euro – schlechter Euro?

 Zum Jahresbeginn blicken wir auf zehn Jahre Euro zurück. Bei der Einführung am 1. Januar 2002 standen die Deutschen noch Schlange für die neuen Scheine – doch bereits kurze Zeit später wurde die Gemeinschaftswährung als „Teuro“ verschmäht. Durch die jüngste Eurokrise haben selbst viele der verbliebenen Befürworter ihre Meinung geändert. Doch wie steht es um unser Geld? Viele der ...  mehr »


26.12.2011 -  

WTO-Konferenz – Ergebnisse oder gute Vorsätze?

Vom 15. bis 17. Dezember fand in Genf die WTO-Konferenz statt. In früheren Jahren war diese Konferenz mit großem Interesse verfolgt worden, in diesen Tagen ist es schwer überhaupt ein Interesse für diese Konferenz zu generieren. Zu groß ist anscheinend die Euro- und Finanzkrise. Von vielen Ländern wurden nicht die Minister geschickt, sondern die Staatssekretäre. Vielfach wurde bereits im Vorfeld auf eine kaum mögliche ...  mehr »


19.12.2011 -  

Große Zuckerernte

 Was wäre Weihnachten ohne Gebäck und Süßigkeiten? Um die Verbraucher schon rechtzeitig auf die Festtage einzustimmen, bieten der Handel und die Industrie schon im September Dominosteine, Lebkuchen und Christstollen an. Da man sich eher bei kalter Witterung bei Kerzenlicht an den Kaffeetisch setzt, ist, wie in vielen anderen Bereichen, die aktuelle Witterung für den Absatz dieser Produkte entscheidend. Laut GfK sorgte in diesem ...  mehr »


12.12.2011 -  

Hochkonjunktur von Prognosen!

Gerade zum Ende des Jahres  wird vielfach der Blick auf das abgelaufene Jahr gerichtet und die Frage gestellt, wie das kommende Jahr werden wird. Ein besonderes Augenmerk kommt dabei den Märkten zu, so ist derzeit die Zeit der Prognosen und Vorschauen auf den Agrarmarkt 2012. Auch die Rabobank hat  jüngst eine Vorschau auf die Agrarmärkte 2012 herausgegeben. Die Analysten der niederländischen Bank sehen zwar die Finanzkrise als einen ...  mehr »


05.12.2011 -  

Er lebt noch – der Ferkelmarkt

Beim Blick auf den Preisverlauf am Schweine- und Ferkelmarkt in den vergangenen Jahren bekommt man den Eindruck, als würden die Notierungen nur noch drei- bis viermal im Jahr geändert. So blieben die Kurse in diesem Herbst über Monate unverändert, um dann ab Ende Oktober wieder anzusteigen. Eine Preiserholung zu dieser Jahreszeit ist schon außergewöhnlich. So werden die höchsten Preise des Jahres sonst während der ...  mehr »


28.11.2011 -  

Gute Aussichten für Geflügelhalter!

In dieser Jahreszeit rückt das Geflügel wieder stärker in der Verbrauchergunst in den Vordergrund. So hat Gänsefleisch in der Zeit von Anfang November bis zum Weihnachtsfest Hochkonjunktur. Auch bei den Enten steigt die Nachfrage nun kräftig an. Der Markt für dieses Saisongeflügel teilt sich in gefrorene und frische Ware. Hiesige Enten und Gänse werden zumeist frisch vermarktet. Vielfach werden diese Gänse und ...  mehr »


21.11.2011 -  

Mindestlohn für Milchbauern?

Die ersten Auswertungen des abgelaufenen Wirtschaftsjahres liegen vor und zeigen eine im Vergleich zum Vorjahr recht positive Entwicklung der Einkommen der hiesigen Landwirte. Fast alle Betriebstypen konnten ihr Ergebnis verbessern, nur die spezialisierten Ferkelerzeuger bleiben in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation. Die hohen Preisschwankungen an den Märkten für landwirtschaftliche Produkte sorgen auch für ein Auf und Ab der ...  mehr »


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