Schleswig-Holstein

Zum Buch Nord-Ostsee-Kanal: Begegnungen

Landfrauen/Landjugend

17.08.2009 -  

Durchblick fürs Büromanagement und Netzwerke für den Alltag

Bild - Durchblick fürs Büromanagement und Netzwerke für den Alltag



Interview mit Natascha Kamp, Referentin der Geschäftsstelle des LandFrauenverbandes
Foto: Kathrin Iselt-Segert



Die Qualifizierung zur Büroagrarfachfrau (Baff), einst von Erika Lenz nach einem Konzept des Westfälisch-Lippischen LandFrauenverbandes nach Schleswig-Holstein geholt, ist eine Erfolgsgeschichte. Die Vermittlung von spezifischen Kenntnissen über die Büroorganisation als „Schaltstelle“ eines gut funktionierenden landwirtschaftlichen Betriebes, hat vielen Frauen den Anstoß gegeben, sich stärker in das Management des Betriebes einzubringen. Damit das so bleibt, und die Büroagrarfachfrauen zwischen Cross Compliance, Energiepflanzenbeihilfe, Hofüberlassungsvertrag und Altersvorsorgebestimmungen nicht den Überblick verlieren, werden die Seminare jährlich neu konzipiert. Vor der neuen Baff-Reihe, die am 29. Oktober startet, sprach das Bauernblatt mit der zuständigen Referentin in der Landesgeschäftsstelle, Natascha Kamp.

Wo liegen die Schwerpunkte der Qualifizierung zur Büroagrarfachfrau in diesem Jahr?
Auf jeden Fall wieder bei den Verwaltungsaufgaben in der Landwirtschaft. Das macht etwa zwei Drittel des Seminars aus. Dazu kommt auch, in der nötigen EDV fit zu werden. Außerdem wird es um die Büroorganisation, arbeitsrechtliche Fragen, Sozialversicherungsfragen, steuerrechtliche Fragen und die Buchführung gehen. Diese Themen werden aber eher angerissen. Hinterher wird also keiner sagen können, „Ich habe jetzt die Buchführung von A bis Z gemacht“.

Wie lange dauert die Qualifizierung?
Sie umfasst 17 Seminartage, startet am 29. Oktober 2009 und endet am 18. März 2010.

Die Qualifizierung war immer sehr begehrt. Rechnen Sie auch für den 18. BAFF-Kursus mit großem Interesse?
Das ist momentan noch schwer zu sagen. Aber in den vergangenen Jahren lief es ja ausgezeichnet. Seit 2003/ 2004 haben wir über 400 Büroagrarfachfrauen ausgebildet. Ich bin aber sicher, dass ich einen Kursus in Osterrönfeld besetzen kann. Schwieriger wird es wohl für die Standorte Bredstedt und Segeberg, die nötigen 24 Teilnehmerinnen zusammenzubekommen.

Können auch Frauen das Seminar besuchen, die zuvor gar keine Qualifizierung auf dem Gebiet haben?
Ja, auf jeden Fall. Wir sind darauf eingestellt, dass die Vorkenntnisse der Teilnehmerinnen sehr unterschiedlich sind. Einer Steuerfachgehilfin, der brauche ich das Steuerrecht nicht zu erklären. Andererseits sind die Informationen im Steuerrecht für jene, die noch nie etwas davon gehört haben, wichtig. Das ist natürlich eine große Bandbreite von unterschiedlichen Voraussetzungen und ich hoffe, dass es uns gelingt, jedem eine Einführung in die Aufgaben rund um das Büro eines landwirtschaftlichen Betriebes zu geben. Andererseits soll das Seminar auch ein Anstoß sein, sich in bestimmten Bereichen fortzubilden.
Mussten Sie sich selbst für die Seminarleitung besonders qualifizieren?
Ich hatte von Anfang an den großen Vorteil, dass ich das Konzept aus Nordrhein-Westfalen nutzen konnte. Und bei den landwirtschaftlichen Themen arbeite ich eng mit der Landwirtschaftskammer zusammen. Die Planung für diesen Bereich obliegt Sönke Harders von der Landwirtschaftskammer Heide. Er übernimmt in enger Absprache mit dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume diesen Teil der Qualifizierung.

Stehen die speziellen Themen für dieses Jahr schon fest?
Nein, die Themen aus dem Bereich Landwirtschaft planen wir ganz bewusst als letztes. Das geht gar nicht anders, wenn dann auch tatsächlich die Neuerungen angesprochen werden sollen, denn dieser Teil des Seminars beginnt erst im Januar, Februar 2010.

Wie bleiben LandFrauen auf dem Laufenden, die vor ein paar Jahren das Zertifikat bekommen haben?
Wir haben jährlich mindestens eine Fortbildung für die Baffs durchgeführt. Zudem ist gerade ein Aufbauseminar für die ausgebildeten Büroagrarfachfrauen im Entstehen. Das Konzept soll bis zum Herbst fertig sein.

An welche Schwerpunkte ist gedacht?
Zum einen geht es darum den Betrieb sicher aufzustellen. Das heißt, sich mit Unternehmensstrategien und Zukunftsperspektiven auseinanderzusetzen. Geplant ist weiterhin ein Teil mit Themen rund um die Finanzen. Dies reicht von Finanzierungstipps über Finanzierungsfehler bis zu Finanzierungsverhandlungen mit Banken oder Sparkassen. Ein ganzer Seminarteil wird sich außerdem mit dem Familien- und Erbrecht befassen. Und wir werden auch auf so genannte Soft Skills eingehen, also soziale Kompetenzen wie Stressbewältigung und Kommunikation schulen.

Ihr schönstes Erlebnis bei den Seminaren?
Wenn man beobachtet, mit welchen Vorbehalten und auch mit welcher Zurückhaltung die Frauen zunächst zum Seminar kommen, ist es das Schönste, zu sehen, wie sich während der Qualifizierung eine richtige Gruppe entwickelt. Da entstehen Netzwerke. Denn so viel ich weiß, treffen sich die ehemaligen Fachgruppen auch nach der Qualifizierung.
Interview: Kathrin Iselt-Segert







transparent  


[Gesamtansicht] · [drucken] · [top]