Schleswig-Holstein

Zum Buch Nord-Ostsee-Kanal: Begegnungen

Familie/Freizeit/Land und Leute

20.01.2012 -  

Aufs Korn genommen

Plörre zum Mitnehmen


Es geht doch nichts über einen handaufgebrühten Kaffee mit einem ordentlichen Schuss Milch! Das dauert zwar seine Zeit, schmeckt aber hundertmal besser als dieser moderne Hightech-Muckefuck aus dem Kaffeeladen. Und den Kaffee darf ich auch zu Hause und vor allem im Sitzen genießen. Im Trend liegt allerdings, seinen Kaffee unterwegs im Laufen runterzukippen. Nahezu überall bekommt man diesen Coffee to go. Also die Plörre zum Mitnehmen, streng genommen, zum Gehen bestimmt. Abgefüllt in Pappbechern, Plastikdeckel mit Schnabeltassenfunktion draufgesetzt – und das Ganze ist fertig „to go“. Fertig zum Wegrennen trifft es eher.


Da erhebt sich bei mir die Frage, wie man jemanden zum Kaffee einladen soll, ohne dass es ein wildes Gerenne wird. Die Lösung für solche Probleme liefert in diesem Fall Amerika, konkret Hollywood. Da trifft ,mann’ sich nicht mehr mit ,frau’ zum Kaffee, man trinkt auch nicht Coffee to go im Gehen. Man begibt sich auf einen Coffee to go stay! Amerika bremst also aus: Man trifft sich zu einem Kaffee-zum-Gehen-zum-Mitnehmen-zum-Bleiben.


Mal abwarten, was Amerika sich als Nächstes ausdenkt. Vielleicht den Coffee to go stay in der Geschmacksrichtung ad absurdum. Aber bitte mit laktosefreier, fettarmer Milch, Karamellhaube und als Entkoffeinierter in Medium-Size zum Hiertrinken. Also doch: Plörre in Bechern.


Rebecca Kopf


transparent  


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