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02.07.2010 -
Stolze Bilanz 2005 bis 2009 des Landesamtes für Denkmalpflege
Sanierte Fachwerkfassade und neues Reetdach in Postfeld (Kreis Plön). Die Anlage Hof Wischhof geht zurück in die Zeit zwischen 1650 und 1700.
Foto: Friedhelm Schneider, Landesamt für Denkmalpflege
Baudenkmalpflege ist auch ein wirtschaftlicher Motor
Das Landesamt für Denkmalpflege hat kürzlich eine Broschüre veröffentlicht, die eindrucksvoll deutlich macht, wie stark in Schleswig-Holstein der Einsatz von Denkmalfördermitteln als Investitionsmotor gewirkt und zur Arbeitsplatzsicherung beigetragen hat. 47 Objekte aus den unterschiedlichsten Bereichen der Baudenkmalpflege werden darin vorgestellt.
Wie Landeskonservator Dr. Michael Paarmann anmerkt, wird der hohe Stellenwert der Denkmalpflege als treibende Kraft für die wirtschaftliche und konjunkturelle Entwicklung „in Politik und Gesellschaft immer noch verkannt beziehungsweise aus politisch-taktischen Gründen bewusst nicht zur Kenntnis genommen“. Der oberste Denkmalshüter betrachtet es daher als eine vordringliche Aufgabe, öffentlich Rechenschaft darüber abzulegen, wie und für welche denkmalgeschützten Objekte in Schleswig-Holstein die im „Sonderprogramm Baudenkmalpflege“ bereitgestellten Fondsmittel verwendet wurden. Dazu soll die jetzt in Text und Bild gezogene Bilanz der zwischen 2005 und 2009 restaurierten oder sanierten Baudenkmale beitragen. Sie ist zugleich ein beredtes Zeugnis dafür, wie Privateigentümer, Stiftungen oder Vereine durch staatliche Mittel motiviert werden, Geld und Kapital für die Aufarbeitung in Eigentum befindlicher oder ihnen anvertrauter Kulturdenkmale einzusetzen.
Schon das 1987 vom Landtag zunächst für vier Jahre beschlossene 28-Millionen-Sonderprogramm zur Baudenkmalpflege, das unterstützt wurde durch das Reetdach- und Haubarg-Programm des Kreises Nordfriesland, so Paarmann, habe außerordentlich positive Wirkung gezeigt. Obwohl es damals eine große Zahl von Baudenkmalen vor dem Untergang bewahrt habe, sei es nicht erneuert worden. Erst im Jahr 2005 ist es mithilfe und unter dem Dach der Staatskanzlei gelungen, die Baudenkmalpflege am neu aufgelegten Investitionsprogramm „Schleswig-Holstein-Fonds“ teilhaben zu lassen. Es wurden 1,5 Mio. €, verteilt auf fünf Jahre, dem „Sonderprogramm Baudenkmalpflege“ zur Verfügung gestellt.
Die nunmehr vorgelegte Bilanz der bis 2009 restaurierten Objekte zeigt, so Paarmann, dass das von der Landesregierung verfolgte Ziel, möglichst umfangreiche zusätzliche Mittel an die staatlichen Fördergelder zu binden, in vollem Umfang erreicht worden ist. Damit werde belegt, dass die finanzielle Förderung der Denkmalpflege eine beachtliche Wirtschaftskraft entwickeln konnte mit positiver Wirkung für die Beschäftigungssituation im mittelständischen Gewerbe, insbesondere in den Betrieben der heimischen Bauwirtschaft, die sich zumeist in strukturschwachen Regionen befänden.
Wie aus dem Bericht hervorgeht, ist es dem Landesamt gelungen, mit letztlich verfügbaren 1,68 Mio. € an Fördermitteln des Landes ein Investitionsvolumen von mehr als 11 Mio. € auszulösen. Mit über 6 Mio. € haben die Denkmaleigentümer selbst mehr als die Hälfte dieser Summe aufgebracht. Hinzu kommen Komplementärmittel von Stiftungen, Vereinen und öffentlichen Geldgebern in Höhe von zirka 3,5 Mio. €. Fast alle geförderten Objekte wiesen erhebliche alters- oder nutzungsbedingte Schäden auf, oft stand ihr hoher Denkmalwert in einem krassen Missverhältnis zum jeweiligen Ertrags- oder Nutzwert.
Die Palette der restaurierten Baudenkmale ist weit gespannt, wie der Bericht zeigt. Sie reicht von Scheunen, Mühlen und Speichern über Wohn-, Bauern- und Herrenhäuser, Ehrenmale und Alleen bis zu Kirchen, Friedhöfen und Mausoleen. So hat bürgerliches Engagement im Verein mit staatlicher Förderung in den zurückliegenden Jahren wertvolles baukulturelles Erbe vor dem Verfall bewahrt und für kommende Generationen erhalten, zugleich aber für Wirtschaftsbelebung und Beschäftigungssicherung gesorgt.
Erich Thiesen





