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03.09.2010 -
Steinkäuze in Steinburg

- © Foto: Carsten Wittmaack
Der kleine Eulenvogel ist selten geworden
Gerade einmal 17 Steinkäuze sind in diesem Jahr von ihren Eltern im Kreis Steinburg erfolgreich großgezogen worden. 2009 waren es noch 25 Jungtiere, wie die Zahlen des Landesverbandes Eulenschutz in Schleswig-Holstein belegen. Um den heimischen Bestand der seltenen Greifvogelart aufzubessern, wurden jüngst vier junge Steinkäuze in Besdorf im Norden des Kreises ausgewildert.
„Wir haben uns bewusst das Gebiet der Familie Grotzky ausgeguckt, weil die Vögel dort ein optimales Habitat vorfinden“, erklärt Dirk-Peter Meckel, stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes und Projektleiter für die im Kreis Steinburg bis in die 1970er Jahre wesentlich häufiger vorkommende Eulenart. In Besdorf gebe es „kurzrasiges Dauergrünland sowie ausreichend Versteck- und Ansitzmöglichkeiten“, außerdem seien drei Nistkästen installiert worden.
Die im Mai geschlüpften und in verschiedenen Landesteilen aufgegriffenen Käuzchen haben die Mäuse- und Insektenjagd im Wildpark Eekholt unter Aufsicht von André Rose gelernt. Der Steinkauz ist kaum größer als eine Amsel und damit deutlich kleiner als seine großen Verwandten Waldkauz und Schleiereule. Er liebt den Dorfrandbereich und Einzelgehöfte, benötigt geräumige Bruthöhlen und Tageseinstände, extensiv bewirtschaftete Flächen mit ganzjährig kurzer Vegetation, eingestreuten großen Bäumen und Viehbeweidung. Er ernährt sich hauptsächlich von Kleinsäugern, Insekten und Regenwürmern. Der kleine, oft auch tagaktive Sympathieträger mit dem bräunlichen, weiß gefleckten Gefieder, den strahlend gelben Augen und dem sich ständig wiederholenden „Guuuhk-Ruf“ ist im Kreis Steinburg ausgesprochen selten geworden.
Die ständige Verringerung des geeigneten Brutplatzangebotes durch Ausbau und Aufräumungsarbeiten in landwirtschaftlichen Gebäuden, das Fehlen geeigneter Nistgelegenheiten in Kopfweiden und Hochstammobstbäumen sowie die schwindende Biotopvielfalt vor allem in den Dorfrandbereichen sind die wesentlichen Gründe für den starken Rückgang der vergangenen Jahrzehnte. Früher gehörte der Kauz in den Dörfern der weitläufigen Störniederung wie selbstverständlich zum Alltag der ländlichen Bevölkerung. Heute gibt es nachweislich nur noch acht Brutpaare im Kreisgebiet, anzutreffen sind die Tiere in der Störniederung und einzelnen Marschflecken.
Um die Steinkauzpopulation im Kreisgebiet zu verbessern, ist der Landesverband auf die Mithilfe in der Bevölkerung angewiesen. Je besser der vorhandene Brutpaarbestand bekannt ist, desto größer ist die Chance, den Steinkauz in geeigneten Lebensräumen anzusiedeln. Erste Maßnahmen sind die Installation steinkauzgerechter Nistkästen im Freiland auf Bäumen sowie in oder an landwirtschaftlichen Gebäuden. Nach Möglichkeit werden diese mardersicher installiert – der Steinmarder ist der Hauptfressfeind des Kauzes.
Wer Auskünfte über Steinkauzvorkommen im Kreisgebiet geben kann, wende sich an Dirk-Peter Meckel (Tel.: 04892-859406, wochentags ab 18 Uhr) oder per E-Mail unter Peter.Meckel@freenet.de. Meckel bietet Interessierten auch den Diavortrag „Heimische Eulenwelt – Faszination unserer Natur“ mit praktischem Anschauungsmaterial an.
Carsten Wittmaack





