Landfrauen/Landjugend
20.03.2009 -
Bauernhof-Ferienanbieter wollen vom Trend zum Urlaub in Deutschland profitieren
Der Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer Jürgen Pallasch (r.) führte die Mitglieder der AG Urlaub auf dem Bauernhof mit (vorn v. li.) Ehrenvorsitzender Ilse Gehrts, Vorsitzender Irmgard Scheel und Geschäftsführerin Petra Radtke durch die neuen Gebäude der Landwirtschaftkammer in Rendsburg. Foto: Manfred Christiansen
Laut Studien verbrachten 38 Prozent der Deutschen im zurückliegenden Jahr ihre Ferien in Deutschland. In diesem Jahr soll sich dieser Anteil merklich erhöhen. Den deutschen Ferienanbietern werde die Wirtschaftskrise mehr Gäste bescheren, denn viele müssten mehr aufs Geld schauen und würden sich auf Urlaubsziele im eigenen Land besinnen – so lautete die Botschaft der gerade zu Ende gegangenen Internationalen Tourismusbörse in Berlin. Auch die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Urlaub auf dem Bauernhof Schleswig-Holstein, Irmgard Scheel, glaubt, dass die Mitglieder der AG von diesem Trend „profitieren können“.
Es sei erkennbar, dass Urlaub mit Kindern bei den Deutschen an erster Stelle stehe. „Und da sind wir mit unserem Angebot unschlagbar“, ist Irmgard Scheel überzeugt. An den Suchanzeigen auf www.bauernhof-erlebnis.de sei zu sehen, dass es noch enorm viele Anfragen für die Sommerferien gebe.
Die Arbeitsgemeinschaft Urlaub auf dem Bauernhof mit ihren aktuell 382 Mitgliedern hat rechtzeitig zur neuen Saison den Internetauftritt für die einzelnen Mitglieder aufgefrischt. Geschäftsführerin Petra Radtke stellte auf der Mitgliederversammlung die wesentlichen Veränderungen vor: Danach können Mitglieder nun fünf Fotos von ihrem Hof einstellen. Zudem öffnet sich bei Buchungsanfragen eine Belegungsübersicht über alle angebotenen Ferienwohnungen, so dass der potentielle Gast sofort sehen kann, welche Wohnung an welchen Tagen noch frei ist.
Neben der Möglichkeit, übers Internet zu buchen, sei aber auch das Interesse am gedruckten Katalog nach wie vor groß, bestätigte Petra Radtke. Allein auf der Internationalen Grünen Woche seien 2.500 der insgesamt 20.000 Kataloge vergeben worden. Und auch in der Geschäftsstelle – die nach dem Umzug von Kiel nach Rendsburg in den neuen Gebäuden der Landwirtschaftskammer ihr Büro bezogen hat – gebe es viele Nachfragen.
Die Schleswig-Holsteiner, das zeigt eine bundesweite Umfrage (siehe Diagramme) können sich auch im Bundesvergleich sehen lassen. So lag die durchschnittliche Belegungszahl im Jahr 2008 bei 157 Tagen. Bundesweit liegt der Durchschnitt bei 153 Tagen.
Wichtig sei es, Feriengäste auch in der so genannten Zwischensaison zu gewinnen. Dabei setzt die AG in diesem Jahr erstmals auf Radiowerbung. Diese lief in diesen Wochen auf Alsterradio, Radio Nora und RSH. Das Ziel, so Petra Radtke: Familien aus Hamburg und Niedersachsen für Kurzferien auf dem Bauernhof zu begeistern.
Ein großes Potenzial, Urlauber zu gewinnen und die Ferienwohnungen auch in der Nebensaison auszulasten, sieht die Vorsitzende Irmgard Scheel nach wie vor in einem guten Angebot. Wer zum Beispiel eine Sauna anbiete, habe oft auch in der kalten Jahreszeit Gäste. Wichtig sei deshalb für Ferienanbieter die Weiterbildung und der Erfahrungsaustausch. Dass die AG genau das anbiete, sei für viele Anbieter ein wichtiges Argument, Mitglied der AG zu sein, so Irmgard Scheel. Wie groß das Interesse ist, zeige der Ansturm auf die Weiterbildungsfahrt, die in den nächsten Tagen in die Holsteinische Schweiz zu den Ferienhöfen Damlos, Engel und Bendfeldt führt.
Kathrin Iselt-Segert





