Landfrauen/Landjugend
13.03.2009 -
Parlamentarischer Abend in Berlin – Landjugend diskutierte mit Politikern
Gunther Hiestand (r.), 1. Vorsitzender des BDL, im Gespräch mit anderen Landjugendlichen. Foto: bdl
Ist ein altes Auto wertvoller als ein Jugendlicher?
Nicht nur die Politiker sind ins Superwahljahr 2009 gestartet, sondern auch die Landjugend. Der eine oder andere fragt sich sicher nun: Landjugend und Politik – wie passt das zusammen? Das passt sehr wohl zusammen, da sich die Landjugend nicht alles gefallen lässt und selber mitmischen möchte. Deshalb hat der Bund der Deutschen Landjugend (BDL) vergangene Woche Bundestagsabgeordnete zu einem Parlamentarischen Abend in Berlin eingeladen, um mit ihnen ihre Forderungen an die Politik zur Europawahl 2009 zu diskutieren. Mit dabei war Wencke Ahmling, die erste stellvertretende Landesvorsitzende des Landjugendvereins Schleswig-Holstein. Hier ihr Bericht:
Der Einladung waren zahlreiche Politiker gefolgt, denn schließlich ist die Landjugend mit rund 100.000 jungen Menschen der größte Jugendverband im ländlichen Raum. In drei verschiedenen je zwanzig Minuten langen Diskussionsrunden fand an sechs Tischen ein reger Austausch von A wie Agrardiesel über R wie Rechtsextremismus bis zu W wie Weinbezeichnungsrecht statt.
An einem Tisch war das Hauptthema, dass die Lehrpläne für die Agrarbildung deutschlandweit besser aufeinander abgestimmt werden müssen, damit junge Landwirte auch in verschieden Bundesländern ihre Ausbildung absolvieren können. An einem weiteren Tisch wurde intensiv über die EU-Agrarpolitik diskutiert. Die Jungwinzer und -winzerinnen verlangen, dass die Einführung des neuen EU-Bezeichnungsrechts für Wein verschoben wird. Aber auch die Entwicklung des ländlichen Raumes müsse weiter vorangetrieben werden, damit attraktive Verkehrsanbindungen und Breitband für’s Land selbstverständlich werden.
„Jugend ist ein rares Gut, warum gibt es dann nur eine Einmalzahlung von 100 Euro als Prämie zum Kindergeld und für ein altes Auto 2.500 Euro?“, provozierte der BDL-Bundesvorsitzende Gunther Hiestand. Dieser Satz bot sogleich viel Diskussionspotenzial, und es wurde klar, dass es nicht nur die Jugend gibt, „die sich nicht für ihre Umwelt interessiert“, sondern dass Jugend vielfältig, engagiert und verantwortungsbewusst ist.
Derselben Meinung waren Landjugendliche und Politiker in dem Punkt, dass gesunde Ernährung und Bewegung in Kindergärten und Schulen grundlegend ist. Besonders strichen die Landjugendlichen heraus, dass es es ihnen wichtig ist, dass es keine Zweiklassengesellschaft am Esstisch in der Schule geben dürfe.
Nach diesen drei Diskussionsrunden klang der Abend noch mit dem einen oder anderen vertiefendem Gespräch langsam aus. Parlamentarier und Jugendliche waren jedenfalls am Ende des Abends zufrieden und der Ansicht, dass diese Veranstaltung die Kommunikation zwischen Politik und Landjugend gefördert hat.
Wencke Ahmling





