Kommentar
11.11.2011 -
Faszination Landtechnik
Liebe Leser, 1887 wurde die erste DLG-Ausstellung eröffnet, und schon damals gehörte die Landtechnik zu den Hauptattraktionen. Obwohl sich die Landwirtschaft noch auf der Handarbeitsstufe befand, faszinierten Sämaschinen, Düngerstreuer und Bindemäher die Bauern. Daran hat sich auch knapp 125 Jahre später nichts geändert. Noch immer ziehen die Neuheiten bei den Schleppern, Mähdreschern und anderen Landmaschinen die Landwirte an, vor allem wenn sie in so geballter Form wie auf der Agritechnica in Hannover zu sehen sind.
Vieles hat sich in den vergangenen Jahrzehnten doch gewandelt. Wurde damals oft der Schwerpunkt auf „größer, schneller, breiter“ gelegt, bietet die kommende Messe vor allem Weiterentwicklungen in den Bereichen Elektronik, Sensorik und Software. Viele dieser Neuheiten sind mit einer Gold- oder Silbermedaille ausgezeichnet worden. Auch diese Ehrungen gibt es schon seit Anbeginn der Messe. Damals setzte sich die DLG das Ziel, den Einsatz von Maschinen auf den Äckern zu fördern. Getreu dem Motto „Wat de Buer nich kennt ...“ hatten es diese Entwicklungen schwer unter den Landwirten. Um die Skepsis gegenüber den neumodischen Geräten zu überwinden und die Qualität zu verbessern, werden seit 1888 landwirtschaftliche Geräte auf Herz und Nieren getestet.
Diese Auszeichnungen bieten dem Fachpublikum auch in diesem Jahr Entscheidungshilfen bei der Auswahl der passenden Maschine für den eigenen Betrieb. Einer der vielen Schwerpunkte auf der Messe ist das Precision-Farming. Dabei geht es nicht mehr nur um den puren Einsatz von GPS auf dem Feld, sondern es wird unter dem Titel „Smart Farming“ die Verknüpfung verschiedener Innovationsquellen mit automatisierten Entscheidungshilfen präsentiert. Dies soll neue Strategien in der Bestandes- und Betriebsführung ermöglichen. Vernetzte Strukturen, die den gesamten Weg vom Feld bis zum Verbraucher abbilden, sind das Ziel der intelligenten Software. Steigende Anforderungen bezüglich Dokumentation, Qualitätssicherung, Rückverfolgbarkeit sowie Logistik, Flottenmanagement und Maschinenüberwachung sollen leichter erfüllt werden können.
Ein gutes Beispiel aus der Praxis zeigt in Hannover der Landessieger des diesjährigen Tüftlerwettbewerbes, das auf den Seiten 24/25 ausführlich vorgestellt wird. Die GPS-gesteuerte Verknüpfung eines Schneckenkornstreuers mit einer Drille spart einen Arbeitsgang und ist sehr präzise. Weitere tolle Erfindungen aus der Praxis sind am Stand der landwirtschaftlichen Wochenblätter zu sehen. Aus allen Landessiegern wird der Bundessieger gekürt.
Die Messe lebt nicht nur von der vorgestellten Technik, sondern auch von dem umfangreichen Fach- und Themenangebot. In mehreren Hallen werden längere und kürzere Vorträge und Kongresse zu den unterschiedlichsten Themen wie Erneuerbare Energien, Smart Farming oder Landtechnikmanagement angeboten. Als Besucher fällt es da schwer, seine so schon knappe Zeit gut einzuteilen. Mit unserem Heftschwerpunkt ab Seite 24 wollen wir Ihnen die Planung Ihres Rundgangs erleichtern. Nicht vergessen darf man die langen Wege auf der Messe, die allerdings mit den Shuttlebussen abgekürzt werden können.
Ziehen Sie bequeme Schuhe an, und freuen Sie sich auf die faszinierende Technik, die Ihnen in Hannover geboten wird!
Ann-Katrin Gerwers





