Landfrauen/Landjugend
06.03.2009 -
Die Kunst des freien Sprechens: Rhetorikseminar in Kiel
Kathrin Kühne arbeitet an ihrem Plakat zur Visualisierung ihrer Rede.
Foto: Nicole Landsmann
Guter Aufbau, guter Stand – und kein Spielzeug in der Hand
Auftritte vor der Klasse, Referate in der Uni oder die allgemeine Landjugendarbeit, bei all diesen Dingen muss man in der Lage sein, vor mehreren Menschen etwas vorzutragen, ohne gleich vor Scham zu erröten oder das Stottern zu bekommen. Um ihr Auftreten vor Gruppen zu verbessern, trafen sich im Februar neun junge Leute in der Kieler Jugendherberge, um mit der Referentin Michaela Beersiek die Kunst des freien Vortragens zu erlernen.
Schritt für Schritt führte das Seminar mit theoretischen Inputs und praktischen Übungen die Teilnehmer zum guten Vortrag. Bei der anfänglichen Vorstellungsrunde wurde noch der eine oder andere Fehler gemacht. Die Teilnehmer lernten schnell, dass man für eine gute Rede nicht nur ein sicheres Auftreten haben muss, sondern auch ein strukturierter Aufbau erforderlich ist. Wie man so einen strukturierten Aufbau erreicht, das lernten die Teilnehmer mit Hilfe der Referentin, welche das theoretische Hintergrundwissen vermittelte.
In Gruppen von zwei bis drei Personen durften sich die Teilnehmer des Seminars gleich praktisch an die Arbeit machen. Die Gruppen suchten sich ein Thema aus und entwickelten ein „Redegerüst“. So übten sich die Teilnehmer in Reden für Jubiläumsfeiern für Firmen und Landjugendgruppen. Ebenso wurde eine Verkaufsrede für den Urlaub auf dem Bauernhof erarbeitet.
Nach dem Redegerüst fehlte nun noch ein guter Einstieg beziehungsweise Anfang und ein Schluss, woran sich die Gruppen auch gleich fleißig machten. Der Hauptteil braucht etwas mehr Beachtung, denn da muss man, um eine wirklich gute Rede zu bekommen, noch auf einen extra Aufbau achten. Michaela Beersiek stellte deshalb verschiedene Aufbauarten vor. GHM – Gestern Heute Morgen und PCF – Pro Contra Fazit. Das Konzept bedeutet, dass man beim Anwenden dieser Methoden den Hauptteil in drei Teile aufteilen sollte, beispielsweise sollte man erst einen Rückblick halten, dann die aktuelle Situation darstellen und noch einen Blick in die Zukunft bieten.
Nach einer gewissen Vorbereitungszeit wurden die Reden gehalten. Diese hat die Referentin mit einer Videokamera aufgezeichnet. So konnten die Ergebnisse anschließend analysiert werden. Die zwischenzeitlichen Inputs und Übungen hatten sich bemerkbar gemacht. Kein Teilnehmer spielte während seiner Rede mehr mit Gegenständen, die er in der Hand hatte, der Stand wurde fester, und auch die Mimik und Gestik wurde deutlicher und bewusster eingesetzt.
Das Seminar war für alle Teilnehmer ein voller Erfolg. Und ganz nebenbei war es auch ein schönes Wochenende. Denn die Gruppe verstand sich prima, und man verbrachte den Sonnabendabend mit einem gemeinsamen Streifzug durch die Kieler Innenstadt.
Der Landjugendverband bietet am Wochenende des 25. und 26. April dieses Jahres das Seminar „Rhetorik für EinsteigerInnen“ noch einmal an. Wer also Lust hat, an sich zu arbeiten und seine rhetorischen Fertigkeiten zu verbessern, meldet sich schnell in der Geschäftsstelle. Die Teilnehmer dieses Seminars können dies jedenfalls herzlich empfehlen. Einige Plätze sind noch frei. Das Seminar findet dann in der Jugendherberge Westensee statt.
Anne Kutsche





