Schleswig-Holstein

Zum Buch Nord-Ostsee-Kanal: Begegnungen

Landfrauen/Landjugend

17.08.2009 -  

Hademarscher Baby von 1992 auf dem Weg aufs Wirtschaftsgymnasium

Bild - Hademarscher Baby von 1992 auf dem Weg aufs Wirtschaftsgymnasium

Gesa Eggers (40) mit ihrer Tochter Lena (17) nach der Zeugnisübergabe an der Landfrauenschule Hademarschen

Text und Foto: Kathrin Iselt-Segert

Dass bei Lena Eggers nach dem Abschied von den Mitschülerinnen, Lehrern und Lehrerinnen und Mitarbeitern der Landfrauenschule Hademarschen die Tränen kullerten, konnte eine Frau besonders gut verstehen: Gesa Eggers, Lenas Mutter. Vor knapp 20 Jahren hatte sie selbst die Schule besucht und sie als staatlich geprüfte Betriebsleiterin der ländlichen Hauswirtschaft wieder verlassen. Beim Abschied, der auch ihr damals schwer gefallen war, hatte Gesa Eggers ein Baby auf dem Arm – Lena.

Gesa Eggers erinnert sich gern an diese Zeit. Besonders an die Einsätze als „Blaumeise“ – zwei aktive und einen während ihrer Schwangerschaft als Gast – auf der „Grünen Woche“. Noch heute wirbt sie jedes Jahr im Januar in der Schleswig-Holstein-Halle für Produkte aus dem hohen Norden, wenn auch nicht mehr im blauen Kostüm.
Das ist aber nur eine Stippvisite, denn eigentlich ist Gesa Eggers als hauswirtschaftliche Betriebsleiterin auf Gut Hörst in Rieseby tätig. Ihre Liebe zum Beruf hat die 40-Jährige ihrer Tochter mitgegeben. „Lena hilft beim Vorbereiten, Servieren und Kochen und backt für ihr Leben gern“, sagt die Mutter. Und dass sie auch die Hauswirtschaftsschule besuchen wollte, freute die Mutter. Doch als Lena dann wirklich die Koffer packte, um nach Hademarschen zu fahren, „war es doch ein komisches Gefühl“, gibt Gesa Eggers unumwunden zu. Um so schöner war die Entdeckung, dass Lena genau das gleiche Zimmer bezog, in dem einst ihre Mutter gewohnt hatte.
Auch wenn Gesa Eggers über die Jahre immer Kontakt zur Schule und zu ehemaligen Mitschülerinnen hatte, war das doch ein „besonderer Moment“. Die Erinnerungen wurden noch einmal besonders deutlich: „Ich wurde in den Sommerferien nach der Unterklasse schwanger. Damals schloss sich die Oberklasse noch direkt an und so wurde Lena in den Osterferien vor den Abschlussprüfungen geboren“, beschreibt Gesa Eggers die damalige Situation. In dieser Zeit hätte ihr das Lehrerteam viel geholfen. „Besonders Annelene Marxsen hat mich sehr unterstützt“, ist Gesa Eggers noch heute dankbar. „Kein Problem, das schaffen wir schon“, sei deren Devise gewesen. Schließlich bestand die junge Mutter die Prüfungen, während sich ihre Eltern um die winzige Enkeltochter kümmerten.
Das ist nun 17 Jahre her und die kleine Lena von damals hat ihre Mutter – gemessen in Zentimetern – inzwischen längst überholt und ist dabei, sie – gemessen in Ausbildungsjahren – einzuholen. Ihr Zeugnis für den erfolgreichen Abschluss der Unterklasse hat sie in der Tasche. Nach dem Sommer geht die 17-Jährige ans Wirtschaftsgymnasium und kann sich gut vorstellen, danach an der Fachhochschule Heide den neuen Studiengang Management und Technik zu belegen.

transparent  


[Gesamtansicht] · [drucken] · [top]