Landfrauen/Landjugend
25.06.2010 -
Benimmessen der LJG Bargteheide
Foto 1: Björn Möller aus Jersbek betrachtet noch etwas skeptisch seinen Hummer. Foto: Martina Poppinga
Foto 2: Sektempfang mit Stil: Maren Rüder und ihr Bruder Carsten Rüder prosten sich zu. Foto: Julia Osterhoff
Landjugend lernt Tischmanieren
Wie jedes Jahr veranstaltete die Landjugendgruppe Bargteheide und Umgebung Ende April wieder das Benimmessen. Dazu fanden sich fast 50 Mitglieder fein herausgeputzt in der Gaststätte Strehl in Ahrensburg ein.
Bei Sekt oder wahlweise Orangensaft wird zunächst locker geplaudert. Dann wird zu Tisch gebeten und die erste Vorsitzende, Maren Rüder, hält eine kurze Begrüßungsrede. Nun werden Getränke bestellt, und die Spannung steigt. Denn das Besondere am Benimmessen ist, dass jedes Jahr zwei Mitglieder aus dem Vorstand das Menü mit dem Gaststättenbesitzer Axel Strehl absprechen. Der Rest der Mitglieder erfährt jedoch nicht, mit welchen Speisen sie den Abend über verwöhnt werden. Gibt es Schwein, Fisch oder am Ende gar Schnecken? Nur die beiden Vorstandsmitglieder, in diesem Fall Alina Osterhoff (zweite Vorsitzende) und Maren Rüder, wissen Bescheid und grinsen nur bei den ständigen Fragen und misstrauischen Blicken der Teilnehmer.
Dann betritt die erste Kellnerin mit Tellern beladen den Saal. 50 Augenpaare folgen ihr gebannt. Ein Raunen geht durch die Reihen. Der erste Gang besteht aus einem Hummer, hübsch angerichtet mit verschiedenen Soßen und Beilagen. Restaurantbesitzer Axel Strehl kommt hinzu und erklärt unter allgemeinem Gelächter, wie so ein Hummer eigentlich gegessen wird, ohne dass die Kleider oder eventuell sogar der Sitznachbar darunter leiden.
Und dann geht es los. Überall werden die Schalen der Hummer gebrochen und das Fleisch, welches man erfolgreich aus dem kleinen Körper geholt hat, gegessen. Nicht jedermann mag das Krustentier, doch eine interessante Erfahrung ist es auf jeden Fall. Wer kann schon sagen, er habe einmal Hummer gegessen?
Der zweite Gang sorgt zunächst für allgemeine Verwirrung. Stäbchen liegen neben den Tellern bereit, doch wie schafft man es nun, damit den Reis und das Gemüse in den Mund zu bekommen, ohne dass die Hälfte doch wieder auf dem Teller landet? Doch auch hier ist Geschäftsführer Strehl wieder zur Stelle. Er zeigt, wie die Stäbchen gehalten werden, und weist sicherheitshalber dennoch auf die Gabeln hin, die für diejenigen bereitliegen, denen das Stäbchenessen zu langsam vorangeht. Um keine Langeweile aufkommen zu lassen, klärt uns der Gasthofbesitzer über allerlei Tischmanieren auf, etwa über angebrachte Sitzhaltung, Serviettenhandhabung und die verschiedenen Gläser.
Doch langsam werden die Mitglieder unruhig. Ein Hummer und später dann Reis mit Beilage? Das reicht doch nicht, um satt zu werden! Doch bald kommt der nächste Gang: Grillplatten mit verschiedenen Fleischsorten, Pfannengemüse und Bratkartoffeln. Wer bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf den Geschmack gekommen ist, der findet hier bestimmt etwas, das ihm gefällt.
Was wäre ein so schickes Essen ohne eine passende Nachspeise? Aus diesem Grund gibt es zum Abschluss exotische Früchte und verschiedene Eissorten. Gesättigt und vollauf damit beschäftigt, die neu erlernten Benimmregeln zu behalten, bleiben die Landjugendmitglieder noch lange sitzen, genießen die Atmosphäre und plaudern, bis die Gruppe sich langsam auflöst. Ob immer der Geschmack getroffen wurde, ist fraglich. Dennoch gehen alle Gäste zufrieden nach Hause. Das Benimmessen ist eben jedes Jahr wieder ein Erlebnis, das man nicht verpassen sollte!
Maren Rüder





