Schleswig-Holstein

Zum Buch Nord-Ostsee-Kanal: Begegnungen

Landfrauen/Landjugend

02.07.2010 -  

Abgehoben – statt abgetaucht: Helga Klindt auf Ballonfahrt

Bild - Abgehoben – statt abgetaucht: Helga Klindt auf Ballonfahrt


Helga Klindt hatte die Leinen fest im Griff. Foto: bb

Einen  feurigen Sonnenuntergang aus gut 1.000 m Höhe, ihren Heimatort Meimersdorf aus der Vogelperspektive und eine zünftige Taufe erlebte Helga Klindt. Die ehemalige Präsidentin des schleswig-holsteinischen LandFrauenverbandes löste mit der Ballonfahrt das Abschiedsgeschenk der LandFrauen ein – das eigentlich eine U-Boot-Fahrt sein sollte.
In der Gondel abzuheben, sei ihr schon lieber gewesen, als mit dem U-Boot abzutauchen, gestand die frischgetaufte Ballonfahrerin. Die Unterwasserfahrt  sei gescheitert, weil das U-Boot kaputt ging, berichtete die ehemalige Präsidentin. So eine Tour  wäre sicher auch ganz interessant, aber den Landstrich, den sie schon aus ihrer Kindheit so gut kenne, aus der Vogelperspektive zu erleben, „das war schon etwas ganz besonders Schönes“, schwärmte Helga Klindt nach der Landung auf einer abgemähten Futterfläche bei Warnau.
In Geduld üben musste sich die Passaderin allerdings, bevor es in die Lüfte ging. „Das war eine langwierige Prozedur“, beschreibt sie die Vorbereitungen der Ballonfahrt auf dem Kieler Nordmarksportfeld. Bevor Pilot Tom Stricker den Anker löste, waren alle sechs Passagiere beim „Zusammenbauen “ des Luftfahrtgeräts im wahrsten Sinne des Wortes eingespannt. Denn mit Arbeitshandschuhen ausgerüstet mussten sie unter anderem die Leinen  des Ballons fest im Griff behalten.
Eine nächste Probe war der Einstieg in den Ballon: „Wir Frauen mussten als erste Passagiere in die am Boden liegende Gondel hineinrutschen“, schildert Helga Klindt ihre Erlebnisse. Entschädigt wurden sie und alle anderen Ballonfahrer gleich nach dem Start mit einem herrlichen Ausblick über die Kieler Hörn. Was Helga Klindt aber auf der anderthalbstündigen Fahrt über Meimersdorf, den Bothkamper See und Kirchbarkau nach Warnau besonders interessierte war die Aussicht über Ackerflächen und Knicks. „Aus 1.048 m ergibt sich natürlich ein ganz anderer Blick und man kann sehr gut sehen, wo großflächig bewirtschaftet wird und wo kleinräumige Ackerflächen mit vielen Knicks liegen“, so Helga Klindt.
Wunderschön fand die ehemalige LandFrauenpräsidentin die Stille, die die Ballonfahrer umgibt und den Sonnenuntergang aus der Vogelperspektive. Da störte es auch nicht, dass die Crew erst kurz vor Mitternacht wieder zurück in Kiel war. Dort wartete noch die Taufe auf die Neulinge der Ballonfahrt. Laut Urkunde muss sich Helga Klindt künftig den Namen „Comtess Helga vom Nordmarksportfeld an den grasenden Seekühen vorbei schwebende Wolkenschießerin zu Warnau“ merken. Denn wer unter Ballonfahrern nicht sofort seinen Namen nennen kann, darf eine Runde spendieren...
So schnell dürfte die „Comtess“ nicht in diese Verlegenheit kommen, denn im Alltag beschäftigt sie sich mit ganz bodenständigen Dingen wie ihrem Himbeerhofcafé oder dem „Raumordnungsverfahren zur festen Schienenhinterlandanbindung“ im Zuge des Baus der Fehmarnbeltbrücke. Für die Akademie ländliche Räume war sie gerade zu einer Gesprächsrunde mit verschiedenen Interessenvertretern. Ganz ohne ehrenamtliches Engagement könnte sich wohl auch keiner Helga Klindt vorstellen.
Kathrin Iselt-Segert

 


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