Landfrauen/Landjugend
07.08.2009 -
Teamtraining auf einem Segelschiff
Foto 1: Thies Suder an der Spitze des Seglers, dem Klüver
Foto 2: Angelina Husfeld beim Aufwickeln eines Taus
„Landjugendliche sind doch nicht aus Zucker“
„Lajus sind doch nicht aus Zucker“ – dieser Gedanke schwirrte den Teilnehmern der Segeltour durch den Kopf als sie am Freitag Abend voller Vorfreude in ihren Autos vor dem Eckernförder Hafen saßen und darauf warteten, dass der Wolkenbruch verstummen würde. Der Landjugendverband Schleswig-Holstein bot ein Seminar zum Thema „Teamtraining – gemeinsam Aufgaben bewältigen“ an. Der Seminarort war dieses mal nicht auf festem Untergrund, sondern auf einem Traditionssegler auf der Ostsee.
Landjugendliche aus ganz Schleswig-Holstein waren wild entschlossen, den Wellen und den Ungeheuern der Meere zu trotzen. Nachdem die Sachen in den Kojen verstaut waren und jeder sich einen Schlafplatz gesichert hatte, ging es zur Teambesprechung. Hier stellte man sich einander vor, und es kam ganz schnell eine angenehme Stimmung auf. Da die Leinen erst am nächsten Morgen losgemacht werden sollten, gab es noch genügend Zeit für einen ausgiebigen Landgang und einen gemütlichen Spieleabend im Inneren des Schiffes.
Nach dem ausgiebigen Frühstück fand dann die voller Spannung erwartete Einweisung in das Seglerhandwerk statt. Der Skipper ließ die Crew das Ziel selbst bestimmen, und so kamen bei einigen die Wünsche nach fernen Zielen wie das Mittelmeer auf. Ganz so weit wurde es zwar doch nicht, aber der Weg ist ja bekanntlich das Ziel.
Und dann ging es los, die Taue zum Kai wurden gelöst, der Motor angeworfen und die Segel gesetzt. Die Crew wurde in Zweierteams eingeteilt, die dann zusammen abwechselnd vorn an der Spitze des Schiffes saßen, um Boote, Bojen, Surfer und andere für den Skipper im hinteren Teil des Schiffes nicht sichtbaren Hindernisse zu melden. Während der halbstündigen Wache konnte man auch tiefgründige Gespräche führen. Der Teil der Teilnehmer, der nicht für die Wache oder das Hissen der Segel zuständig war, machte es sich „sonnenderweise“ auf dem Deck gemütlich.
Wegen der Windverhältnisse entschied sich der Skipper, nicht nach Mallorca aufzubrechen, sondern eine Route gen Osten zu wählen, und so kam es, dass wir aus der Eckernförder Bucht hinaus in Küstennähe Richtung Kiel segelten. Da Seeluft bekanntlich Hunger macht, gab es zum Mittag ein ausgiebiges Brot-Buffet. Nach einigen Regenschauern und vielen grüßenden und uns überholenden Seglern machten wir dann in Möltenort bei Kiel fest. Durch die von den Anstrengungen des zweiten Tages verursachte Müdigkeit kam es, dass alle Teilnehmer sich eine einstündige Schlafpause nahmen, um wieder zu alter Stärke zu kommen.
Anschließend wurde wieder in der Bordküche gekocht und mit allen Teilnehmern der Abend mit einem Spaziergang und einer kleinen Feier, anlässlich eines 18-jährigen Geburtstages einer Mitfahrerin, langsam beendet. Am nächsten Morgen ging es dann wieder froh und munter nach dem Frühstücken in Richtung Eckernförde. Dieses Mal ging das Ablegen deutlich schneller, da jeder seine Handgriffe gut beherrschte. Die besondere Attraktion während der Fahrt war es, vorne im Klüvernetz zwei Meter über dem Wasser zu zweit in einem Netz zu liegen.
Die Zeit verging wie im Flug, und schnell war die „Platessa von Esbjerg“, so der Name des Schiffes, mitten in der Eckernförder Bucht angelangt. Nachdem die Segel eingepackt und verstaut waren, ging es ans Saubermachen des Schiffes. Endlich im Hafen angekommen, gab es zum Abschluss noch wie bei jedem Seminar ein Fazit und eine Abschlussbesprechung. Danach war allgemeiner Aufbruch, und jeder schnappte sich seine Sachen.
Abschließend ist zu sagen, dass es ein sehr schönes Wochenende war, bei dem man viele neue interessante Leute kennengelernt hat und einen guten Eindruck in das Seglerhandwerk bekam.
Thies Suder





