Schleswig-Holstein

Zum Buch Nord-Ostsee-Kanal: Begegnungen

Familie/Freizeit/Land und Leute

26.02.2010 -  

Aufs Korn genommen

So läuft der Hase!


Es gilt als unwaidmännisch, auf einen liegenden Hasen oder eine schwimmende Ente zu schießen, deshalb scheucht der Jäger diese vorher auf. Das hätte auch die Liechtensteiner Bank beherzigen sollen, die es versäumt hatte, einen Kunden zu warnen, dass eine CD mit seinen Daten unterwegs zur deutschen Steuerfahndung ist. Nun muss er 11,9 Mio. € Steuern zahlen und 7,5 Mio € Strafe.


Doch der Steuersünder verklagte die Bank: Hätte sie ihn gewarnt, hätte er sich selbst anzeigen können. Tatsächlich bekam er in erster Instanz 7,3 Mio. zugesprochen, doch das reicht ihm nicht. Er will 13,7 Mio. € von der Bank – nach welcher Berechnung auch immer.


So läuft also der Hase, wenn er aufgescheucht ist – und er schießt sogar zurück wie in der legendären Struwwelpeter-Geschichte. Das bringt mich auf eine Idee: Ich werde demnächst die Polizei verklagen, wenn sie mich nicht vor dem Radar warnt und mir keine Gelegenheit gibt, vorher zu bremsen. Und auf die 20 € Bußgelderstattung schlage ich gleich noch 10 € drauf.


Tonio Keller


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