Schleswig-Holstein

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Landfrauen/Landjugend

09.07.2010 -  

Scheunenfest der LJG Bargteheide in Delingsdorf

Bild - Scheunenfest der LJG Bargteheide in Delingsdorf

Foto 1: Vor der Party: Vorstand beratschlagt.

Foto 2: Nach der Party: Am nächsten Morgen erwartete die fleißigen Helfer ein herzhaftes Frühstück. Fotos: Maren Rüder

Viel Arbeit – viele Helfer – viel Spaß

Die Landjugend Bargteheide feierte am 26. Juni ihr Scheunenfest auf dem Hof Ellerbrock in Delingsdorf. Doch die Feier startete für viele nicht erst Sonnabend. Viele Landjugendmitglieder und vor allem der Vorstand waren schon ein paar Monate mit den Vorbereitungen beschäftigt gewesen. Denn wie jedes Jahr zieht das Scheunenfest weite Kreise.

Die Genehmigungen für das Aufhängen der Hauptwerbequelle – auffälliger Plakater in Pink und Orange – wurden bereits zwei Monate vor dem großen Event eingeholt, und auch die Genehmigung für das Scheunenfest selber ließ nicht lange auf sich warten. Außerdem wurden ein großes Banner aufgehängt und mehrere Anzeigen geschaltet. Auch an die umliegenden Landjugendgruppen wurden Einladungen verschickt.

Die Erlaubnis der Gema (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) wurde beantragt, und ein DJ und eine Wurstbude wurden um Unterstützung angefragt. Denn was ist ein ordentliches Scheunenfest ohne gute Musik und leckeres Essen?

Am Donnerstag vor der Fete musste der Vorstand dann die Ärmel hochkrempeln. Es ging daran, die Halle des Landwirts Heiko Ellerbrock für die vielen erwarteten Gäste besenrein zu fegen. Doch schon nach einer Stunde war die Arbeit getan, und der Vorstand konnte in Ruhe den Ablauf des bevorstehenden Wochenendes besprechen. Was muss gemacht werden? Wer kümmert sich um welche Aufgaben? Wurde etwas vergessen?

Es hilft alles nichts: Bevor man nicht den ersten Schritt getan hat, sieht man auch nicht, wohin er einen führt! Und so versammelten sich am Freitagabend knapp 40 motivierte Landjugendmitglieder, um beim Aufbau mit anzupacken. Es wurden Bauzäune geschleppt, Bierwagen geschoben, Kabel verlegt und Tresen aufgebaut. Dabei war es die größte Herausforderung, für alle Helfer eine Aufgabe zu finden, denn es wurde so gut gearbeitet, dass nach zwei Stunden alle geplanten Dinge bereits erledigt waren und die Leute unermüdlich nach weiteren Tätigkeiten suchten. Zur Belohnung gab es eine Riesenration Burger – die sich nun als die allergrößte Herausforderung herausstellte!

Am Sonnabend ging es dann an die Feinarbeiten: Die Lichterketten wurden aufgehängt, Becher verteilt, Preislisten geschrieben. Nachmittags war eine kleine Pause, und um 20 Uhr versammelte man sich, um vermittelst des Kartenverkaufs für ein wenig Geld in der Laju-Kasse zu sorgen. Die Zeit bis zum offiziellen Start um 21 Uhr wurde damit verbracht, die Getränke zu verteilen und den jüngeren Mitgliedern zu erklären, worauf sie zu achten haben.

Nach einem Anruf der ersten Vorsitzenden, Maren Rüder, bei Radio Hamburg, und einer spontanen letzten Flyer-Verteilung in Bargfeld-Stegen durch Marcus Griem-Krey, Hauke, Sönke und Thies Ruge – beides Aktionen, die auch die letzten geselligen Leute, die für den Abend noch nichts geplant hatten, von unserem Event überzeugen sollten – hielt Maren noch eine kurze Motivationsrede. Dann ging es ans Werk! Die ersten neugierigen Gäste betraten den Schauplatz, zunächst zögernd wegen der zu Beginn noch recht niedrigen Besucherzahl.

