Schleswig-Holstein

Zum Buch Nord-Ostsee-Kanal: Begegnungen

Landfrauen/Landjugend

09.02.2012 -  

Diavortrag von Annegret Hamster beim OV Nordende und Umgebung

Bild - Diavortrag von Annegret Hamster beim OV Nordende und Umgebung

Foto 1: Schneeglöckchen vor der Haseldorfer St.-Gabriel-Kirche.

Foto 2: Ein Schwarm Weißwangengänse fliegt über den Elbdeich bei Hetlingen. Fotos: Elisabeth Herrmann

Die Schönheiten der Elbmarsch

„Warum in die Ferne reisen, wo das Gute liegt so nah“ – das ist das Resümee, zu dem die 51 LandFrauen am 26. Januar nach dem Vortrag „Die Schönheiten der Elbmarschen“ von Annegret Hamster, Haseldorf, im Restaurant „Zum Tannenbaum“ kamen.

Zur ersten Veranstaltung des neuen Jahres wurde erst einmal tüchtig in alle Richtungen geschnackt, das gehört (nicht nur) bei den LandFrauen dazu. Kommunikation ist wichtig! Nach dem gemeinsamen Essen rückten alle zusammen, um dem Diavortrag von Annegret Hamster zu folgen.

Wild wachsende Schneeglöckchen haben sich sicherlich einmal zusammen mit Gartenmüll hierher verirrt – ein schöner Start, gepaart mit einem selbst verfassten Gedicht. Weiter ging die Reise, vorbei an schönen Bauwerken wie dem Herrenhaus Haseldorf, erbaut 1804 vom dänischen Baumeister Hansen, ursprünglich nur als Sommerresidenz, im Winter wohnte man in Blankenese bei Hamburg. Der Park ist 11 ha groß und umgeben von einem Deich. Im Mai/Juni kann man an einer Führung durch den Park teilnehmen und erfährt etwas über die Geschichte, Literatur und Natur.

Es folgten Bilder von Buschwindröschen – sind giftig, frisst das Wild nicht – und anderen Pflanzen. Zu so mancher von ihnen gab es ein Gedicht oder ein Rezept, die Zuhörerinnen erfuhren, welche Inhaltsstoffe sie haben, zum Beispiel Vitamin C, sehen einen ganzen Teppich aus Gänseblümchen, der den alten Deich bedeckt, wie im März/April die Störche aus ihrem Winterquartier zurückkommen, erst die Männchen, die bereiten das Nest vor, bevor die Weibchen dann einfliegen. Bizarr gewachsene Kopfweiden, das „Meer“ der unter Schutz stehenden Schachbrettblumen in Weiß und Lila in Hetlingen. Auf Pagensand finden wir diese Blumen auch, aber hier ist der Wuchs ein ganz anderer, höher und kräftiger, das kommt durch die Düngung durch Überflutung in dieser Region. Die Schönheit der Apfelblüten darf natürlich auch nicht fehlen, wunderschön in Rosa, Rosa-Weiß oder Rot. Zum Schutz vor Frost berieselte Apfelblüten wirken wie ein eisiger Zauberwald. Die Kastanien mit roten, weißen oder gelben Blüten, Japanischer Kirschapfel, ein Meer von Löwenzahn weist auf einen stickstoffreichen Boden hin, die Rapsblüte zieht die Bienen an. Die Besonderheiten der Gurkenmagnolie: Sie bekommt erst Blätter und dann die Blüte. Resistent gegen Holzwurmbefall hingegen ist der echte Tulpenbaum aus Nordamerika. Binsen wuchsen hier einst vermehrt und wurden etwa zur Abwasserreinigung eingesetzt. Heute gehen sie zurück durch Gänsefraß und mangelnde Nährstoffe. Binsengeflecht dient zur Anfertigung von Stuhlsitzflächen, Rückenlehnen, Bänken, Fußbänken, Hockern und Einlegesitzen. Das alles ist nur ein kleiner Ausschnitt der Vielfalt dieser Flora.

Aber nicht nur die Flora begeisterte die Betrachterinnen, die Fauna konnte sich auch sehen lassen. An der Ostsee sind es die Kraniche, die den Menschen begeistern, hier in den Elbmarschen sind es Zehntausende von Gänsen wie die Nonnengänse. Viele Entenarten, Graureiherkolonien – 200 bis 250 Paare leben hier –, die Mehlschwalbe und viele mehr.

Die Schönheiten der Elbmarschen sind immer einen Besuch wert, ob nun zu Fuß oder per Fahrrad, man muss nur mit offenen Augen durch die Natur gehen. Annegret Hamster hatte uns die Augen für das geöffnet, was wir direkt vor der Tür haben.

Ulrike Rösch/kel

 


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