Landfrauen/Landjugend
01.03.2010 -
Angemerkt: Müssen Männer draußen bleiben?
Als die Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes, Brigitte Scherb, bei ihrem Antrittsbesuch den im Kieler Schloss versammelten LandFrauen empfahl, Fördermitglieder aufzunehmen und so finanzielle Unterstützung für die LandFrauenarbeit zu sichern, erntete sie großen Applaus. Jetzt – zwei Jahre später – folgen Buhrufe für eben diese Idee. Und zwar in Wanderup (siehe Seite 72), wo einige Mitglieder sogar mit ihrem Austritt drohen, sollte je ein männliches Wesen Fördermitglied werden. Müssen Männer also draußen bleiben?
Nein, ganz im Gegenteil, sie sind seit vielen Jahren bei den LandFrauen willkommen – ob nun als Festredner wie der ehemalige Bremer Bürgermeister Henning Scherf, Bischof Gerhard Ulrich oder Publizist Michael Jürgs oder als Überbringer von Grußworten wie der Kreispräsident, der Gemeindevorsteher oder der Bürgermeister. Als Schweißlehrgangsleiter, als Handwerker beim Standaufbau oder als Moderator einer Versteigerung – darf ER schon lange dabei sein. Und bei Tagesfahrten, Auslandsreisen oder Jubiläumsfeiern gehören männliche Begleiter längst zum „festen Inventar“.
All diesen Männern ist eines gemeinsam: Sie geben den LandFrauen Rückhalt, bestätigen ihnen, dass ihre Arbeit geschätzt wird, und sie unterstützen den Einsatz für den ländlichen Raum, dabei im Besonderen den Einsatz für die dort lebenden Frauen.
Genau das beinhaltet laut Satzung des schleswig-holsteinischen LandFrauenverbandes eine Fördermitgliedschaft. Mit dem kleinen Unterschied, dass Fördermitglieder die Arbeit nicht nur ideell, sondern mit ihrem Mitgliedsbeitrag auch finanziell unterstützen. Ihre Rechte nehmen sich dagegen bescheiden aus. Sie dürfen zwar an einer Jahreshauptversammlung teilnehmen, sind aber weder stimmberechtigt, noch dürfen sie gewählt werden. LandFrauen wären keine LandFrauen, wenn sie sich nicht per Satzung die Macht im „eigenen Haus“ sichern würden.
Soll auch die Satzung für den Ortsverein so geändert werden, dass Fördermitglieder zugelassen sind, muss das gut vorbereitet sein. Einen solchen Schritt unter dem Tagesordnungspunkt Verschiedenes anzuregen – wie in Wanderup geschehen – , wird der Bedeutung einer solchen Beschlussvorlage sicher nicht gerecht. Deshalb scheint es ratsam, einen solchen Schritt gründlich vorzubereiten und rechtzeitig auf die Tagesordnung zu setzen.
Sind diese Voraussetzungen gegeben, stünde es modernen LandFrauen gut zu Gesicht, Männer nicht auszubuhen, sondern sie als Fördermitglieder mit Applaus zu begrüßen.
Kathrin Iselt-Segert