Doch schnell war das Gelände gefüllt, und die ersten ausgelassenen Partygäste stürmten die Tanzfläche, während die weniger mutigen sich erst einmal dem Bierwagen und der Wurstbude zuwandten. Schon nach Kurzem war die Stimmung ausgelassen. In der Halle wurde getanzt, draußen vor der Scheune wurden die letzten warmen Sonnenstrahlen bei Essen und Trinken genossen. Die Mitglieder der Landjugend Bargteheide konnten sich nicht über zu wenig Aufgaben beschweren: In ihren einheitlichen dunkelroten Laju-Shirts bedienten sie tatkräftig die vielen Partylustigen, sorgten für volle Becher und eine super Atmosphäre. Insgesamt waren ungefähr 730 Leute gekommen, und so hatten alle Helfer ordentlich zu tun. Der Vorstand, bestehend aus Susann Kletzl, Juliane Wappler, Alina Osterhoff, Maren Rüder, Christian Krohn, Henric Meuthien, Sönke, Hauke und Jan-Christopher Ruge, versorgte derweil die Bierwagen und den langen Tresen in der Halle mit neuen Getränken, sodass nie jemand auf dem Trockenen sitzen musste.

Gegen 1 Uhr dann der erste Schreck: Die Getränkevorräte neigten sich dem Ende zu, obwohl fast die dreifache Menge gegenüber dem Verbrauch des vergangenen Jahres bestellt worden war! Sofort wurde für neue Getränke gesorgt: Alina Osterhoff, zweite Vorsitzende, fuhr los, um noch private Vorräte einiger Mitglieder zu plündern, und der erste Vorsitzende Jan-Christopher Ruge ließ Kontakte spielen, um noch ein paar Flaschen des beliebten Erdbeerlimes zu ergattern. Weitere Notstände gab es in der Nacht nicht. Der DJ spielte ununterbrochen gute Musik, für die Security gab es keinerlei Streitereien zu schlichten, und der ASB (Arbeiter-Samariter-Bund) hatte niemanden zu versorgen, nicht einmal den einen, der statistisch gesehen auf jeder Party auftaucht! Und so war es eine durchweg gelungene Nacht, die sowohl den Gästen als auch den eifrigen Helfern viel Spaß gemacht hat.

Um 3 Uhr ging sie dennoch zu Ende, denn Genehmigung ist nun einmal Genehmigung, und ihre Grenzen müssen eingehalten werden. So schickte die Security die noch immer übermütig feiernde Partygemeinde nach Hause, während die Landjugend Bargteheide Getränke in den Kühlwagen räumte, Becher in den Müll sammelte und auf dem Gelände wieder für Ordnung sorgte. Um 6 Uhr in der Frühe verließ der letzte Laju schließlich erschöpft den Event-Schauplatz.

Viel erholsamen Schlaf gab es in dieser Nacht jedoch nicht, denn schon um 10 Uhr morgens kamen die Mitglieder wieder zusammen. Zunächst wurde gemeinsam herzhaft gefrühstückt. Brötchen, Nutella und frische Milch sorgten für Munterkeit und genügend Kraft, um anschließend fertig aufzuräumen. Lajus strömten in alle Ecken und Winkel, und in null Komma nichts war der Platz von Kippen, Becherresten und sonstigem Müll befreit. Auf dem Parkplatz wurde unterdessen der letzte Scheunenfestgast aufgeschreckt: Er war in seinem Auto eingeschlafen. Doch nun wurde es auch für ihn Zeit, und er verließ Delingsdorf in Richtung Heimat.

Die Landjugendmitglieder schleppten unermüdlich Bauzäune, legten Tarnnetze zusammen, putzten Bierwagen und sortierten Getränke. Ein großer Trupp machte sich auf den Weg, die Bauzäune ihrem Besitzer zurückzubringen, eine andere Gruppe fuhr zum Landjugendlager in Bargteheide und entlud einen Hänger voll ungenutzter Becher, Sitzgarnituren und anderer für ein Scheunenfest unabkömmlicher Dinge. Zum Schluss wurde die Halle ausgefegt. Picobello, fast als wären in der Nacht nicht knapp 800 Menschen auf dem Gelände gewesen, wurde der Hof Ellerbrock hinterlassen.

Die letzten Lajus traten den Heimweg an. Doch glücklicherweise nicht für immer. Denn solange es Leute gibt, die gerne ausgelassen feiern, und eine so gut zusammenarbeitende Gemeinschaft wie die Landjugend Bargteheide, wird es auch immer ein Scheunenfest geben! 
Maren Rüder


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